Alle Filme des Alien-Franchises ranked

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Alien3

Zur Feier des Tages hier meine rein subjektive Liste aller Filme des Alien-Franchises gerankt. May contain Spoilers!

1. Aliens

Teil 2 auf Platz 1? Ja, vielleicht ist es für manche Die-Hard-Fans provokativ. Aber James Camerons Aliens ist für mich nicht nur der beste Teil der Serie, sondern auch eines der besten Sequels überhaupt. Durch Hinzufügungen der Alien-Queen und einer Konstruktion die einem Ameisenstaat gleichkommt wird das Universum das H.R. Giger und Ridley Scott in Teil 1 andeuteten erst komplett.

Gleichzeitig funktioniert Aliens auf mehreren Ebenen und greift sinnvoll Motive aus seinem Vorgänger auf ohne zu kopieren. Hier ist insbesondere die Bishop-Storyline hervorzuheben. Für Cameron ist es gleichzeitig aber auch Kommentar zum Vietnamkrieg. Die Marines werden schon fast klischeehaft hochstilisiert und als ultimative Helden dargestellt und gleichzeitig scheitern sie. Die starke Heldin ist mit Ellen Ripley eine Zivilistin mit eigenen Interessen. So bedient der Film den Action-Fan genau so wie Leute die eine clevere Storyline bevorzugen.

Als Sahnehäubchen garniert Cameron das Ganze noch mit einer mehrfachen Mutter-Kind-Story. Ripley, die erwacht aus dem Kälteschlaf erfahren muss, dass sie ihre eigenes Kind überlebte, nimmt sich dem Waisenkind Newt an und muss gegen die Alien-Queen als Übermutter antreten. Grandios!

2. Alien

Wo Cameron manchmal mit dem Holzhammer arbeitet, arbeitet Scott subtiler. Es sind die stillen Momente wo Alien glänzt. Ripley wird als ungewöhnliche Heldin eingeführt was 1979 vermutlich noch revolutionärer wirkte, als es noch heute ist. Damals war eigentlich klar, dass Tom Skerrit oder ein anderer Mann der Held des Films sein müsste, dass es dann die bis dato unbekannte Sigourney Weaver war bracht ebenso mit den Erwartungen wie mit klischeehaften Geschlechterrollen.

Alien ist vor allem ein Kammerstück das von einem unglaublichen Cast getragen wird. Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, Ian Holm, Yaphet Cotto und John Hurt liefern allesamt Bestleistungen ab. Die Atmosphäre tut ihr übriges. Das Alien selbst ist kaum zu sehen, eine ständige Bedrohung im Halbschatten.

Alien Computer Screen

3. Prometheus

So clever Alien ist, so plump ist Promotheus. Vermutlich könnte ein Film über die Logiklöcher alleine gedreht werden. Aber Scott macht auch einiges richtig. Da wären die Bilder, die einfach nur überwältigend sind. Auch beim Cast macht er mit Noomi Rapace, Charlize Theron und Michael Fassbender einiges richtig. Und wahrscheinlich ist es letzterer als Android David, der den Film rettet.

So findet der Höhepunkt des eso-philo-theologischen SciFi-Films in einer kleinen Dialogszene zwischen David und Charlie Holloway statt. Die Forscher*innen fühlen sich dem Ursprung des Lebens, vielleicht gar ihrem Schöpfer nahe und David fragt, warum er vom Menschen erschaffen wurde. Holloways Antwort ist so simpel wie erschütternd: „Wir haben Dich erschaffen weil wir es konnten.“

Es sind Szenen wie diese die Prometheus retten.

4. Alien Resurrection

Wenn Ihr dachtet Aliens auf Platz 2 wäre eine Provokation, dann habt Ihr Euch geirrt. Es gibt Leute, die schließen Alien Resurrection komplett aus dem Kanon aus. Ich möchte gar nicht so viele Worte verlieren zum vierten Teil der Serie und belasse es bei dem was ich zusammenfassend recht passend finde: Alien 4 ist kein guter Alien-Film, aber es ist ein guter Jeunet-Monster-Film.

So passt Resurrection mehr in die Werke des französischen Amelie-Regisseurs als in das Franchise selbst. Wer sich vom Erbe der Vorgänger loslöst wird den Film endlich goutieren können.

Alien Resurrection

5. Alien3

So sehr Alien Resurrection verschmäht wird, so sehr wird Alien3 als geheimer Favorit gehandelt. Vielleicht liegt das an den Meisterleistungen die Regisseur David Fincher später abliefern sollte, aber selbst er verschmäht das Werk. Dabei ist der Anfang des Filmes nicht schlecht und diverse Szenen zeigen, dass Fincher ein hervorragender Regisseur ist.

Leider verliert er sich auf halber Strecke und es wird deutlich, dass etwas an diesem Sequel eindeutig fehlte: Ein (gutes) Drehbuch!

6. Alien vs. Predator

Soll ich wirklich die AvP-Filme mit aufnehmen? Der Vollständigkeit halber ja. AvP ist ein Hau-Drauf-Spaß. Ein Actionfilm mit gerade genügend Verweisen für Franchise-Fans um diese halbwegs zufrieden zu stellen. Cleverness darf hier niemand erwarten, wer aber einen unterhaltsamen Popcornfilm sehen mag, wird hier imho ausreichend bedient. Mehr will AvP wahrscheinlich auch gar nicht sein.

Alien vs. Predator

7. Alien vs. Predator 2

So sehr ich den ersten AvP auch verteidige, Teil 2 ist Murks. Ein brühwarmer Aufguss der selbstverliebt den Alien-Predator-Hybrid „Predalien“ feiert und wirklich so gar nichts zu bieten hat. Aber wirklich gar nichts!

    5 Kommentare:

  • Ramsay schreibt am 26. April 2016 um 13:48

    Würde 1 und 2 tauschen, aber sonst so belassen. Die Alien Reihe ist für mich so zeitlos, weil jeder Film ein anderes Genre bedient (ähnlich wie Marvel aktuell).

    Zu Prometheus:
    Ich mag den Film. Er ist kein Meisterwerk, aber er hat viele tolle Stellen.
    ComicBookGirl19 hat ne ziemlich ausführliche Besprechung des Films gemacht, inkl. vieler Hintergrundinfos. Kann ich nur jedem empfehlen der den Film auch nur ein wenig mag https://www.youtube.com/watch?v=eSaKxB-8YlE

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 26. April 2016 um 20:08

    @Ramsay Ja, habe heute mit nem Freund drüber gesprochen und glaube, dass ich Aliens lieber mag weil ich ihn damals noch vor Alien sah. War bei ihm auch so und er war meiner Meinung (vielleicht deshalb).

  • Thomas schreibt am 26. April 2016 um 21:58

    Bei mir ist Alien 3 auf Platz 1. Da ich kein Filmwissenschaftler bin, kann ich das nicht wirklich gut begründen, aber ich mag die Reduktion auf das Wesentliche: Ein Alien, keine Waffen. Vielleicht ist das auch etwas, was ihn bis heute in der Filmwelt etwas heraushebt. Waffenstarre Helden gegen das Böse gibt’s an jeder Ecke, vor allem im SciFi-Bereich. Stories, wo die Charaktere mal ein wenig Cleverness an den Tag legen müssen sind dagegen selten. Was also das Drehbuch von Alien 3 angeht, würde ich dir aufs Schärfste widersprechen :)
    Aliens mag zu seiner Zeit wegweisend gewesen sein, ist aber vergleichsweise schlecht gealtert mit den von ihm selbst begründeten Klischees.
    Alles in allem ist Aliens aber ein schönes Franchise, was selbst mit den Spin Offs und Crossovers noch gut funktioniert.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 27. April 2016 um 08:43

    @Thomas Ich stimme mit Dir sogar teilweise überein. Aber gerade am Ende ist das irgendwie nur noch ein Rennen durch Tunnel. Der Anfang ist ziemlich super. Und das was Du zu zwei sagst kann ich absolut nachvollziehen.

    Das mit dem Drehbuch bezieht sich aber auch darauf, dass während des Drehs weiter an eben diesem geschrieben wurde. Da gibt es auch eine sehr schöne sehenswerte Doku. So gab es zuerst andere Drehbücher und andere Regisseure (Vincent Ward) und eigentlich hätte der Film auf einem Kloster-Planeten aus Holz (!) gespielt der im Finale dann abgebrannt wäre. Sehr skurril.

  • Thomas schreibt am 30. April 2016 um 22:40

    @Daniel Kein Filmdreh startet und endet mit dem gleichen Drehbuch und wo so viele Menschen mitwirken, ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass am Ende jemand mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Das ist jetzt erst mal keine Besonderheit von Alien 3.
    Ich bin aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Vor ein paar Jahren bin ich über dieses Video gestoßen: https://vimeo.com/76672771. Ich geh da nicht mit allen Punkten zu 100% mit, aber ich weiß auch nicht, wie Regisseure so ticken – vielleicht hat Fincher ja tatsächlich all dies Bosch-Referenzen absichtlich eingebaut. Wie auch immer, ich fühle mich seit dem bestätigt darin, dass an dem Film tatsächlich mehr dran sein muss und ich mit meiner Liebe dazu nicht allein stehe :)
    Diese Video-Reihe von Scout Tafoya ist übrigens sehr empfehlenswert für so Filmnerds wie dich, falls du den noch nicht auf dem Schirm hast.

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