HipHop in der DDR

-

HipHop in der DDR? Westdeutsche mögen das vielleicht seltsam finden, dass vor 89 überhaupt HipHop hinter dem eisernen Vorhang stattfand, aber es war wirklich so. Bodo Mrozek schreibt darüber im Blog PopHistory:

„Der US-Film ‚Beat Street‘ brachte 1985 die Welle zum Rollen, weil er im Unterschied zu den Rundfunkwellen westlicher Sender auch das so genannte ‚Tal der Ahnungslosen‘ im Dresdner Raum erreichte, wo sich fortan eines der Zentren der Bewegung formierte. Dass der von dem Calypso-Sänger und Bürgerrechtsaktivisten Harry Belafonte produzierte Film […] überhaupt in die Kinos kommen konnte, hatte nicht nur politische Gründe.“

HipHop und Rap werden vom Staat als Bewegung der politisch Unterdrückten interpretiert und damit teilweise sogar öffentlich gefördert. Schließlich war das Protest und auch antiamerikanisch.
Zwischen 1985 und 1989 gab es den Leipziger Breakdance-Workshop und TJ Big Blaster Electric Boogie organisierte einen ersten Rap-Contest in Radebeul. Übrigens war einer der damals aktiven DDR-Breakdancer Bürger Lars Dietrich, der 1985 seine erste Posse „Crazy Feif“ gründete:

„Hip Hop kam über das Westfernsehprogramm in unsere Wohnzimmer und war anfangs nicht gern gesehen. Nicht zuletzt weil diese Kultur aus Amerika kam. Es als Hobby leidenschaftlich zu betreiben war darum sehr beschwerlich, da es weder die richtige Musik, noch die dafür nötigen Klamotten gab.“

So wurden die Trainingsanzüge eben selbst geschneidert und statt gesprüht wurde der Pinsel geschwungen.

Mehr zu dem Thema:
"Das ist unsere Party": HipHop in der DDR (Partnerlink)
Here We Come (Partnerlink)
‚And You Don’t Stop‘ – HipHop in der DDR

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!