Habitat von Lucasfilm Games

Habitat von Lucasfilm – Das erste MMO mit grafischer Oberfläche

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Daumen hoch für Habitat

Ich glaube das erste Mal bin ich auf „Habitat“ im Computerspielemuseum in Berlin gestoßen. Ich bin ja relativ großer Fan von den alten Lucas Arts bzw. Lucasfilm Games, kannte „Habitat“ aber nicht. Eine erste virtuelle Community mit Avataren die sich ähnlich wie bei „Maniac Mansion“ oder „Zak McCracken“ steuern ließen und mit anderen Avataren interagieren konnten. Die Online-Welt basierte wie die Kult-Adventures ebenfalls auf SCUMM was die Ähnlichkeiten erklären dürfte. Inspiriert wurden die beiden Entwickler Chip Morningstar und Randy Farmer zu ihrem MMO von u.a. Vernor Vinges „True Names“.

„Habitat“ wurde mit dem Ziel programmiert 10.000 Spieler*innen zu beherbergen, was für den C64er mehr als ambitioniert war. Interaktionen standeb im Mittelpunkt des Produkts, so konntest Du nicht nur miteinander chatten – Getipptest wurde dann in Sprachblasen dargestellt – und rumlaufen, sondern viel mehr:

„The users were responsible for laws and acceptable behavior within the Habitat. The authors of Habitat were greatly concerned with allowing the broadest range of interaction possible, since they felt that interaction, not technology or information, truly drove cyberspace. Avatars had to barter for resources within the Habitat, and could even be robbed or ‚killed‘ by other avatars. Initially, this led to chaos within the Habitat, which led to rules and regulations (and authority avatars) to maintain order.“

1986 sprechen wir von einer Zeit wo Onlinezeit enorm teuer war und Dein Heimcomputer gerademal 64KB RAM besaß. „Habitat“ wurde exklusiv vom AOL-Vorgänger Quantum Link für den C64er vertrieben und startete in der Beta-Version als Freeware. Du brauchtest einen C64er, ein Modem, die Programmdiskette und Q-Link. Allerdings war Quantum Link nur in den USA und Kanada tätig.
Später kostete die virtuelle Welt, die dann „Club Caribe“ hieß, allerdings knapp 10 Dollar im Monat. Auch war „Club Caribe“ um einiges kleiner als die ursprüngliche Onlinewelt der Beta-Version.

Obowhl die erste Fassung von „Habitat“ gerade mal von 1986 bis 1988 lief, entstand daraus ein relativ langlebiges Produkt. 1989 wurde wurden die Lizenzen an Fujitsu verkauft, die Millionen in die Weiterentwicklung steckten aber die Kosten nie wieder reinholten. Als „WorldsAway“ existiert eine direkte Weiterentwicklung sogar heute noch.

Mittlerweile gibt es sogar ein Projekt das das ursprüngliche „Habitat“ wieder online bringen möchte:

„Once Habitat is up and running, it will be accessible via a Commodore 64 emulator through Q-Link. Or, interestingly, the game will also be available on an actual Commodore 64 console with an ethernet port and access to the internet—though Handy explains that the emulator will be much faster.“

Weiterführende Links

Here Comes Habitat – The Museum of Art and Digital Entertainment
Habitat: „Enter the On-line World of LucasFilm“ (RUN, 1987)
The Lessons of Lucasfilm’s Habitat (1990)

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