Romeros Resident Evil

Damals als George A. Romero beinahe Resident Evil verfilmt hätte

Ende der 90er sollte Resident Evil in die Kinos kommen, doch statt Paul W.S. Anderson sollte jemand anderes auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Jemand, der den modernen Zombiefilm begründete: George A. Romero.

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Die 90er waren nicht das Jahrzehnt von Romero. Stephen Kings „Stark“ war der einzige Film den er in dieser Dekade veröffentlichte. Eine solide Verfilmung, aber eben auch eine die Dich fragen lässt warum ausgerechnet prominente Regisseure immer wieder an den Werken Kings scheitern. Für King-Fans wiederum ist Stark immerhin einer der wenigen Filme, die sich eng an die Vorlage halten. Und dies war das was Romero bei einem weiteren Projekt vorschwebte. Eng an der Vorlage bleiben, schließlich rechtfertigte deren Erfolg überhaupt eine Verfilmung.

1996 erschien das erste Spiel des Resident-Evil-Franchises und begründete damit ein eigenes Genre: Survival-Horror. Ein Genre mit intensiver Atmosphäre welches nicht nur Kopisten mit sich zog, sondern auch eines der erfolgreichsten PlayStation-Spiele sein sollte. Bereits zwei Jahre späte erschien der zweite Teil der Spielreihe und wurde in Japan, wo das Spiel als „Biohazard“ bekannt ist, mit exklusiven Spots beworben. Capcom landeten einen Coup indem sie Horror-Altmeister George A. Romero für die Umsetzung der Werbefilme gewinnen konnten.

Mit „Night of the Living Dead“ (1968) hat der Regisseur das Zombie-Genre bis heute geprägt und begründete gleichzeitig eines der eigentümlichsten Franchises der Filmgeschichte. Mit „Dawn of the Dead“ lieferte er in den 70ern den wohlmöglich besten Zombie-Film aller Zeiten und auch „Martin“ (1978) und „The Crazies“ (1973) sollen nicht unerwähnt bleiben. Eine exzellente Wahl von Capcom und der Erfolg der Kampagne sollte ihnen Recht geben.

Grund genug für Sony, Capcom und die Constantin-Film „Resident Evil“ komplett auf die große Leinwand zu hieven. 1998 wurde Romero als Regisseur und Drehbuchautor bestätigt. Auch gab es bereits Gerüchte wer im Film zu sehen sein wird. Jason Patric („Lost Boys“) hätte Chris Redfield verkörpert und Samantha Mathis („American Psycho“) Jill Valentine. Bereits im Oktober 1998 war die erste Drehbuchfassung, die Romero zusammen mit Peter Grunwald (Produzent mehrerer Spätwerke Romeros) schrieb, fertig.

Doch dies war bereits der Anfang vom Ende. Obwohl sich Romero streng an die Spielvorlage hielt wurde er gefeuert, da sein Drehbuch angeblich zu schlecht sei und sich zu weit von der Vorlage entferne. Dabei übernahm er nahezu 1:1 die komplette Anfangssequenz des ersten Spieles und auch der Auftritt der ersten Zombies ähnelt der gleichen Szene im Spiel. Romero selbst kommentierte die Ablehnung in einem Interview so:

„I don’t think they were into the spirit of the video game and wanted to make it more of a war movie, something heavier than I thought it should be. So I think they just never liked my script.“

In Anbetracht dessen was dann einige Jahre später mit dem von Paul W.S. Anderson geschriebenen und umgesetzten Film geschah, sollte er Recht behalten. So bleibt Romeros Resident Evil nur eine Fußnote. Mit „Land Of The Dead“ bekam er dann 2005 die Chance seine eigene Zombie-Mythologie weiterzuführen.

(via io9)

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