Eine ehemalige Verschwörungstheoretikerin im Interview

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Super interessanter Artikel über Stephanie Wittschier die von Verschwörungstheoretikerin zur Verschwörungsgegnerin wurde und nun einen Blog und Twitter-Account betreibt. Noch interessanter als Stephanies Geschichte finde ich aber die Einschübe im Artikel. So z.b. das hier:

„Von einer Sekte will der Soziologe und Kognitionswissenschaftler Andreas Anton vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg nicht sprechen. Er hat mit zwei Kollegen ein Buch über die ‚Soziologie des Verschwörungsdenkens‘ geschrieben. ‚Man sollte diese Menschen nicht generell pathologisieren und als Irre darstellen‘, findet er. ‚Das wurde schon bei den Theorien zum 11. September gemacht, und die Debatte verläuft dann zu oft nur entlang von Stigmatisierungen‘, meint Anton. Es gäbe durchaus Hierarchien und eine gemeinsame Zielsetzung, allerdings finde der Kontakt meist rein virtuell statt—weshalb es nicht den physischen Zwangscharakter einer Sekte habe, so der Soziologe. ‚Was sehr interessant in diesem Kontext ist: Wir finden auf beiden Seiten den Reflex, das Wissen des anderen jeweils beiseite zu schieben und als falsch abzutun. Bei Anhängern und Gegnern. Dabei beobachten wir: Je weniger Anhänger eine Theorie hat, und die Chemtrail-Fraktion ist eher klein, desto weniger gibt es auch eine offene Diskussion über Fakten, wie wir sie beispielsweise von den alternativen Ansätzen zum 11. September kennen‘, meint Anton. ‚Je mehr eine Theorie in der Nische ist, desto resistenter und unbeugsamer treten ihre Anhänger auf. Und das darf man nicht abtun: Die Ängste dieser Leute sind sehr real. Diese Menschen machen das tatsächlich nicht aus Spaß, sie fürchten sich—und das meinen sie auch todernst.'“

Wirklich lesenswert. Checkt „Von Chemtrails zu Morddrohungen: eine Verschwörungstheorie-Aussteigerin erzählt“ bei Broadly!

Chemtrails

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