form von Manuel Schäfer fotografiert

form, wie ist eigentlich der Nachname von Satan?!

form veröffentlicht am 17.5. seine neue EP „Gott sieht, dass Du faul bist“. Grund genug über sich eben diesen Kartoffeln und Social Media zu unterhalten.

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Lieber form, wie ist bitte der Nachname von Satan?

Satan heißt mit Nachnamen „Gibtes“. Er hat sich bei facebook angemeldet, sie wollten ihm nicht glauben, dass er gar keinen Nachnamen hat und da facebook mächtiger als Satan ist, wurde er schlussendlich zu seinem Glück gezwungen. Wegen dieser Säkularisierung schwindet aber proportional zur Produktlinie Gott auch der Marktanteil des Spinoffs Satan, weshalb sich das Profil womöglich in ferner Zukunft selbst löscht.

Ist Facebook also Gott und Twitter Satan? Oder ist Satan mehr so vkontakte?

Facebook steht noch über allem. Versuchen sie zumindest. Polytheismus -> Monotheismus -> facebook. Die Zeit wird zeigen, ob sich diese Perspektive durchsetzt. vkontakte ist zwar auch außerweltlich unterwegs, aber nicht ganz so spirituell. Twitter wiederum ist eher sowas wie der parsische Glauben: Mega sympathisch, aber zahlenmäßig halt nicht so gut aufgestellt. Aber wie sagte das ein ebenfalls mega sympathischer Parse kürzlich in einem Interview anlässlich des Todestags von Freddy Mercury: „It is about the quality of the people, hehehe.“

Qualitätsmenschen. Das ist ein gutes Stichwort. Welche Qualitätsmenschen sollten unsere Leser*innen abchecken?

Ich beziehe das einfach mal mirnichtsdirnichts auf deren Oeuvre, nicht die Menschen selbst. Sonst kriegen die ständig Anrufe und kommen zu nix mehr, das kann niemand wollen. Ich finde Thomas Wüppesahl ziemlich gut, den hab ich gestern endlich mal wieder getroffen. Wer sich ein Bild davon machen mag, was hierzulande alles so geht (und zwar sowohl, was der Staat so macht wie auch, was gegen die schlechten Dinge aller Art so unternommen werden kann) sollte diesen ziemlich hervorragenden Menschen mal abchecken.
Franziska Schutzbach ist auch voll gut, macht mal mit! Hmm, wer ist noch gut? Paulina Stulin, die ist mega. Fabian Lehr: Mega. Folgt ihm bei facebook, er erklärt euch die Dinge.
Es gibt viele Leute, gerade auch Leute, die eigentlich gar nichts „machen“, jedenfalls nichts, was irgendwie öffentlich nachvollziehbar ist, die aber einfach voll die geilen Menschen sind. Die sollten auch alle unbedingt abgecheckt werden. Hebt sie auf ein Podest und beschmeißt sie mit Liebe.

Machen ist ja sowieso ein Ding. Warum müssen alle eigentlich immer was machen? Wieso nicht einfach mal sein lassen?

Das Ding ist ja: Die meisten machen ja gar nicht so viel, das für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Von denen kriegt man nur nichts mit: Weil wegen weil sie machen ja nix! Aber einfach mal sein lassen ist ja vielleicht auch nicht das Wahre, höchstens eine Erkenntnis für Leute wie mich, die das noch nicht so recht gelernt haben. Aber stimmt ja gar nicht, ich mach voll viele Dinge nicht.

Ich meine eher das machen müssen. Also eigentlich nur müssen. Müssen ist doch doof. Was würdest Du sein lassen wenn du nicht müsstest?

Promo machen. Ich würde gern einfach so Musik und Zeug machen und mich nicht drum kümmern müssen, dass das irgendwer mitbekommt. Weil ich aber natürlich doch ein Interesse daran habe, dass das auch Leute mitkriegen, muss man sich in den Todeskampf der Aufmerksamkeitsökonomie stürzen. Manche Aspekte daran machen tatsächlich auch Spaß, aber insgesamt ist das doch enervierend. Könnte ich sehr gern drauf verzichten.

Also lieber Katzen statt Ego streicheln?

Menschen streicheln. Fahrkartenkontrolleure in den Arm nehmen. Gestresste Kassiererinnen anlächeln. Mega freundlich sein, es aber auch so meinen.

Freundlichkeit. Da gibt es oft zu wenig von. Wer verdient denn Unfreundlichkeit?

Alle, die sich auch nach mehrfachen Hinweisen noch nicht den Hauch einer Mühe geben wollen. Wer auf andere scheißt, muss nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Das ist aber eigentlich keine Unfreundlichkeit, sondern Feedback des eigenen Verhaltens. Also Unfreundlichkeit verdient niemand. Wer eine gewischt kriegt und davor z.B. gegrapscht hat, wurde ja damit nicht unfreundlich behandelt, sondern hat sich das verdient.

Darüber hinaus gibt es so viele Gründe, Leuten gegenüber, die auf eine sehr beflissene deutsche Art erst mal zu ihresgleichen gern höflich sind, nach „außen“ aber direkt herablassend werden, keine Freundlichkeit an den Tag zu legen.

Und statt Kartoffeln jeden Tag wäre was zu wählen?

Oh, das ist eine schwere Antwort. Mit täglich Kartoffeln fahren Milliarden Menschen ziemlich gut, wer bin denn ich, ihnen da Vorschriften zu machen? Vielleicht brauchen wir ganz im Gegenteil mehr als nur täglich Kartoffeln. Zum Einstieg vielleicht eine stündlich, später wäre aber auch mehr denkbar.

form auf Tour

17.05.2017 – Berlin, Panke
19.05.2017 – Dresden, Heartbreak
20.05.2017 – Nürnberg, Desi
25.05.2017 – Hamburg, Uebel & Gefährlich
01.06.2017 – Siegen, Vortex
02.06.2017 – Wiesbaden, Sabot
03.06.2017 – Landau, Fatal
16.06.2017 – München, Kafe Marat

(Foto: Manuel Schäfer)

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