Essen auf Tour – Rumorvoller Schichtsalat, wenn dann bitte nur noch nach dem Auftritt (Schleckermäulchen 5)

Was isst man eigentlich, wenn man auf Tour ist? Und was nimmt man kurz vor einem Auftritt zu sich? Oder isst man lieber gar nichts und trinkt nur Tee? Jeder Musiker, Künstler hat da seine ganz individuelle Methode. Pech nur, wer erst nach dem Auftritt etwas Essen möchte.

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Denn dann ist das Buffet und Catering in der Regel schon aufgefressen. So oder so spielt Essen einfach eine große Rolle auf Konzertreise. Das Schleckermäulchen geht dieser Frage schon länger auf den Grund und demnächst werden einige Bands und Musiker diesbezüglich genauer ausgequetscht. Auf Facebook hab ich schon mal eine kleine Umfrage gestartet und hier sind einige Antworten, die doch recht unterschiedlich ausfallen:

Sonja Müller (Sleeping Policemen): „Bier“!

Torsun Burkhardt (Egotronic): „Vorher krieg ich meist nix rein und danach hab ich in der Regel soviel getrunken, dass auch nicht mehr wirklich was rein will“.

Klaus Cornfield (Katze, OMP): „Weder noch. Vorher zu stressig und belastend, danach gibts nix mehr“.

Roman Biewer (Lo Fi Fair): „Ich hab da keine Regel. Meistens ist es vorher zu stressig…danach trinkt man Bier und merkt, man dann erst man hat den ganzen Tag noch nichts gegessen.“

Lutz (Neustadt): „Eher davor, wenn Zeit ist“.

Roman Podeszwa (Roman): „Danach. Egal. Weil voller Bauch und Show = epic fail

Thorben Tietze (DFT): „Wenn davor, Verdauungsschnaps“

Konrad (Stahlheinz Cockhausen): „Nur Deko. Konsequent“. (In meiner vorherigen Kolumne outete sich Konrad als bekennender Dekoesser.)

Jochen Gitsch (Hinterlandt): „Weder noch. Entweder Essen oder Musik machen.“

Aus eigener Erfahrung weiß ich, esse vor einem Live-Auftritt niemals rohes Gemüse in Form eines Schichtsalats. Lange ist es her, aber als die Kölner Band Klitpop noch fröhlich musizierend unterwegs war, gab es nach langer Anfahrt (Köln –Emmerich) im Elternhaus des Gitarristen René, einen liebevoll angerichteten Salat mit viel Lauch. Sehr viel Lauch und dieser war roh, dazu eine Schicht Mais, sehr viel Mais, Sellerie und hartgekochte Eier. Das alles wurde ordentlich in Miracle Whip und Sahne getränkt. Es war wirklich sehr lecker, nur war einem während des Verzehr nicht bewusst, dass man jede einzelne Schicht auch noch irgendwie verdauen und in knapp einer Stunde auf die Bühne musste. Holla, die Darmfee. Da war was los im Bauch. Sowieso musste man vor lauter Aufregung oft vor jedem Auftritt häufiger auf die Keramik. An diesem Abend kam man gar nicht mehr runter vom stillen Örtchen. Trotzdem hat man es irgendwie auf die Bühne geschafft und niemand im Publikum vernahm das heftige Rumoren im Bandbauch.

Mit blähenden Lebensmitteln hat auch Eric Pfeil seine Erfahrungen gemacht. Er findet Essen vorm Singen problematisch. Auf seiner Wohnzimmertour 2017 wurden ihm unterschiedlichste Gerichte von verschiedenen Gastgebern aufgetischt. Da gab es zum Beispiel in München Reis mit Zimt, in Hamelspringe veganes Essen und in Münster Käse-Lauch-Suppe. Könnte auch für einige Verwirrungen im Darmtrack gesorgte haben?! Da werde ich ihn mal demnächst persönlich fragen. Übrigens eine sehr gelungene Tour-Doku von Alfred Jansen und ihm gibt es hier zu sehen:

Was sind denn eure Erfahrungen mit Essen/Trinken/Fasten vor dem Auftritt? Könnt ihr gerne hier in die Kommentare schreiben. Und beim nächsten Mal berichte ich dann wirklich über meine große Spargelliebe. Den verträgt man im rohen Zustand übrigens ganz gut. In diesem Sinne, gesunde Darmflora allerseits. Und hier noch das Originalrezept vom Schichtsalat. Wusste übrigens nicht, dass es Sellerie im Glas gibt?! Und natürlich kann man die Zutaten auch bei Rewe, Lidl oder im Bioladen des Vertrauens einkaufen. Herzliche Grüße und vielen Dank an Elisabeth Hamann für das Rezept und die damalige Bewirtung.

Schichtsalat Für ca. 8 – 10 Personen

Einkaufen: 4 Stangen Porree, 2 Gläser Sellerie (bei Aldi), 2 kleine Dosen Ananas (gewürfelt, Aldi), 2 Dosen Mais (Aldi), 6 Äpfel Braeburn, 8 – 10 Eier, 2 Gläser Miracle Whip, 2 Päckchen haltbare Sahne (Aldi)
1. Beide Gläser Sellerie im Sieb abtropfen lassen
2. Beide Dosen Ananas, den Saft auffangen und in Schüssel geben.
3. Mais im Sieb abspülen
4. Stangen Porree schneiden, in kleine Scheiben
5. Die Äpfel schälen und in kleine Stücke würfeln
6. Eier kochen (hart)
7. Miracle Whip mit Ananassaft, dazu 2 Päckchen haltbare Sahne miteinander verquirlen (von Hand).
8. Porree, Sellerie, Ananas, Äpfel, Mais und kleingeschnittene Eier alles in eine große Schüssel geben.
9. Das gequirlte anschließend über den Salat geben. Am besten Schmeckt der Salat, wenn er am Vortag gemacht wird. Man sollte ihn dann über Nacht in den Kühlschrank stellen! Der Salat braucht nicht gewürzt zu werden! Grüße Elisabeth

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