G20 – Deeskalierende Polizeiarbeit in Text, Bild & Ton

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G20 - Deeskalierende Polizeiarbeit

Gestern bei den Demonstrationen zum G20-Gipfel kam es zur Gewalt. Keine 50 – 200 Meter konnte die angekündigte „Welcome To Hell“-Demonstration ihre Route ablaufen. Die Polizei beschuldigt die Demonstant*innen.
Auslöser war, dass einige Demonstrant*innen Ihre Vermummung nicht ablegen wollten. Mehreren Berichten zu Folge betraf dies einige Hundert – höchstens 1000 – der insgesamt 10000 – 12000 Demonstrant*innen.

Deeskalierende Polizeiarbeit?! Doch was sagen Augenzeug*innen vor Ort?

NDR-Reporter Christian Baars widersprach bereits im Vorfeld der „Welcome To Hell“-Demonstration der Darstellung der Polizei, die von Blockaden der Demonstant*innen sprach:

„Etwa eine halbe Stunde nachdem die Polizei die Straßen gesperrt hatte, habe sie per Lautsprecher aufgefordert, die Straße zu räumen. Gegen 23 Uhr habe sie dann begonnen, die Leute unter Einsatz des Wasserwerfers zu vertreiben. Nach Einschätzung von NDR-Reporter Baars war zu keiner Zeit eine Aggression von Demonstranten zu erkennen.“

Diese Einschätzung änderte sich auch bei den Ausschreitungen nicht:

„Mehrere NDR Reporter vor Ort berichten übereinstimmend, dass von den Demonstranten zunächst keine Gewalt ausgegangen sei. Allerdings legten tatsächlich viele Mitglieder des ’schwarzen Blocks‘ ihre Vermummung nicht ab. Zuvor soll es Absprachen zwischen Polizei und Demo-Veranstaltern gegeben haben, wie viel Vermummung für die Polizei hinnehmbar ist. Anscheinend konnte man sich bei diesen Gesprächen nicht einigen. Dann gab es offenbar einen einzelnen Flaschenwurf eines möglicherweise angetrunkenen Mannes, den Demonstrationsteilnehmer selbst von der Menge isolierten. Offenbar gab es auch im ’schwarzen Block‘ Ansagen, keine Gegenstände auf die Polizei zu werfen und eine Eskalation zu vermeiden.“

Auch Reporter*innen vom Spiegel berichten von einem massiven Auftreten der Polizei:

„Dem Demonstrationszug stellten sich sehr schnell mehrere Wasserwerfer entgegen, zugleich wurden Zugriffseinheiten der Bereitschaftspolizei zusammengezogen. Zwar legten zahlreiche Autonome ihre Vermummungen nach entsprechenden Aufforderungen der Einsatzkräfte ab. Jedoch kamen nicht alle Maskierten dem nach. Daraufhin rückte die Staatsmacht überaus robust vor. Autonome und Protestierer flüchteten teilweise panisch vor den Beamten, es gab Verletzte, Flaschen flogen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein.“

Die ZEIT schildert das Geschehen so:

„Musik dröhnt aus den Lautsprechern, doch die Autonomen verhalten sich ruhig. Keine Sprechchöre sind zu hören. Fast vierzig Minuten angespanntes Warten.
Dann greift die Polizei an. Die Beamten haben es auf die schwarze Gruppe hinter dem dritten Lautsprecherwagen abgesehen. Sie drängen sie gegen die Deichmauer. Schlagstockeinsatz. Reizgas. Der Wasserwerfer fegt Leute auf der Promenade um, wo Hunderte Schaulustige das Geschehen beobachtet hatten. Flaschen werden geworfen, Böller auch, ein Nebelgranate fliegt in den Pulk der Polizisten, gelber Rauch steigt auf.“

Das Vorgehen der Polizei ist u.a. in diesem Video dokumentiert:

Auch Reporter*innen der taz gehen mit dem Verhalten der Polizei hart ins Gericht und schildern ihren Eindruck:

„Den einer Demonstration der Stärke, einer bewussten Eskalation Seitens der Polizei, die lange nicht mehr so rigoros und unverhältnismäßig vorgegangen ist.“

Ebenfalls berichtet die taz übereinstimmend mit SpOn, dass nicht wenige nach Aufforderung der Polizei Ihre Vermummung ablegten:

„Als daraufhin die überwiegende Mehrheit der Autonomen ihre Gesichter zu erkennen gab, spritzten die ersten Wasserwerfer los, Polizisten sprühten auch Pfefferspray in die Menge. Dann flogen auch Flaschen, es gab die ersten Verletzten.“

Auch der freie Journalist Michael Bonbvalot bestätigt die Einschätzung seiner Kolleg*innen:

BILD-Autor Frank Schneider berichtet auf Twitter, dass die Polizei auch gegen Journalist*innen vorgeht:

Andere Stimmen zitieren meist nur die Pressemitteilungen der Polizei selbst. Demnach wollte diese den „Schwarzen Block“ von der restlichen Demonstration trennen. Wenn dies wahr sein sollte, ist im Video zu sehen wie dies zu einer massiven Panik führte und unzählige Demonstrant*innen gegen eine Deichmauer gedrückt wurden.

    3 Kommentare:

  • Ramsay schreibt am 7. Juli 2017 um 12:22

    „[…]damit meine Knüppelgarde genug Platz zum Knüppeln hat!“

    Wollte eigentlich am Samstag/Sonntag hinfahren und es mir ansehen, aber lieber doch nicht.

  • Ich bin's schreibt am 11. Juli 2017 um 14:40

    Wenn ich das hier so durchlese könnt ich wirklich grad Regenbogen kotzen – es ist nicht euer Ernst hier zu behaupten ,daß die Polizei dran schuld ist das Geschäfte geplündert wurden und Autos brennen? -oder etwa doch???

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. Juli 2017 um 16:45

    @Ich bin’s Nein, das steht hier ja auch nirgends.

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