Artikel über Sick Sad World

Wir leben in einer traurigen kranken Welt. Für alle die es wissen wollen, hier ist der Beweis: Sick Sad World!

Sick Sad World: Autor und Verlag drohen Blog

Sick Sad World

Es ist schon seltsam. Ich habe lange als Musikkritiker gearbeitet und als Musiker bitterböse Verrisse eingesteckt. Eine Rezension ist oft schmerzhaft, vor allem weil mittelmäßiges Blabla keiner lesen will. Ein ganz okay kann niemals so unterhaltsam sein wie ein köstlicher Verriss. Und dennoch kann das enorm am Ego kratzen, ich musste selbst lernen damit umzugehen. Manche lernen das allerdings nie. So, scheinbar auch ein Autor und sein Verlag. Es begab sich Ende letzten Jahres folgendes…

Myriel vom Bücherzeit-Blog besprach im November das Buch “Twin Pryx, Zwillingsbrut” von John Asht. Zugegeben, eine Meisterwerk ist die Rezension nicht, aber ehrlich und nicht wirklich unsympathisch. So gibt sie zu, dass sie das Buch nicht zu Ende schaffte, da sie Sprache und Ungereimtheiten aus dem Lesefluss brachten. So weit, so belanglos.

Würde nicht der Autor selbst, der gerne “transzendentale Expeditionen in die Welt der Geister” vornimmt, unter dieser Rezension kommentieren und die Autorin als unqualifiziert darstellen. So weit, so unprofessionell.

Doch schon einen Kommentar später wird es noch besser und John Asht (9 Fans bei Facebook) droht mit dem Anwalt:

“… außerdem werde ich ‘Myriel’ und ‘Bücherzeit’ von meinem Rechtsanwalt gerichtlich ahnden lassen [...] Das wird teuer, Lady!”

Nachfolgend meldet sich sogar die Verlegerin (sic!) zu Wort.
Es folgt eine Diskussion, über missverstandene Meinungsfreiheit, angebliche Wirtschaftskriminalität und dann droht sie ebenfalls mit rechtlichen Konsequenzen. Besonders ironisch, man wirft der Autorin vor sich hinter ihrem Pseudonym zu verstecken um Autor und dem Roder Verlag (15 Fans bei Facebook) auf feige Weise zu schaden. Ich hab einen Klick gebraucht um das Impressum zu finden (Update: Angeblich war dies im Dezember noch nicht der Fall!). Auf dem Blog von John Asht fand ich es bisher nicht…

Dafür allerdings einen peinlichen Rant und viel sonstiges Mimimi. So schreibt er im Header noch, dass auch die Kritiker und gar “Feinde” (sic!) willkommen bzw. gegrüßt seien. Martialisch, nicht?!

Im Blog liest sich das schon anders. Da wird erst pauschal gegen das Internetzeitalter rebelliert indem jeglicher Cretin seiner “Narrenfreiheit” frönen kann. Und Verschwörungstheorien werden im wüsten Ton verbreitet. Gründe für misgünstige Kritiker finden sich viele. Allen voran natürlich die gescheiterten SchriftstellerInnen mit ihrer “Bagatellliteratur”.

Bezug nimmt Asht auf das Blog Bücherzeit, ohne Blog oder Autorin konkret beim Namen zu nennen. Kommentieren, im Gegensatz zu Myriel, unmöglich. Myriel wird als “pseudo-erpresserisch” bezeichnet und laut Eintrag bekam sie “eine Anzeige wegen Verstoßes gegen § 15 UWG ‘Geschäftlicher Verleumdung’.”

Zu allem Überfluss versteckt sich auch eine explizit zweideutige Formulierung im Nachtrag zu Ashts Rant, die man als Vergewaltigungsaufruf missverstehen könnte. Ein Wunsch, der in jedem Fall chauvinistisch ist:

“Vielleicht sollte ihnen die Krankenkasse eine Therapie bezahlen: eine Kur in lieblichen Gefilden wo es reale Jungs gibt, die ihnen besorgend beibringen, worum es in diesem Leben überhaupt geht.”

“Besorgend beibringen”?! WTF?! Hält der sich für Houellebecq?!1

Seinen Kreuzzug gegen die geballte Unfairness, die Asht erlitt, tat er dann auch noch in mehreren Facebook-Gruppen (sowie hier und hier) kund. Langsam stellt sich die Frage wer hier wem schaden möchte.

Aber auch schlechte Publicity ist gute Publicity und so werden Artikel 5 des Grundgesetzes und gesunder Menschenverstand nach Gutdünken ausgeblendet. Denn die Aufmerksamkeit ist sicher, so schreibt z.B. der Lesekreis, dass er Autor und Verlag meiden will.

Und die Publicity kann “Twin-Pryx, Zwillingsbrut” scheinbar gut gebrauchen, denn wirklich viele Rezensionen konnte ich via google zu dem Buch nicht finden. Und ein berechtigtes Interesse am Verschwinden von Myriels Rezension gäbe es auch, zählt diese doch zu den Top-Treffern bei der Suchmaschine. Wenn da sich nicht mal das Blatt wendet und ein gehöriger Shitstorm entsteht.

Disclaimer: Mein Name ist Daniel Decker, ich schreibe das nicht anonym. Ich äußere unentgeldlich meine freie Meinung und habe sogar Germanistik (hört hört!) studiert, was mich nicht davor schützt Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler zu machen. Außerdem habe ich dem Roder Verlag nie ein Buchmanuskript zugeschickt. Oh Mann ist das alles peinlich…

Traurige Kranke Welt!

1 Der ganze Absatz + Zitat ist ein Nachtrag vom 22.01. – 01:17 Uhr, hier ein Screenshot der betroffenen Passage. – 22.01. – 21:07 Uhr, betroffene Passage wurde mittlerweile kommentarlos entfernt.

23.01. Nachtrag: John Asht beweist organisierte Literatur-Kriminalität

Mittlerweile wurde der Blogeintrag abermals ergänzt. Ich bitte daher die Verwirrung wegen hier genannter Links und Zitate zu entschuldigen. So sind natürlich die oben genannten Fanzahlen bei Facebook auch auf dem Stand vom 21.01. Whatever…
Asht bezeichnet sein “Experiment” nun als gelungen. Hunderte neue Rezensionen zu Twin Pryx seien entstanden. Der Unterschied zwischen einer Rezension und der Kritik am Verhalten von ihm und Verlag ist offensichtlich nicht klar. Und so bezeichnet er alle Beiträge pauschal als “gehässige Rezensionen” und sieht das als Beweis für eine “Rezensenten-Mafia für Arme” die sich in Foren und Blogs organisiere.

Den Verkäufen von Twin-Pryx geholfen hat sein Verhalten offensichtlich nicht. So schreibt er: “in dieser Zeit kein einziges Exemplar verkauft” Wer hätte das gedacht?!

Besonders lustig in diesem Zusammenhang Punkt 9, den der Roder Verlag in seinem Info auf Facebook veröffentlichte:

“9 – Bei kontraproduktivem und projektschädigendem Verhalten des Autors , trägt dieser die verursachten Unkosten.”

23.01. Nachtrag 2: John Asht will alle verklagen

Das alberne Spielchen geht weiter. Und so schreibt Asht heute:

“Nach drei Tagen Provozier-Blog ist nun die Falle definitiv zugeschnappt – der Jäger zählt seine Beute: etliche 700 Screenshots von kriminellen Negativ-Rezensionen meines Romans ‘TWIN-PRYX, Zwillingsbrut’ – samt Namen, Blogadressen, Homepages, Foren, Gruppen, etc.”

Auf Facebook wird er konkreter:

“[...] wichtig ist vorerstmal, dass ich die Screenshots besitze – alles andere werde ich morgen mit dem Verlag und der Anwaltskanzlei besprechen”

Bleibt also alles wahnwitzig spannend. So ein Fuchs aber auch. Ist ja auch ne Möglichkeit Geld zu verdienen. Wäre ich laienhafter in Rechtsdingen würde ich das Ganze beinahe unter § 111 StGB sehen. Wäre eine sehr eigenwillige Interpretation, aber das wäre in Rechtssachen ja nicht die erste seltsame Interpretation in diesem Fall. Und so schreibt Asht ja selbst, dass er diese “Rezensionen” “provoziert” hätte.

24.01. Nachtrag 3: Myriel bekam bisher keine Post

Myriel bedankt sich bei allen für die Unterstützung und weiß auch Interessantes zu berichten:

“Für alle Neugierigen: bisher habe ich immer noch keine Post von der Staatsanwaltschaft bekommen und auch Herr Asht oder Frau Roder haben mich nicht wieder kontaktiert.”

Um mich abermals als Rechtslaie zu bestätigen. Ist es nicht so, dass das UWG hauptsächlich für Wettbewerb gilt? Man also für Mitbewerber sein müsste? Ach, wir werden sehen.

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Von: Daniel • Tags:

Sick Sad World: Papst gegen Homosexualität

Sick Sad World

Ach Mann, es fällt einem so richtig schwer Katholizismus zu tolerieren.
Als der Papst vor dem Bundestag sprach – natürlich als Staatsoberhaupt – hab ich noch gedacht, dass man das verstehen könne. Irgendwie eben. Weil Dialog per se nichts Schlechtes ist. Zuhören auch nicht. Man sollte sich alles anhören und nicht vorverurteilen. Und so schrieb ich damals:

“Schließlich wäre ein Zuhören und die dadurch ermöglichte gemeinsame Kommunikation ein Dialog. Ich mag Dialoge. Die dürfen ruppig sein, man darf sich auch mal anschreien. Aber ich mag das lieber als vorab zu sagen: ‘Der ist doch eh ein Wichser.’”

Aber es sind halt eben Dinge wie diese, die einen übel aufstoßen lassen.

Und nun schon wieder. Vor 160 Diplomaten im Vatikan sagte Ratzinger, dass die Homoehe “die Würde des Menschen und die Zukunft der Menschheit selbst” bedrohe. WTF?!

Zugleich verurteilte er “gesetzgeberische Maßnahmen, die Abtreibungen nicht nur erlauben, sondern diese auch aus zweckgebundenen Motiven oder zweifelhaften medizinischen Gründen bevorzugen”.

Neu ist das alles nicht. Bereits in seinem Buch “Licht der Welt”, erklärte er, dass gleichgeschlechtliche Zuneigung eine göttliche Prüfung wären und moralisch nicht richtig.

“Sie [die Homosexualität] bleibt etwas, das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat”.

Ob dieser den Katholizismus wollte blieb leider unbeantwortet. Gott ließ diese Anfrage vom kotzenden Einhorn bisher unbeantwortet.

(via queer)

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Sick Sad World: Zwangs-Umerziehung für Punks in Indonesien

Sick Sad World

Mit 14 Jahren war ich kurz mal Punk. so mit allem drum und drann. Ich hatte grünes Haar und karierte Hosen und lustige T-Shirts. Zum Beispiel eines mit Helmut Kohl drauf wo drüber stand: “Lernt sprechen wie der Bundeskanzler”. Auch hatte ich schnell einen Punkernamen. Woher “Göbel” kommt, könnt Ihr Euch ja irgendwie denken… es hat allerdings nichts mit Einhörnern zu tun.

Als dann rauskam, dass ich heimlich Queen hörte war ich unten durch. Und mir war die ganze Sache dann sowieso zu engstirnig. Aber die grünen Haare behielt ich noch lange und hab mir eine eigene Attitüde draufgeschafft, so dass ich stets und immer behaupten würde, dass ich noch Punk bin. Und die es eben niemals waren. Letzlich bin ich aber keiner mehr, ist aber auch scheißegal.

Und auch Mitte der 90er war es in Deutschland scheißegal Punk zu sein. Klar, der Look konnte noch ein wenig shocken, aber sonst?! Anders sieht es da noch heutzutage in Indonesien aus.

In der Provinz Aceh gilt die Scharia, dort sind nicht nur Alkoholkonsum, Homosexualität und Ehebruch verpönt sondern eben auch Punks an sich. Bei einem Benefizkonzert für Waisenkinder wurden letzte Woche Samstag 65 Punks festgenommen und “umerzogen”.

Punks in Indonesien: Unter Zwang wurden die Haare kurzgeschoren.

Man rasierte ihnen die Iros ab, und nahm ihnen Piercings und Klammotten. Iskandar Hasan, Polizeichef der Provinz, sagte am Mittwoch, dass er jedem der Festgenommenen eine Zahnbürste gab und befahl ihnen diese zu benutzen.

Daraufhin wurden sie zu 10 Tagen Umerziehung verpflichtet. Boot Camp kombiniert mit Koran Stunden.

“We’re not violating human rights. We’re just trying to put them back on the right moral path.”

So der Polizeichef. Das sehen die Punks und ausländischen Medien selbstverständlich anders. Den Machtinhabern in der Region imponiert das wenig. Sie werden weiter gegen Selbstverwirklichung vorgehen. So war die Festnahme nur einer der bisherigen Höhepunkte in Aceh. Illiza Sa’aduddin Djamal, stellvertretende Bürgermeisterin, kündigt an weiterzumachen bis alle Punks gefangen sind. Punk sei eine Krankheit und gegen die Sharia. Traurige kranke Welt.

(via metal hammer)

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Sick Sad World: Unterdrückung Homosexueller in der Welt

Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Liebe ist immer noch ein Problem. Der große Schocker ist bestimmt diese Infografik über Afrika. Gefängnis und sogar Tod dafür, dass Du den liebst, den Du eben liebst.

Gay and Lesbians in Africa

Aber man muss gar nicht so weit wandern. Auch in Europa gibt es noch ordentlich optimierungsbedarf:

Gleichgeschlechtliche Ehe in Europa
Grafik von Silje L. Bakke unter CC-Lizenz 3.0

(via buzzfeed)

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Sick Sad World: Wenn Frauen Auto fahren gibt es mehr Homosexualität und Prostitution

Sick Sad World

Über die saudischen Frauen, die nicht Auto fahren dürfen, habe ich oft berichtet. Ein wirklich schlimmes Thema. Frauen werden fürs Autofahren verhaften und sogar ausgepeitscht. WTF?!

Für den harten Umgang wurde jetzt ein Alibi gefunden. Kamal Subhi, ehemaliger Professor an der King Fahd University in Dhahran legte dem gesetzgebenden Shura-Rat eine Studie die an Absurdität nicht zu übertreffen ist. So verlieren Frauen nämlich beim Autofahren ihre Jungfräulichkeit. Auch würde eine Aufhebung des Fahrverbots “einen Anstieg von Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten provozieren”. Das ist doch hinverfickte Scheiße und es findet sich bestimmt in der Sharia eine Stelle wo man für hirnverfickte Scheiße mindestens seinen Privilegienpimmel abgeschlagen bekommt. Traurige kranke Welt!

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Sick Sad World: Rechter Terror

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“Was ist rechter Terror?”, eine Frage die man sich zur Zeit immer wieder stellt. Für Johannes Bräuchle, gemeindeloser evangelischer Pfarrer und CDU Mitglied ist das ganz einfach. Wenn man, wie die S21-Gegner mit Trillerpfeifen gegen das Projekt lärmt, so ist das “was übles, das ist Terror, das kennen wir aus der SA-Zeit”.

Wenn aber über Jahre hinweg ein rechtsradikales Trio mit Verbindungen zu Gruppierungen wie dem NSU, dem Nationalsozialistischen Untergrund, und dem rechtsextremen Thüringer Heimatschutz mordend und bankraubend durch Deutschland zieht, nennt man das lediglich “Döner-Morde”.

Ich weiß, wie so oft in meinen Rants, ist das schrecklich polemisch. Doch Emotionslosigkeit fällt mir an dieser Stelle schwer. So zeigen beide Benennungen doch vor allem eines: Wie leicht und gleichzeitig schwer sich in Deutschland getan wird rechten Extremismus beim Namen zu nennen. Angst vor Godwin’s Law? Leute, das trifft nicht zu, wenn man Leute nach ihren Taten benennt!

Zudem zeigt die rechte Terrorzelle wiedermal wie lasch mit rechtem Extremismus umgegangen wird. Ein Thema das bei Sick Sad World leider mit einiger Regelmäßigkeit stattfindet.

Das oft befremdende Vorgehen von Regierung und Verfassungsschutz bietet unglücklicherweise Nährboden für Verschwörungsspinnereien. Betrachtet man allerdings die neueren Erkenntnisse zum Oktoberfest-Attentat 1980, bei dem Spuren in die Neonazi-Szene nicht nachgegangen wurde, muss sich niemand über das heftige Misstrauen wundern.

Antifschismus wird vom Staat immer wieder behindert, so zuletzt durch Ministerin Schröder und ihre Extremismusklausel. Was aber vielmehr erschreckt ist die offenkundige Ahnungslosigkeit mit der verantwortliche Vertreter vor die Medien treten.

“Der Thüringer Verfassungsschutz hatte 24 Aktenordner, aber keine Ahnung”, so der Vorsitzende des für die Kontrolle der Geheimdienste zuständigen Bundestagsgremiums, Thomas Oppermann.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach nennt das Untertauchen der drei Verdächtigen lediglich “erstaunlich”.

Die Frage ist nun, was der Verfassungsschutz tatsächlich wusste und wie er seiner Aufgabe nachging. Bisherige Erkenntnisse sorgen bis dahin weiterhin für Kopfschütteln. Schließlich war Tino Brandt, Kopf des Thüringer Heimatschutzes, dem die Terroristen angehörten, Spitzel des Thüringer Verfassungsschutzes. Und auch bei der Erschießung des Internetcafébetreibers Halit Y. war der Verfassungsschutz vor Ort.

Ich nehme Wetten an. Werden hier berechtigterweise Köpfe rollen, oder kommt bald das Zurückrudern mit einer Einzeltätertheorie a la 1980?!

Um als Terrorist zu gelten, müssen Rechte 13 Jahre bomben und morden, Linke ein Auto demolieren und Muslime eine Casio-Uhr tragen.

Traurige kranke Welt.

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Von: Daniel • Tags:

Sick Sad World: Hans-Peter Uhl und der Staatstrojaner #0zapftis

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Oh Boy, diese Rede ist der Wahnsinn. DIE IST ECHT! Ganz im Ernst. Ist Klatschen eigentlich Fraktionszwang? So richtig motiviert sehen die nämlich nicht aus. Und Hans-Peter Uhl wagt sogar Prohezeihungen wie es sich für Christen eben gehört. So erklärt er nämlich wie man rechtswidrige Tools, rechtssicher einsetzt (sic!). Das gibt er wirklich zu! Und die Wahrheit sagt er dann aber auch: Unser Land “wird regiert von Sicherheitsbeamten.” Nur das mit dem Recht und Gesetz verpflichtet stimmt ja offensichtlich nicht so ganz.

Schön ist auch, wenn man die 40 Millionen auf die 20.000 Betrogenen umrechnet. Jeder hat sich also für im Schnitt 2000 Euro bescheißen lassen. Wow!

Süß ist ja auch, dass man bis hierhin riecht wie voll Uhl die Hosen hat – Warum sonst muss er eine Partei bashen, die nichtmal im Bundestag sitzt?!

Übrigens. Am Rande. Also nur um mal die Netz-Expertise dieser Sicherheitsbeamten zu dokumentieren. Wisst Ihr was Hausdurchsuchungen rechtfertigt? “Gefälschte E-Mailadressen”. Sweet!

Update 20.10. – 13:50:
Anonymous haben sich bei Uhl revanchiert und seine Seite gehackt:
Uhl Website Anonymous

Übrigens, das Protokoll auf der Seite des Bundestages entschärft einige Stellen, die besonders mir an der Rede übel aufstießen. Mehr dazu bei Netzpolitik.

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Sick Sad World: Saudi-Arabien – Frau wird fürs Autofahren ausgepeitscht

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Ich habe hier ja bereits über Manal al-Sharif berichtet, die wegen Autofahrens in Saudi-Arabien verhaftet wurde. Natürlich ist das Recht Auto fahren zu dürfen ein Platzhalter und mittlerweile tut sich auch was bezüglich der Frauenrechte in Saudi-Arabien. So sollen Frauen auf kommunaler Ebene das aktive und passive Wahlrecht erhalten . Hey, nur 95 Jahre nachdem Finnland als erstes europäisches Land das Frauenwahlrecht erhielt. Was übrigens eine Farce ist, da das Parlament eh vom König bestimmt wird.

Und gerade in Betracht dieser minimalen Verbesserungen schockt die Nachricht um so mehr, dass Schaima Ghassaniya zu zehn Peitschenhieben verurteilt wurde, weil sie eben Auto gefahren ist. Das Verbot im Königreich stützt sich auf Edikte konservativer Religionsgelehrter, ist aber kein offizielles Gesetz. Zwei weitere Frauen warten derzeit noch auf ihr Urteil. Mehr dazu bei SpOn.

Der arabische Frühling ist auf Saudien nicht übergesprungen, aber die Frauen rebellieren dennoch. Denn es reicht tatsächlich sich in ein Auto zu setzen um die bestehenden Verhältnisse anzuprangern. Und es gibt noch viel zu tun und viele Verbote, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse in diesem Land machen: Reiseverbot ohne Genehmigung eines männlichen Vormunds, Auspeitschung für Ehebruch, Strafen bei Übertretung der rigorosen Kleidervorschriften, Zwang zum Tragen des Gesichtsschleiers und die Geschlechtertrennung in allen Lebensbereichen. Denn in Saudi-Arabien ist die Scharia in der Verfassung verankert.

Da muss man natürlich sehr schlucken, wenn man bedenkt, dass Ägypten und Libyen nach den Regierungsstürzen ebenfalls einen Staat wollen, der den Islam zur Staatsreligion erklärt und die Scharia als Hauptquelle der Gesetzesgebung anführt. Vielleicht ist es westliche Arroganz, aber können wir das jetzt Verschlimmbesser-Revolutionen nennen?

Andererseits sehen das Islamwissenschaftler wie z.B. Mathias Rohe differenzierter und weisen darauf hin, dass es gerade für arabische Staaten wichtig ist sich vom Westen abzugrenzen und ein Rechtsstaat mit bürgerlichen Freiheiten durchaus mit der Scharia vereinbar ist. Ich zweifel daran, schließlich urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (ECHR) in mehreren Verfahren, dass die Scharia “inkompatibel mit den fundamentalen Prinzipien in der Demokratie” sei.

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Sick Sad World: Papst segnete Anti-Homo Demo

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Ich habe mich letztens noch gefragt, ob ich meinen Idealen entsprechend der Papstrede im Bundestag beiwohnen würde. Schließlich wäre ein Zuhören und die dadurch ermöglichte gemeinsame Kommunikation ein Dialog. Ich mag Dialoge. Die dürfen ruppig sein, man darf sich auch mal anschreien. Aber ich mag das lieber als vorab zu sagen: “Der ist doch eh ein Wichser.”

Und auch wenn dies keine News hier ist, macht es mir klar, wie wichtig es ist Ratzinger zu zeigen, dass man mit seiner “Politik” nicht einverstanden ist.

Im Januar dieses Jahres gingen zehntausende katholische Demonstranten zum vierten mal gegen die Homo-Ehe auf die Straße. Die Demonstration stand unter dem Motto “Die christliche Familie, Hoffnung für Europa”. Und der Papst? Der steht bei seinen Schafen. Er ließ sich über Videoleinwand zuschalten und lobte den Einsatz und gab der Demonstration seinen Segen.

Man muss sich seiner Position dabei bewusst werden. Schließlich ist laut Forbes Ratzinger einer der fünf mächtigsten Männer der Welt. Und eben dieser bereitet den Weg für Intoleranz und Homophobie. Traurige kranke Welt.

(via queer)

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Von: Daniel • Tags:

Sick Sad World: Das Titelblatt der jungen Welt

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Wenn man 43 Jahre Zentralorgan der FDJ war, kann man auch mal nostalgisch werden. Normalerweise rege ich mich hier ja meist eher über Konservative oder Rechte auf. Aber das Cover der heutigen Jungen Welt ist nur mit einem Wort zu umschreiben: Widerlich!

Das Titelblatt der Jungen Welt vom 13.08.2011

Heute vor 50 Jahren wurde der “antifaschistische Schutzwall” erbaut und kostete bis zum 9. November 1989 zwischen 136 und 245 Menschen das Leben. Das Titelblatt stellt keine berechtigten Fragen, auch wenn durchaus ernstzunehmende Kritik geäußert wird, sondern ist vor allem an einem solchen Tag ein Schlag in die Fresse!

Eine Glorifizierung einer menschenverachtenden Diktatur durch Banalitäten wie Cola, FKK und Popliteratur ist einfach nur eklig. Traurige kranke Welt, traurige kranke Junge Welt.

Update 15.08.:
Was für ne unsinnige Diskussion. Vor allem habe ich das Gefühl ein Teil der Kommentatoren können nicht lesen. Meine Fresse… Whatever. Mittlerweile stellen sich auch Teile der Linken quer und ruft zum Boykott der Jungen Welt auf.

Interessant auch was SpOn zum Titel sagt. Hat die Redaktion der “Titanic” die “Junge Welt” übernommen? Eine Anspielung auf die Partei?

Und politplatschquatsch deckt einen Fehler auf: Denn Club Cola wurde erst 1967 eingeführt und hat somit keine 28 Jahre Mauer miterlebt.

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Von: Daniel • Tags: