Politisches Gärtnern

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Alles grau und trist, da kann man natürlich zur Sprühdose greifen. Oder auch zu ein paar Pflanzensamen. Das nennt man dann Guerilla-Gardening und hat viel mehr Sinn als die bloße Verschönerung der eigenen Umwelt und Begrünung der Städte. Natürlich hat das illegale Anpflanzen eine politische Dimension und demonstriert zu allererst zivilen Ungehorsam.

Gleichzeitig kann man aber mit dem Pflanzen an sich protestieren. Blumen in Formen anordnen, Samenbomben auf Felder mit genmanipulierten Pflanzen werfen oder Dornenbusche auf Goldplätzen seien da erwähnt.

Begonnen hat das ganze wahrscheinlich in den 70er Jahren. 1973 wurden die New Yorker Green Guerillas um Liz Christy erstmals aktiv und annektierten ein heruntergekommenes Privatgrundstück welches sie bepflanzten. Mit Erfolg: Mittlerweile wird die Grünfläche als Park von der Stadt geschützt.

Am 1. Mai 2000 bewaffneten sich Globalisierungskritiker, Anarchisten und Umweltaktivisten mit Spaten, Schippen und Muttererde um auf einer Rasenfläche direkt auf dem Parliament Square einen temporären Garten anzulegen. Organisiert wurde die Aktion von „Reclaim The Streets“ deren Ziel es ist öffentliche Plätze für die Gemeinschaft zu erobern. Einzig allein ein britischer Ex-Soldat, der einer Winston Churchill Statue einen Iro aus Rollrasen verpasste, musste eine Geldstrafe wegen Vandalismus bezahlen.

Durch die öffentliche Berichterstattung wurde das Prinzip des Guerilla Gardening nun bekannter und verbreitete sich.

Eine andere Form der politischen Gärtnerei sind Gemeinschaftsgärten bzw. das Community Gardening. Ella von der Haide widmete dem Thema bereits drei Dokumentarfilme (I, II, III) in denen sie Gemeinschäfstgärten aus aller Welt vorstellt. Nicht nur für sie, sondern für die Gärtner selbst, steht hierbei auch ein politisches Anliegen im Vordergrund. So wählte sie nicht umsonst den Titel „Eine andere Welt ist pflanzbar“.
Es geht eben nicht nur ums Gärtnern, „sondern darum, in alternativen Projekten weltweit jenseits des globalen Neoliberalismus selbständig und kollektiv die Umwelt und die Gesellschaft zu gestalten.“

Weiterführende Links:
Bilder von der Reclaim The Streets Aktion am 1. Mai 2000 in London
Community Gardening [Wikipedia]
Grüne Welle
The Guerilla Gardening Homepage
Pothole Gardens von Pete Dungey

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K♥tzbröckchen: 03.04. – 09.04.

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K♥tzbröckchen: Geile Links der Woche die bunt sind und sonst untergehen würden. Geordnet nach den Farben des Regenbogens:

Rot – Schinken Omi:

Das neue Fanzine von Linus Volkmann (Komm Küssen, Intro) und Felix Scharlau (Intro). Wirklich sehr sehr geil geworden. Für 5 Euro ordern:
www.facebook.com/schinkenomi

Orange – Wie man mit einem Plattenspieler spooky Soundscapes macht:

Ehm, siehe Titel. Video gibt es hier beim Kraftfuttermischwerk.

Gelb – Will It Blend? iPad:

Grün – Portishead Radio 1 Essential Mix:

Ich liebe Portishead. ♥ Jajajaja! Und hier ein DJ-Mix von 1995.

Blau – Twin Peaks wird 20:

Die Eulen sind nicht was sie scheinen. Still Wrapped In Plastic: ‚Twin Peaks‘ Turns 20

Violett – Jahrgangsgeräusche:

Und in eigener Sache. Not Available mit „Chrome Dreams“ von Neil Young (1977).

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TV-Werbung: 30 Sekunden Hölle

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Wenn Fernsehen ist die Hölle ist, dann ist Werbung der vierte Kreis der Hölle oder doch eher der achte? Auf jeden Fall sitzt im neunten Kreis ein uneheliches Kind von Cherno Jobatey und Sonja Zietlow und moderiert in aller Selbstverliebtheit eine Reality-Casting-Clipshow der schönsten Verbrechen der Menschheit oder vielleicht doch eher die Top 10 der Diktatoren?

Letzteres entspringt meiner Fantasie, aber dass Werbung die Hölle ist beweist der Blog 30 Seconds Of Hell eindrücklich.

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Wikileaks veröffentlicht Video eines Kollateralschadens des US-Militärs

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„Kollateralschaden bezeichnet in der räumlichen Umgebung eines Ziels entstehende Schäden aller Art durch ungenauen oder überdimensionierten Waffeneinsatz bei nicht-zivilen Aktionen.“

Wikileaks haben nun ein Video veröffentlicht auf dem unbewaffnete Zivilisten, darunter der Reuters Fotograf Namir Noor-Eldeen und sein Fahrer Saeed Chmagh, getötet werden.

Das Video ist ziemlich harter Tobak und leider ist das erste was mir dazu einfällt die beiden Jäger aus South Park Ned und Jimbo, die Tiere mit dem Satz „Es kommt direkt auf uns zu!“ erschießen, da sie Tiere nur erschießen dürfen, wenn sie eine Gefahr darstellen. Hier ist es „Er hat eine Waffe.“ Wirklich widerlich sind dann aber die Dialoge, während die Erschossenen angesehen werden. „Nice, Nice, Good Shootin'“.

Julian Assange, einer der Mitgründer von Wikileaks, zu dem Video und seiner Veröffentlichung im Interview:

Doch man muss ja nicht nur aufs US-Militär mit den Fingern zeigen. Bekanntlich herrscht in Afghanistan „umgangssprachlich Krieg“ (Guttenberg) und während eines Einsatzes am Karfreitag sind nicht nur drei deutsche Soldaten umgekommen, sondern durch „friendly fire“ fünf afghanische Sicherheitskräfte.

Gleichzeitig beschweren sich Soldaten der betroffenen Einheit 373 über eine unzureichende Ausbildung.

Mehr Infos:
Fefe zum Wikileaks Video und der amerikanischen Presse.
Wikileaks: More background material on Iraq massacre leak [via BoingBoing]
Wikileaks: Die Medien haben versagt [via Netzwertig]
Nato-Eingeständnis in Afghanistan – US-Soldaten erschießen versehentlich schwangere Frauen [Spiegel Online]

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The Muppet Wicker Man

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OMFG, Paul O’Connell von Sound Of Drowning hat The Wicker Man (den ich mir übrigens gerade ansah, natürlich den von 1973) und die Muppets in einen Mixer geworfen und aus der breiigen Masse einen genialen Comic gemacht.
Kermit als Seargent Howie, Miss Piggy als Willow und Gonzo als Lord Summerisle. Besser geht’s nicht! Totale Awesomeness! Epic!!!!11111

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