Afghanistan

Musik statt Todesangst – Stoppt die Abschiebung von Farhad Sidiqi

Farhad SidiqiFarhad Sidiqi ist ein bekannter Künstler aus Kabul. Seine Musik ist bunt, schön und beliebt bei den Menschen in seinem Heimatland Afghanistan. Und Zack: Hier bekommt die schöne Geschichte auch schon eins auf die Fresse.

Denn die wiedererstarkten Taliban sind nicht ganz so begeistert von Farhad und seiner Musik und seinem kulturellen Wirken und… Und als letztes Jahr ein einflussreicher Warlord 2011 eine Morddrohung gegen Farhad aussprach, floh der 30-Jährige nach Augsburg.

Über das interkulturelle Musikprojekt “Heimatklänge” der Hochschule Augsburg landete der Künstler im “Grandhotel Cosmopolis” in Augsburg. Deren Konzept: Einen Ort schaffen, der Asylbewerberunterkunft mit Kreativzentrum verbindet. Ganz nach dem Motto “Flüchtest Du noch – oder lebst Du schon?”
Bevor die Macher den Betrieb mit Flüchtigen allerdings so richtig aufgenommen haben, soll der erste schon wieder abgeschoben werden: Farhad Sidiqi.
Ok, das ist ein Augsburg-Ding, denkt ihr vielleicht. Ist es prinzipiell auch. Allerdings sind wir ja sowas von verschlafen in unserem beschaulichen Fuggerstädtchen, da sind schon alle “weggekarrt” bis wir mal aufwachen.

Damit das nicht passiert, gibt es eine Online-Petition. Gute Sache, geht schnell und tut keinem weh. Sollte man meinen. Aber nur knapp 3.000 Stimmen in 7 Tagen – da geht noch mehr!

Deshalb: Spread the Words, schenk Farhad Deine Stimme und teile die Petition auf Facebook & Co (Da biste doch sowieso den ganzen Tag unterwegs)!

Hier kannst Du nur noch heute (!!!) mitzeichnen!

Von: Flora • Tags:

11. September

Tote am 11. September 2001:

2.982

Im Herbst 2001 startete dann die US-Intervention um die Taliban Regierung zu stürzen und al-Quaida zu berkämpfen, die man für die Verantwortlichen hinter dem 11. September hält.

Tote Soldaten im Afghanistan-Krieg:

2.071 (USA + Verbündete. Quelle)

Zivile Verluste:

Hier gehen Schätzungen weit auseinander, offizielle Zahlen gibt es nicht. Bereits 2003 veröffentlichte Marc Herold, Ph.D. Zahlen die von ca. 3.500 Toten durch Bombadierungen ausgingen. Im Juli 2008 zählte die Tagesschau 1.000 zivile Opfer durch Bombadierungen und Anschläge. Wenn wir einen Mittelwert nehmen von 2.250 Toten im Jahr (was ich für unterschätzt halte) kommen wir auf ca. 20.250 zivile Opfer. Andere Schätzungen gehen von bis zu 49.600 toten Zivilisten aus.

Insgesamt forderte der Afghanistankrieg also vermutlich:

22.321 Tote

Es ist traurig, wenn Menschenleben nur noch zu Zahlen werden, weil man sich dadurch erst der Relationen bewusst werden kann. Und um richtig sarkastisch zu werden noch die Kosten, die entstanden um diesen Menschen ihr Leben zu nehmen:


Ich würde mich nicht als Pazifist bezeichnen und möchte mit diesem Post erreichen, dass man bitte nicht nur an die 2.982 Opfer des 11. Septembers selbst denkt, sondern auch an die vielen weiteren die folgten und in was für einer traurigen kranken Welt wir eigentlich leben.

Update: Im Belfast Telegraph gibt es einen Kommentar von Robert Fisk, der meine Meinung zu dem Thema gut umschreibt.

Von: Daniel • Tags:

Wikileaks veröffentlicht Video eines Kollateralschadens des US-Militärs

“Kollateralschaden bezeichnet in der räumlichen Umgebung eines Ziels entstehende Schäden aller Art durch ungenauen oder überdimensionierten Waffeneinsatz bei nicht-zivilen Aktionen.”

Wikileaks haben nun ein Video veröffentlicht auf dem unbewaffnete Zivilisten, darunter der Reuters Fotograf Namir Noor-Eldeen und sein Fahrer Saeed Chmagh, getötet werden.

Das Video ist ziemlich harter Tobak und leider ist das erste was mir dazu einfällt die beiden Jäger aus South Park Ned und Jimbo, die Tiere mit dem Satz “Es kommt direkt auf uns zu!” erschießen, da sie Tiere nur erschießen dürfen, wenn sie eine Gefahr darstellen. Hier ist es “Er hat eine Waffe.” Wirklich widerlich sind dann aber die Dialoge, während die Erschossenen angesehen werden. “Nice, Nice, Good Shootin’”.

Julian Assange, einer der Mitgründer von Wikileaks, zu dem Video und seiner Veröffentlichung im Interview:

Doch man muss ja nicht nur aufs US-Militär mit den Fingern zeigen. Bekanntlich herrscht in Afghanistan “umgangssprachlich Krieg” (Guttenberg) und während eines Einsatzes am Karfreitag sind nicht nur drei deutsche Soldaten umgekommen, sondern durch “friendly fire” fünf afghanische Sicherheitskräfte.

Gleichzeitig beschweren sich Soldaten der betroffenen Einheit 373 über eine unzureichende Ausbildung.

Mehr Infos:
Fefe zum Wikileaks Video und der amerikanischen Presse.
Wikileaks: More background material on Iraq massacre leak [via BoingBoing]
Wikileaks: Die Medien haben versagt [via Netzwertig]
Nato-Eingeständnis in Afghanistan – US-Soldaten erschießen versehentlich schwangere Frauen [Spiegel Online]

Von: Daniel • Tags: