Facebook

Kotzbröckchen mit Facebook und dem Zensurbegriff, der Wehrmacht, Steubenville und Rechter Gewalt

Tippendes Einhorn?!Heute sind die Links mit einigen ernsten Themen versehen. Den Anfang macht Facebook und der Zensurbegriff, den auch ich in der Debatte um Domians verschwundene Posts viel zu leichtfertig einsetzte.

Facebook und der Zensurbegriff

Da würde ich doch glatt sagen, dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde. Belehrte ich doch oft Kommentatoren hier, dass es keine Zensur sein, wenn ich ihre Sachen nicht freischalte. Und dann? Dann laber ich selbst leichtfertig von Zensur. Gut, mir ging es in der Debatte nicht so sehr um das was mit den Posts passierte, sondern um die Nachteile von geschlossenen Netzwerken im Allgemeinen, aber dennoch fail.

Antje Schrupp hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben. Darin heißt es:

“Natürlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen meinem Blog und Facebook, der aber vor allem ein quantitativer ist: Facebook ist als Plattform sehr viel relevanter. Aber genausowenig wie ich hat Facebook irgendeine Möglichkeit, Menschen in Deutschland daran zu hindern, ihre Meinung öffentlich zu äußern.”

Dennoch finde ich es wichtig nochmal zu betonen, dass vor allem Usergenerierter Content bei Facebook eine Rolle spielt. Das ist in Blogs oder Magazinen eher zweitrangig. Auch Metronaut widmen sich dem Thema und fordern, dass wir in Zukunft zwischen staatlicher und nicht-staatlicher Zensur unterscheiden sollten. Ein schwieriges Thema.

Unsere Mütter, unsere Väter – Wir armen Täter

Enorm lesenswerer Kommentar beim Kölner Stadtanzeiger anlässlich des ZDF-Dreiteilers “Unsere Mütter, unsere Väter”. Einfach lesen. Wenn Du noch nicht überzeugt bist:

“Der Holocaust und der Vernichtungskrieg der Deutschen in Osteuropa waren geplante und vorab festgelegte Kriegsziele. Da rutschte nicht irgendwann jemandem mitten im Kriegsgetümmel die Hand aus. Während deutsche Polizisten und Soldaten Kriegsgefangene erschossen oder zwangen, sich zu Tode zu schuften, taten britische Soldaten dies eben nicht. Während deutsche Offiziere den Befehl ausgaben, Zivilisten einfach zu erschießen und ukrainische Hilfspolizisten mit Feuereifer Juden aufspürten, gaben amerikanische Offiziere solche Befehle eben nicht – und die Dänen lieferten ihre Juden eben nicht aus. Warum war das so?”

Rechte Gewalt

Mindestens 152 Menschen starben seit 1990 durch rechte Gewalt, doch der Staat zählt weniger Tote. Die Zeit beschreibt das Problem. Und wo wir bei rechter Gewalt sind, die muss ja nicht gleich immer physisch sein. In der Bezirksliga wurde der Hamborner Torwart Onukogu rassistisch beleidigt. Wie diese u.a. vom Verband toleriert wird kannst Du hier erfahren.

Steubenville

Ein unfassbarer Vorfall in den USA. Zwei jugendliche Footballspieler werden wegen einer Vergewaltigung zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die amerikanische Presse ergreift Partei. Für wen? Für die Täter, die doch so eine hoffnungvolle Zukunft vor sich hatten. WTF?!
So oder so ähnlich finden täglich und weltweit Vergewaltigungen statt, Maike schreibt bei Kleinerdrrei darüber. Auch Charlott berichtet bei der Mädchenmannschaft über den Vorfall und die mediale Aufarbeitung. Lucie, die auch bei Kleinerdrei schreibt, bringt es knapp auf den Punkt:

Und für alle die sich immernoch fragen was Rape Culture sei, geht es hier entlang.

Von: Daniel • Tags:

Facebook und die Zensur – Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg!

Facebook Fail

Einige dürften es mitbekommen haben. Auch ich hatte die Geschichte von Domian auf Facebook geteilt. Der WDR-Talker veröffentlichte auf seiner Facebookseite oftmals Texte. Religionskritische Texte, Texte für die Homo-Ehe und zuletzt einen laut eigener Aussage recht wohlwollenden Text über den Papst. Domian dazu:

“Offensichtlich aber haben fanatische Kirchenanhänger bei Facebook so viel Wind gemacht, dass man dort eingeknickt ist. Das finde ich ausgesprochen erschreckend. Übrigens sind auch meine Posts zur Homo-Ehe verschwunden. Aber wen wundert das nun noch?

Mein Text zum neuen Papst endete (nach ein paar kritischen Fragestellungen) mit den Sätzen:
‘Manche Menschen wachsen mit und in ihrem Amt. Und so werden wir uns vielleicht noch über Franziskus wundern. Hoffen wir es! Geben wir ihm eine Chance! In einem halben, spätestens einem Jahr wissen wir mehr.’

So etwas darf man nicht mehr schreiben? Hier schon übt Facebook Zensur aus? Mir wird angst und bange bei der Vorstellung, in unserem Land würden politische Kräfte erstarken, die die Demokratie bedrohen. Eine vermeintlich demokratische Plattform wie Facebook würde wohl sofort des neuen Herrn Diener sein.”

Nun ließe sich leicht argumentieren, dass Facebook ihre Nutzungsbedingungen so gestalten dürfen wie sie wollen. Ich selbst lasse hier auch vieles in den Kommentaren nicht zu. Vieles was Du bei Spiegel z.B. zu Hauf lesen kannst. Auf trolliges Mackertum habe ich keinen Bock. Selten dient es der Diskussion. Nur ist Facebook eben kein Blog, sondern eine soziale Plattform. Dies ist der große Unterschied und dennoch ein Problem mit dem sich viele rumschlagen. Ich erinnere nur an die Reddit-Debatte die William Shatner kürzlich auslöste. Was muss Meinungsfreiheit alles ertragen können?

Auch könntest Du Domian besserwisserisch raten doch ein eigenes Blog aufzumachen, fernab jeglicher fremder Einflüsse. Doch wir wissen alle, dass Du auf Facebook die größte Reichweite hast, die meisten Menschen erreichst. Daher geben wir der Plattform gerne die Hand. Um gelesen, gesehen und gehört zu werden.

Und natürlich weil Menschen der Masse folgen. Dort fühlen sie sich wohl. Unter anderem, wo sie mit ihren Freunden sich austauschen können. Diskutieren können. Und das führt zu Problemen. So wie es René beschreibt:

“Im Normalfall ist das relativ bequem, aber es führt dazu, dass Facebook und Twitter die Verfügungsgewalt über eben diese Konversation erhalten. Und das wird zum Problem, wenn hier ein Konzern agiert, der seine Plattform mit puritanisch-amerikanischen Disney-Verstellungen sauber halten will.”

Und die Eingriffe werden vielen zu viel. Eine Chance für Dienste wie App.net. Auch Diaspora war eine gute Idee und scheiterte leider dennoch. Dabei brauchen wir genau das! Insbesondere Heavy User sind wieder bereit zu zahlen statt selbst weiterhin die Ware zu sein, statt Einschränkungen hinzunehmen. Doch bisher gilt das leider nur für einige wenige. Dabei zeigen im Software-Bereich viele Open Source Produkte, dass es auch anders geht.

Überrascht sollte keiner sein. Politische Zensur hat Inhaltiche Eingriffe haben bei Facebook eine lange Geschichte wie René auf Nerdcore beschreibt. Gut, dass dies wieder Thema ist. Wir brauchen vielleicht nicht diese Debatte. Aber wir brauchen ein erstarkendes freies Netz. Keinen nativen Scheiß, keine geschlossenen Räume! Dieses Jahr sollten wir lernen, dass “Do no evil”-Versprechen leere Worthülsen waren. Da sind auch Entschuldigungen hinfällig. Es zeigt schlicht was möglich ist und nicht möglich sein sollte.

Mehr zu Domian und die Eingriffe von Facebook

- Zensur bei Facebook? WDR-Talker Domian ist sauer
- Jürgen Domian wirft Facebook Zensur vor
- Ärger mit sozialem Netzwerk Domian erhebt Zensurvorwürfe gegen Facebook bei der Süddeutschen
- Die offzielle Entschuldigung von Facebook

In diesem Zusammenhang auch wichtig:
- Das Netz zurück erobern von Johnny Haeusler
- Meine Ableitung aus Johnnys Artikel, an der ich leider immernoch arbeite (Kaum Zeit)
- A Short History of Facebook Privacy Failure

Von: Daniel • Tags:

Wenn Social Media das Leben imitiert

Facebook - Wie geht es Dir?

Ach danke Facebook. Jetzt haben wir nicht nur Leute die einem fragen wie es Dir geht und keine (ehrliche) Antwort erwarten, sondern auch noch Webseiten. Sogar noch besser, es wäre egal was ich da reinschreibe. Wenn doch wenigstens ein Eliza-Clone mit mir interagieren würde. Ein “Warum nicht?” fände ich das Mindeste. Ja okay, meine sogenannten 600 Freunde würden vielleicht was schreiben, aber die haben ja gar nicht gefragt.

Von: Daniel • Tags:

Kotzbröckchen vom 16.01.2013 mit Facebook, den Piraten, Abgeordnetenwatch und einem Pferdeschwanz

Tippendes Einhorn?!

Facebook wird zur Suchmaschine

Seit dem ersten Hype um Open Graph vor einigen Jahren war ich mir sicher, dass sich Facebook zur Suchmaschine ausbauen will. Nun ist es endlich so weit. Aber ist das gut?! Angebote wie google und Facebook sammeln immer mehr Daten mit nur einem Ziel: Den Nutzer in ihrem eigenen Angebot zu halten.
Eine Presseschau zu dem Thema findest Du bei Netzwertig.

Die Frauenfeindlichkeit der Piraten

Ein langes Thema. Postgender, Postfeminismus, so stilisieren sich die Piraten gerne. Wer da nicht mitmacht wird mit hanebüchenden Aussagen als Femtroll bekämpft und bezichtigt Rassismus zu begünstigen (wow!).
Anett Meiritz, die von einem Piraten als Prostituierte bezeichnet wurde, im Spiegel über ihre Erfahrungen mit der Piratenpartei. Vor einiger Zeit hab ich mal mit Julia Schramm ein Interview zu dem Thema Frauen und Piraten geführt, das kannst Du hier lesen.

Michael Fuchs mahnt Abgeordnetenwatch ab

CDU-Politiker Fuchs arbeitete für eine dubiose Firma und wurde von Abgeordnetenwatch enttarnt. Unangenehm, also das Portal gleich mal wegen Kleinigkeiten (im Vergleich zur Grundaussage des Artikels) abmahnen. Souverän!

Wie Du einen Pferdeschwanz machst

Pferdezopf mit Staubsauger

Nur so! Ronny hat das Video dazu.

Von: Daniel • Tags:

Vorsatz fürs nächste Jahr: Das Web zurückerobern & Rebrush

Einhorn Redesign

Johnny hat einen sehr lesenswerten Artikel bei Spreeblick geschrieben der mich in Teilen an die Rede von Tim Berners-Lee auf der Campus Party Europe erinnert. Wir bewegen uns mit Facebook und Co. zwar auf ein gemütliches Web zu, machen uns aber immer mehr abhängig. Mit Endgeräten von Apple werden Apps nativ und vom Endgerät eines einzigen Herstellers abhängig. Natürlich werde ich, wie Johnny auch schreibt, Facebook (und vor allem) Twitter weiter nutzen und auch mein iPhone nicht sofort wegschmeißen. Für mein Blog wird es aber mit dem Rebrush (bald, aber fragt nicht wann) zumindest eine größere Neuerung geben: Die Zwei Klick Regelung, die Ihr bestimmt von Heise oder so kennt.

Das wird wahrscheinlich größere Einbußen in den Zugriffszahlen bedeuten, aber ich hab da länger drüber nachgedacht und meine alte Einstellung a la “selbst schuld” ist einfach Bullshit. Wie gesagt, das heißt alles nicht, dass hier die sozialen Netzwerke nicht mehr genutzt werden, das heißt auch nicht, dass ich mich über Shares und Tweets nicht freue – es wird im Rebrush sogar mehr Möglichkeiten des Sharings geben.

Aber noch mehr freue ich mich über jeden Kommentar hier in diesem Blog als über einen auf Facebook z.B. – ich hab die Kommentare immer per Plugin importiert, aber das ist mittlerweile ziemlich buggy und da Dienste wie FB und Twitter sich immer mehr verschließen ist davon auszugehen, dass damit irgendwann Schluss sein dürfte. Facebook Recommends Plugins und Like Boxes werden dann hier ebenso fehlen, die Aktivitäten auf all diesen Kanälen werden dennoch so weiterlaufen wie bisher, wenn Du also keinen RSS-Feed abonnieren willst (wo bei mir dann auch mal eben Google zwischensteckt), dann kannst Du mir weiterhin auf Facebook oder Twitter folgen. Ich werde sicherlich kein astrein sauberes Blog werden, das hieße auf alle Dienste vollkommen zu verzichten und auch bei Plugins wie z.B. zum Spamschutz fünfmal genau hinzusehen. Aber ich denke, dass der Schritt mit der Zwei Klick Regelung schonmal ein Fortschritt in Sachen Datenschutz ist.

Gleichzeitig sollte Johnnys Artikel auch als Ansatz dafür gelten die Veröffentlichungen hier zu überdenken. Ich hatte früher ja wöchentlich die Kotzbröckchen als Linksammlung lesenswerter Artikel, dann unregelmäßiger und mittlerweile gar nicht. Das liegt v.a. daran, dass der Aufwand in keiner Relation zum Ergebnis stand. Da möchte ich wieder ansetzen und eine Lösung finden. Vermutlich einen täglichen Linkdump von unbestimmter Länge. Und wenn ich mal Nichts lesenswertes finde, dann kommen einen Tag eben auch keine Kotzbröckchen.

Und was den Aufwand betrifft, vielleicht schreibe ich dafür ein kleines Plugin, dass die Posts sozusagen “automatisch” zusammensetzt. Vielleicht hat ja auch eine/r meiner LeserInnen Bock das mit mir zusammen zu entwickeln und dann hier zur Verfügung zu stellen?!

Dies nur als kurze Zwischenmeldung. Der Relaunch braucht noch ein bisschen, da ich Euch wirklich was tolles liefern will, mit neuen Features und neuen Ideen. Auf jeden Fall wird es ein responsives Design geben. Die Kommentarfunktion wird etwas überarbeitet werden und es wird einen Einhorn-Kalender geben mit mir wichtigen Jahrestagen, Geburtstagen und Aktionstagen. Das kann ich mit Sicherheit versprechen.

Lest Johnnys Artikel! Und Danke auch an Nerdgirl, die sich für den Relaunch mehr Datenschutz wünschte und mich sehr zum Nachdenken brachte!

Von: Daniel • Tags:

Liebe Facebooknutzer, so ist das nämlich!

AGB Widerspruch Facebook

Tolles Statement von Schöne Texte. Wer den Kontext nicht versteht kann das hier nachlesen. Ich glaube Programmierer nennen das DAU.

Hat mal wer schlaues gesagt: Wenn ein Produkt umsonst ist und Du es nutzt, dann bist vermutlich Du das Produkt!

(via schlecky schleck schleck)

Von: Daniel • Tags:

Terms of Service; Didn`t Read – Nutzungsbedingungen näher angesehen

Wer liest schon Nutzungsbedingungen? Eben. Dabei stimmst Du da echt komischen Sachen zu. Ich hab mal nen Typ gekannt, der hatte so zwei Hörner und der gab mir einen Vertrag und ich bekam ein Einhorn. Fairer Deal dachte ich, aber seitdem… ach egal. Das wird sich alles richten.

Und wie ist das mit den großen Netzwerken und Services? Liest Du wirklich die Nutzungsbedingungen? Terms of Service; Didn’t Read fasst diese zusammen und lässt die Bedingungen bewerten. So bekommst Du kurz und verknappt einige gruselige Infos über deine Lieblingsnetzwerke. Beispiele gefällig?!

- Das Copyright auf Deinen Tweets liegt bei Twitter
- Facebook kann mit Deinen Bildern, Videos und Texten machen, was sie wollen und muss Dich nichtmal informieren
- Skype gibt keine Auskunft darüber, ob die Regierung bei Deinen Gesprächen mithört

Brave New World würde ich sagen. Habe ich aber, wie die meisten Nutzungsbedingungen, ebenfalls nicht gelesen.

Terms Of Service

(via blogrebellen / rené)

Von: Daniel • Tags:

Like-Aktivismus – Sinn und Unsinn

Wie Facebook funktioniertEs entsteht zwar keine wirkliche Debatte daraus, aber momentan findet sich in vielen Blogs diese Grafik hier links, die sich über das Verhalten von Facebooknutzern lustig macht. Ziel der Häme ist die Annahme, dass Facebooknutzer angeblich wirklich denken, dass sie mit nur einem Klick was erreichen könnten. Das lässt sich nicht nur auf das soziale Netzwerk übertragen. So gibt es unzählige Aktivismus und Kampagnenplattformen. Und manch einer vergisst zu gerne die Möglichkeit, dass Du mit einer Online-Petition beim Bundestag vielleicht mehr erreichen könntest.

Nur ist das eben nicht so einfach dort. Die Usability schrecklich und sowieso weitaus unattraktiver als bei Campact und Co.

Ein Klick ist leicht gemacht, und das Gewissen damit beruhigt, dennoch halte ich es für Quatsch sich über Klickaktivisten lustig zu machen oder sie mit Häme zu überziehen. Nehmen wir wirklich das Beispiel Facebook. Es ist erstaunlich wie wenig Leute wissen wie Ihre Timeline funktioniert. Warum sie also Inhalte angezeigt bekommen oder nicht. Ins Detail kann ich da natürlich auch nicht gehen. Aber an einem Beispiel kann man das vereinfacht zeigen.

Ich klicke also auf Like, weil ich auch finde, dass Nahrungsmittelspekulation gestoppt werden soll. Das sieht dann ein gewisser Prozentsatz meiner Freunde, die wiederum der selben Meinung sind und auf Like klicken. Da wir einen gemeinsamen Freundeskreis haben wird dieser Inhalt immer weiter verbreitet. Und genau das ist der Punkt. Der Klick selbst bringt gar nichts. Das wäre zu viel erwartet. Es schafft aber eine Awareness für ein Thema und setzt ggf. ein Signal.

Ich habe nicht umsonst das Beispiel Nahrungsmittelspekulation gewählt. Ausgehend von dem politischen Künstlerkollektiv Zentrum für politische Schönheit verbreitete sich letztes Jahr ein Viral, das auch ich in diesem Blog hatte.

Das Video verbreitete sich, Blogger griffen das Thema auf, die deutsche Bank sah sich diffamiert und auch die großen Medien begannen zu berichten. Nun beschloss die Commerzbank aus dem Spekulationsgeschäft mit Nahrungsmitteln auszusteigen. Es wäre töricht anzunehmen, dass das Zentrum für politische Schönheit oder einzelne Blogger dazu beitrugen. Es zeigt aber, das ein öffentlicher Druck ggf. etwas ausrichten kann. Denn darum geht es bei Petitionen, sei es nur ein einzelner Like-Button oder eine tatsächliche Unterschrift, ob bei Campact oder offiziell(er) beim Bundestag: Um öffentlichen Druck und um ein Bewusstsein für schwierige Themen in der breiten Masse zu schaffen.

Da ist natürlich einiges an Streuverlust, viele Klicken und haben das Thema dann sofort wieder vergessen, doch mit diesem Streuverlust muss man eben rechnen. Gilly kritisierte in seinem Post zu dem Thema die Polemik, die solche Aktionen angeblich oft beinhalten. Und wirft den Machern vor sich an dem reißerischen Niveau der BILD zu orientieren.

Das kann schnell in die Hose gehen, Gilly nennt da zu Recht das Beispiel Kony 2012, aber auch da ist der Ansatz verständlich. Die Macher wollen die schiere Masse erreichen und BILD ist nicht umsonst ein Massenmedium. Die Masse liebt es einfach, liebt es schockierend und polemisch. Dazu noch ein Einzelschicksal mit ordentlich Tränen und es wird ankommen.

“Denkt hier einer an die Kinder?!”

Das ist an und für sich traurig, aber es funktioniert. Es wäre schlimm zu sagen “Der Zweck heiligt die Mittel” – aber es wäre ebenso töricht Klick-Aktivismus als reine Gewissensberuhigung darzustellen. Das Bewusstsein, das mit solchen Aktionen geschaffen wird, kann mehr erreichen. Vielleicht ist die Konversion niedrig, aber sie ist da. Daher: Klick so viel Du willst, frag Dich was Du damit erreichen kannst und ob Du nicht mehr tun willst. Aber komm Dir bitte nicht dämlich vor, wenn Dir Leute erzählen wollen wie bescheuert Du bist, weil Du sowas tust. Du verbreitest Ideen und das ist oft nicht bescheuert.

Von: Daniel • Tags:

Bill Murray erklärt Dir das Internet

Bill Murray erklärt das Internet

Redditor monster_hugs hat eine Szene aus dem Murray Klassiker “Und täglich grüßt das Murmeltier” genommen und auf das internet umgemünzt und ich muss sagen das ist ziemlich lustig. Ein paar Plotholes sind drinn, aber insgesamt trifft es das wohl. Das ganze Teil nach dem Klick. (weiterlesen …)

Von: Daniel • Tags:

Zum Thema Kommentare löschen

“Wenn ich das Klo putze, mache ich auch nicht das Badfenster auf und schreie: ICH HABE URINSTEIN ENTFERNT, ABER BALD IS NEUER DA.”

Mein FB-Account wurde gerade ziemlich von FPÖ und NPD Fans zugespamt. War noch “zivil”, war eher Trolling als wirklich schlimm und wurde als Kritik und Diskussion verkauft. Aber das macht mir immer wieder klar, dass ich von meinem Hausrecht Gebrauch machen werde. Das ist keine Zensur, denn die haben die Möglichkeit ihren Fick sonst wo rauszuposauen (wenn natürlich auch mit kleinerer Reichweite), aber nicht hier und nicht auf meiner Facebookseite. Da können sie noch so oft schreiben, dass Rechte kritisieren wenig originell sei. Das soll es auch nicht sein. Denen ein Forum zu bieten ist vielleicht originell, aber hey. Ich lass mir lieber in die Säcke treten als solchen Scheiß zuzulassen.

Danke an Nadia von der Mädchenmannschaft, die mir da die Augen öffnete. Ich nehme Leute halt immer erstmal ernst und versuche sie zu verstehen. Und dann ärgert man sich, weil man Zeit damit verschwendete etwas zu verstehen, was ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Und, welch Ironie, genau dann wird man von diesen Leuten als dumm bezeichnet. Das muss ich mir nicht geben, das musst Du Dir nicht geben. Maul halten!

P.S.: Kleiner Spaß am Rande, die haben mich mit dem anderen Daniel bei Klub Konkret verwechselt. Sprachen immer von meinem Beitrag über die NPD/Skinheads. Tze…

Von: Daniel • Tags: