Gedicht
J.R.R. Tolkien liest ein Gedicht in Elbisch.
Ich hab ja den Herrn der Ringe nie gelesen. Fantasy war nie so meines. Immer eher der Science Fiction Fanboy gewesen. Aber eines mochte ich dann an Tolkien sehr ohne ihn gelesen zu haben. Dass er Philologe war und in seiner Tätigkeit des Sprachwissenschaftlers war er von Sprachen fasziniert. So sehr, dass er schon als Teenager eigene Sprachen entwickelte. Und genau diese Leidenschaft brachte ihn erst zum Schreiben. Denn Sprachen brauchen ihre Geschichten um zum Leben erweckt zu werden. Wenn Du mehr darüber wissen willst bist Du mit dieser Wikipedia-Seite ganz gut bedient.
Hier aber jetzt die Aufnahme von Tolkien, wie er 1952 das elbische Gedicht “Namárië” vorliest.
Haiku für den Morgen
Liebesbriefe
Ist das nicht schön? Was da genau unter der Decke hängt, wissen wir nicht, doch ich stelle mir hunderte Liebesbriefe vor, die ihr von ihrem jetzigen Ehemann geschrieben worden sind. Kreative Einzeiler, die ihre Liebe frisch gehalten haben. Bis heute. Jetzt nach der Feier nimmt sie jeden einzeln herunter und liest noch mal ihre Beziehung nach. Der Neffe ist der Einzige, der noch die Leiter halten kann. Alle Anderen sind schon besoffen ins Hotel abgezogen. Ein Himmel voller Schwüre! Und morgen kommt der Kater…
Dies ist ein Gastbeitrag von Zloty Vazquez von Jahrgangsgeräusche.
Kerouacs “Lucien Midnight” animiert
Sean McClintock hat Jack Kerouacs Gedicht “Lucien Midnight: The Sound of the Universe in My Window” animiert und mit Musik von DJ Shadow unterlegt. Nice!
Friday Afternoon in the Universe from Sean McClintock on Vimeo.
Das Einhorn
Der Heilige hob das Haupt, und das Gebet
fiel wie ein Helm zurück von seinem Haupte:
denn lautlos nahte sich das Niegeglaubte,
das weiße Tier, das wie eine geraubte
hülflose Hindin mit den Augen fleht.Der Beine elfenbeinernes Gestell
bewegte sich in leichten Gleichgewichten,
ein weißer Glanz glitt selig durch das Fell,
und auf der Tierstirn, auf der stillen, lichten,
stand, wie ein Turm im Mond, das Horn so hell,
und jeder Schritt geschah, es aufzurichten.Das Maul mit seinem rosagrauen Flaum
war leicht gerafft, so dass ein wenig Weiß
(weißer als alles) von den Zähnen glänzte;
die Nüstern nahmen auf und lechzten leis.
Doch seine Blicke, die kein Ding begrenzte,
warfen sich Bilder in den Raum
und schlossen einen blauen Sagenkreis.Rainer Maria Rilke, Winter 1905/06, Meudon
An die Öpve
Einen öpvigen Abend wünsche ich! Schön, an diesem tollen Blog mal nicht nur teilhaben, sondern auch teilnehmen zu dürfen. Da meine Einstand für die Gastbloggerwoche schon etwas Besonderes sein soll, habe ich mich mal zwei Stunden vom Internet abgenabelt, um das zu schreiben, was ihr nun weiter unten lesen könnt: eine Ode an die Öpve.
Es reitet spät durch Wind und Nacht
ein Einhorn. Was hast du gedacht?
Es reitet? Ja, es muss nichts tun.
Die Kraft der Öpve trägt es nun.
Drum Mensch, der du dich stets verhärmst -
sieh’ zu, dass du vom Einhorn lernst!
Und falls es sich beschwerlich lebt,
dann mach’, dass Öpve dich verklebt!
Die Öpve-Glitzersternenpracht,
sie soll dich tragen in der Nacht.
Und endet mal dein Lebenslauf,
dann löst du dich in Öpve auf.








