Geld
Labormäuse beweisen: Kapitalismus ist böse!
Es ist nicht überraschend, dass eine gewisse Skrupellosigkeit bei der Karriereleiter des Kapitalismus immer eine gute Aufstiegshilfe war. Um da mal Carsten Maschmeyer zu zitieren:
“Wenn sie duftende Rosen haben wollen, müssen sie im Herbst stinkende Jauche drauf kippen. Und das komische ist: Je stärker das stinkt, um so schöner duftet das hinterher.”
Auch stellte die Universität St. Gallen fest, dass Börsenmakler schlimmer agieren als Psyhopathen. Prof. Dr. Nora Szech und Prof. Dr. Armin Falk haben nun eine wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht in der es um Moral und Markt geht. Probanden konnten das Leben von Labormäusen retten oder Geld erhalten. Preise wurden gedrückt und ein Mäuseleben damit immer wertloser.
“The possibility that market interaction may erode moral values is a long-standing, but controversial, hypothesis in the social sciences, ethics, and philosophy. To date, empirical evidence on decay of moral values through market interaction has been scarce. We present controlled experimental evidence on how market interaction changes how human subjects value harm and damage done to third parties.
In the experiment, subjects decide between either saving the life of a mouse or receiving money. We compare individual decisions to those made in a bilateral and a multilateral market. In both markets, the willingness to kill the mouse is substantially higher than in individual decisions. Furthermore, in the multilateral market, prices for life deteriorate tremendously.”
Das ist im Einklang mit früheren Studien des Wirtschaftswissenschaftlers Falk. Diese zeigten, dass menschliches Verhalten im ökonomischen Kontext in der Regel nur beschränkt rational ist. Auch soziale Präfarenzen und Fairness spielen u.a. eine Rolle.
Wie Du keine Steuern zahlen musst… oder: Was tun, wenn Du zu viel Geld hast?
Ich lerne ja auch im Alter von 30 Jahren einiges dazu. Eine Sache die ich erst kürzlich aufschnappte war das sogenannte “Double Irish with a Dutch Sandwich”-Arrangement. “Double Irish with a Dutch Sandwich” mag zwar wie eine krasse Mische klingen ist aber gar nicht berauschend. sondern ein Verfahren mit dem US-Unternehmen ihre Steuern sparen, um es mal euphemistisch auszudrücken. Durch künstliche Buchungen innerhalb des Konzerns wird der Gewinn von Ländern mit hohen Steuersätzen in Länder mit geringen Steuersätzen transferiert. Eine beliebte Strategie die u.a. bei Google, Amazon, Facebook oder auch Apple angewandt wird. Apropos Apple. Die haben Ihr Prinzip optimiert und machen Schulden. Warum? Um Gewinne zu erzielen:
Gerade den USA ist das natürlich ein Dorn im Auge. Oder wie es die Senatorin, Juristin und Präsidentenberaterin Elizabeth Warren formuliert:
“How do Fortune 500 companies pay zero in taxes while college loans go up to 6 percent? This game is rigged.”
Dabei haben die Reichen arge Schwierigkeiten mit ihrem Geld hauszuhalten, wie ein Artikel offenbart. Wie bei den Oberen Geld gespart wird ist recht interessant:
“The best antidote to over-spending is to retain a single partner for life, said Cooper: it helps put things in context. Alternatively, try cultivating friendships outside of banking. ‘I always had a lot of hobbies which brought me into contact with people from different walks of life,’ said Shapiro. ‘I always knew people who earned £25k-30k a year.’”
Monogamie als Sparmaßnahme? Das wirft ein ganz neues Licht auf die meist reaktion-konservativen Ansichten vieler Besserverdiener. Apropos reaktionär, apropos konservativ. Was machen eigentlich Politiker wenn sie die politische Bühne verlassen und was tun Banker, wenn sie mal Bock auf was anderes haben? Erwin Pelzig erklärt in “Neues aus der Anstalt”, die Verknüpfungen zwischen (Ex-)Goldman Sachs-Bankiers, Gremien und Spitzenpolitikern.
Aber auch in Deutschland scheint sich im Bereich Steuern was zu rühren. Denn während Armutsberichte geschönt werden sind die Deutschen eigentlich reich wie nie zuvor. Komisch nur, dass Steuererhöhungen für viele Parteien dennoch ein Wahlkampfthema sind, auch die Mehrheit der Bürger wollen sie. Selbst Bundespräsident Gauck, angestachelt durch Fälle wie Hoeneß, verlautbart dass er Steuerhinterzieher asozial fände. Ob so vielem sozialen Mitgefühl kriege ich ja glatt Pipi in die Augen.
Was wäre wenn Geld keine Rolle in Deinem Leben spielen würde?!
Gerade in Zeiten in denen Leute wie Hoeneß sich an ihren eigenen Maßstäben messen müssen stellt sich wieder die Frage wie sehr Geld korrumpiert. Der Philosoph Alan Watts stellte die Frage “Was, wenn Geld für Menschen keine Rolle spielen würde?” und das Blog kaumgeschlafen reichte die Frage weiter und fragte allerlei Menschen eben genau dies:
“Wie viele von euch gehen jeden Tag los und arbeiten Shit den ihr nicht arbeiten wollt? Die Meisten würden – wenn sie es sich aussuchen könnten – etwas anderes machen. Viele finden die tägliche Arbeit auch in Ordnung. Die Wenigsten tun jedoch genau das, das sie tun würden wenn Geld keine Rolle spielt. Wenn man alles hätte was man braucht, würde kaum jemand aus Spaß 10 Stunden im LKW absiffen oder bei lachender Sonne den Arsch den ganzen Tag im Büro breit sitzen.
Wir waren neugierig, sind in Stuttgart auf die Straße und haben einige Menschen gefragt, wie sie ihr Leben verbringen würden wenn Geld keine Rolle spielt und haben es in 50 people 1 question-manier zusammen geschnitten.”
Sehr schöne Aktion wie ich finde, ich würde ja Musik machen und noch mehr Bloggen und tolle Webprojekte stemmen für die ich nie Zeit habe. Und was würdet Ihr so tun, wenn Geld keine Rolle in Eurem Leben spielen würde?
Steinbrückfilme
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück meint das Gehalt des Bundeskanzlers ist zu niedrig und stößt damit auf Kritik. Dabei ist er damit in der Tradition von Vorgängern wie z.B. Helmut Kohl. Auf Twitter macht das Meme #Steinbrückfilme derweil seine Runde. Hier einige meiner Favoriten:
(Foto: Original unter CC-Lizenz CC BY 3.0 DE von Frank Plitt)
Warum die Kirchensteuer eben nicht für gute Dinge ausgegeben wird
Ich zahl ja immernoch Kirchensteuer. Und tatsächlich falle ich auf das Klischee rein, was Fefe zur Dokumentation “Gott hat hohe Nebenkosten” beschreibt. Ich dachte wirklich: “Naja, zahl ich halt malt die Kirchensteuer. Wird ja auch für Gutes genutzt. Diakonie, Seelsorge und sowas. Auch mag ich Kirchen als architektonisches Kulturgut.”
Nur 10% der Milliarden die die Kirche einnimmt fließen aber genau da hin. Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser werden nicht von den Kirchen finanziert sondern vom Steuerzahler. Kommunen fördern lieber einen katholischen Kindergarten und zahlen freiwillig auch noch den 12%-Anteil, den eigentlich die Kirche hätte aufbringen müssen, weil es sie einfach günstiger kommt:
“Die Landeszuschüsse sind höher beim Kirchen-Kindergarten, die Kirche hält sich nicht an die Tarifverträge, die Kirchen sind steuerbefreit.”
Mein Beschluss aus der Kirche auszutreten, und das Geld was da übrig bleibt lieber monatlich zu spenden, wird durch die Dokumentation nur unterstrichen. Hier noch eine Kurzzusammenfassung der Doku:
“Bernadette K. wurde als Leiterin eines katholischen Kindergartens entlassen, weil sie sich von ihrem Mann trennte und zu einem neuen Partner zog. Ehebruch. Ein Verstoß gegen die Loyalität zur ihrem Arbeitgeber, hatte die Kirche entschieden und ihr gekündigt. Wie Bernadette K. arbeiten weit über eine Million Menschen in sozialen Einrichtungen für die Kirchen – in Kindergärten, Krankenhäusern, Schulen und Altenheimen. Sie alle unterliegen einem besonderen Arbeitsrecht.”
Derbe kranke Scheiße. Ich nehme auch gerne Vorschläge entgegen wofür ich das Geld spenden soll. Was ohne Scheiß der Hauptgrund ist, dass ich das bisher nie tat. Und Faulheit, ganz ehrlich!
Was Scientology wirklich ist…
Also ganz ehrlich, das ist so lustig wie brilliant. Scientology als großes Multiplayer-Real-Life Rollenspiel. Um Level aufzusteigen musst Du zahlen. Endlose Level und Abenteuer. Und natürlich die Story über den Xenu-Mythos, den die Organisation ja gerne als negative PR darstellen mag. Das mit den “Unterdrückerischen Personen” mit denen Du dann ein “Fair Game” spielen darfst. Es gibt Organisationen wie die Sea Org, mit Uniformen und Rängen, etc.
Ron L. Hubbard hat “Pay To Play” noch vor den MMORPGs erfunden.
Dennoch fühle ich mich verpflichtet diesen Disclaimer hier dazu zu schreiben, die Auslegung sei Dir überlassen und hängt wohl davon ab, ob Du Scientologe bist oder nicht: Scientology ist KEIN Spiel! Gibt es eigentlich weitere Religionen bei denen Geld eine solche Rolle spielt? Weiterer Disclaimer: Scientology ist KEINE Religion. Sorry dafür…
Wieviel kostet es Dich Batman zu sein?
Bruce Wayne ist Millionär und das ist auch gut so. Denn anders könnte er es sich gar nicht leisten Batman zu sein. Money Supermarket haben mal ausgrechent, was es Dich kosten würde Batman zu sein. Kurze Version. Ziemlich viel. Und dabei spart Bruce Wayne ja eindeutig an diversen Therapien für seinen Psychoknacks. Die lange Version gibt es nach dem Klick. (weiterlesen …)
Money kills – Antikapitalistische Warnungen von Riccardo Pittaluga
Ich muss ja leider zugeben, dass meine Mutter recht hatte als sie meinte, dass ich kein Antikapitalist wäre, weil ich Konsum viel zu gerne mag. Dennoch finde ich Warning: money von Riccardo Pittaluga ziemlich toll. Der nimmt Warnungen wie man sie von Zigarettenschachteln kennt und münzt (ha!) sie so um, dass sie auf Geldscheine passen. Pittaluga dazu:
”Money, money, money: everywhere money. I’m feeling annoyed that everything has to have an economic value: music, photography, cinema, goods, services…everything has a price. So why don’t (as cigarettes) put some warning on to banknote to discourage using, or thinking about it?”
Vorher auf dem pseudo-antikapitalistischen Einhorn:
Geld ist Tod von Scott Campbell
The Death And The Money von Shardcore
Harald Lesch über das perfekte Verbrechen
Passt zu den aktuellen Occupy Wall Street Protesten, da kommt heute noch ein Sammelpost, aber das möchte ich doch losgelöst bringen:










