NPD
1. Mai – Komisch, ich höre immer nur was von “linken Chaoten”
Ihr kennt das 1. Mai, Kampftag der Arbeiterbewegung. Der Tag an dem die “linken Chaoten” sich zusammentun und Autos anzünden oder wie auch immer das in den meisten Zeitungen und Magazinen publiziert wird. Ganz Deutschland “terrorisiert” von “Linksextremisten”. Ganz Deutschland?! Nein, denn bereits seit 1992 versuchen rechte Parteien wie die NPD und ihre Jugenordganisationen den Tag für sich zu instrumentalisieren. So u.a. auch 2008 wo die NPD einen nationalen 1. Mai ausrief und versuchte den internationalen Tag der Arbeit in einen nationalen Kampftag umzudeuten und sich die “linken Chaoten” ihnen entgegen stellten.
Ja ich weiß, das geht immer ein bisschen unter hier in den Medien. Sorry, kann mir auch echt gar nicht vorstellen warum. Wahrscheinlich hast Du auch noch gar nicht mitbekommen, dass dieses Jahr wieder braune Veranstaltungen stattfinden: In Frankfurt, Berlin, Dortmund, Würzburg und Erfurt.
In Schoneweide in Berlin sind Blockaden gegen die NPD-Feierei samt Bands geplant. Aber ihr wisst ja, dass das mit dem Entgegenstellen hierzulande echt nicht so gerne gesehen wird. Schade, nech?!
Kotzbröckchen vom 18.01.2013 mit Lindsay Lohan, der Vogue, PC-Bashing und vielem mehr…
Bücher die Songs inspirierten
Eine höchstwahrscheinlich viel zu kurze aber dennoch interessante Liste. Mir persönlich fällt ja spontan nur The Secret Goldfish ein, die ihren Bandnamen aus Der Fänger im Roggen haben. Hier kommst Du zu den 10 Songs, die von Büchern inspiriert wurden.
Programmierer sourcte seine Arbeit aus um auf Reddit zu surfen
Crazy. Kann ich kaum glauben, dass diese Story war ist. Globalisierung galore:
“The story goes a little something like this. A developer at a US-based critical infrastructure company, referred to as ‘Bob’, was caught last year outsourcing his work to China, paying someone else less than one fifth of his six-figure salary to do his job.”
Die gesamte Story findest Du hier.
Vogue versucht sich mal wieder in unangebrachten Modeshootings
Ich muss Mode ja nicht verstehen. Den Obdachlosenshoot der deutschen Vogue hatte ich hier ja bereits kritisiert. Nun hat die USA einen Hurricane Sandy Shoot gemacht. Fairerweise muss ich erwähnen, dass die Vogue auch viele Spenden für Opfer des Hurricanes sammelte. Awareness geht aber irgendwie anders.
PC-Basher Fleischhauer wird auseinander genommen
Wähhhh wähhh und Mimimi, ich darf meine diskriminierende und rassistische Sprache nicht mehr verwenden. Eines der Themen, die das Feuillton beschäftigte. Nadia hat da wieder einen sehr guten Post zu gebracht. Vor allem darüber, wie in solchen Diskussionen rassistisches Vokabular sich genüsslich auf den Titelseiten wälzt.
Sabine nimmt bei der Mädchenmannschaft den Spiegel-Post von Jan Fleischhauer auseinander, der mit der üblichen Trottelargumentation kommt. Top!
Elizabeth Veldon gründet Label für Transkünstler
In England gab es einige transphobe Artikel in großen Zeitungen. Dies nahm die Noise-Künstlerin Elizabeth Veldon zum Anlass ein Label für Transkünstler zu gründen. Dangerous Minds hat mehr dazu.
Der Technoviking vor Gericht
What?! Den Technoviking kennst Du. Scheinbar steht der Urheber des Videos mit dem Viking selbst im Rechtsstreit. Geht natürlich um Kohle. Der Prozess ist nun scheinbar gestartet. Einen längeren Artikel dazu gibt es bei Daily Dot.
Facebook findet dass SpOn der NPD ähnelt
Maschinen lügen nicht oder wie war das? Hab gelacht.
Lindsay Lohan Portrait
Der Artikel geht um die Entstehung von The Canyons einem Film von Paul Shrader und Bret Easton Ellis. Hochinteressant und traurig und ziemlich lang. Schade, dass der Film wahrscheinlich nichts wird. Aber lest diesen Artikel, echt mal! Schrader ist übrigens wirklich ein lausiger Regiesseur, aber ein brillanter Screenwriter.
Kotzbröckchen vom 08.01.2013 mit Netzbewegungen, Zukunftsmaschinen, Spongebob Pilzen, Marsmissionen u.a.
Tataa, die Links des Tages. Wie immer rein subjektiv. Diesmal hab ich aber extra diese Animation da links für die Links gemacht. Mein Einhorn vor dem alten PC mit dem Röhrenmonitor. Lädt es ungeduldig was runter? Schreibt es ein Buch? Spielt es Space Invaders? Wer weiß das schon…
Ist Internet-Aktivismus eine politische Bewegung?
Kathrin beschäftigt sich mit der Frage ob Internet-Aktivismus eine politische Bewegung sei. Da sie gerade eine Doktorarbeit über die Netzbewegung schreibt ist ihre Antwort eindeutig. Mehr bei I heart digital life.
Die Zukunftsmaschine
Sehr interessanter Artikel über Dirk Helbing, der mit Computern Menschen helfen will sich selbst zu steuern. Wie das gehen soll und welche Fragen das aufqirft steht in der FAZ.
Tiere und Pflanzen die 2012 entdeckt wurden
Ich finde es immer wieder erstaunlich, was die Welt noch so bereit hält. 10 neu entdeckte Tiere und Pflanzen gibt es hier. Darunter der Spongebob Pilz. Den besten Namen hat aber die Wandernde Bein Wurst.
Marsmissionen machen müde, lethargisch und unmotiviert
Kurz: Wir haben einen weg gefunden das sowas tolles wie Raumfahrt genau so langweilig wird wie jeder andere Job. Mehr dazu bei io9.
Warum Du im Wissenschaftsunterricht besser hättest aufpassen sollen
Genau das erklärt Buzzfeed anhand von animierten GIFs und erklärt dabei leider gar nichts. Und ich bin genau so schlau wie vorher. Allerdings finden sich hinter den Quellenlinks ab und an dann doch ein paar Erklärungen. Puhhh.
V-Männer und die NPD
Ach Verfassungsschutz, Du bist mir so einer:
“Die Materialsammlung des Verfassungsschutzes für ein erneutes NPD-Verbotsverfahren beinhaltet angeblich auch Zitate von V-Leuten. Das sagte Petra Pau, Bundestags-Vizepräsidentin und Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss laut einem MDR-Bericht. Pau gibt dem Verfahren daher keine Chance.”
Das Family Guy Monty Python Intro
Es wurde gewählt…
…naja dann ja auch wieder nicht. Schließlich entschieden sich 48,6% gleich dafür daheim zu bleiben. Und jetzt gibt es in den Parteien wieder ordentlich gerangel und Radau.
Auch wenn ich die Wortwahl und Erkenntnis mag, dass FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagt, dass seine Partei als Marke “generell verschissen” habe, macht sein Kollege und Bundesvize Holger Zastrow klar warum das so ist:
“Die FDP muss endlich aufwachen: Wir müssen endlich wieder den politischen Gegner angreifen und mit der Selbstbeschäftigung aufhören.”
Ich formuliere das mal möglichst provokant um, damit wir die Dummheit dieser Aussage vollends genießen können:
“Schluss mit den Versuchen einer klaren Positionierung, lieber die anderen ankacken.”
Nungut, das ist wohl über das Ziel hinausgeschossen, aber ein Vokabular das “angreifen” und “Gegner” beinhaltet geht einfach mal gar nicht. Und ist sogar noch idiotischer weil aggressiver als meine überspitzte Umformulierung.
Derweil schielt Renate Künast auf die bevorstehenden Wahlen in Berlin und macht sich bei den Piraten unbeliebt. Ihre Aussage man müsse die Piraten resozialiseren sorgt auf ihrer Facebook-Seite für einen kleinen Shitstorm.
Künasts Äußerung heute in der Kandidatenbefragung der IHK zur Landtagswahl in Berlin soll allerdings aus dem Kontext gerissen worden sein und ich finde lediglich folgenden kleinen Soundschnipsel:
Renate Künast will die Piraten resozialisieren. Das Audio-Zitat. by Resocializer
Interessant dabei ist vor allem, dass die IHK die Piraten gar nicht erst einlud. Dies allerdings nur als kurzer Ausflug nach Berlin, schließlich gibt es noch einen entscheidenden Punkt bei den Wahlen in Mecklenburg Vorpommern. Der NPD gelang der Wiedereinzug ins Schweriner Landesparlament. Künftig werden in fast allen Kreistagen Neonazis sitzen. In etwa 40.000 Menschen wählten rechts. WTF?!
Einige dieser Wähler sitzen in Jameln. Ein Dorf, dass zu trauriger Bekanntschaft kam, weil es angeblich komplett in Hand der NPD ist. VBS.TV haben das Dorf besucht und der Beitrag gefällt mir sehr gut. Auch wenn mit Sven Krüger dann doch arg zu sanft gesprochen wird. Wie dreist er sich aber wegen des mit “Happy Holocaust” beschrifteten Grill rauswindet reicht allerdings. Dennoch wäre es schön, wenn auf die vor einem Jahr sicher gestellten Zielscheiben mit Portraits von Ariel Sharon, Charlotte Knobloch, Silvia Bretschneider oder Lorenz Caffier eingegangen wäre. Oder bei den Schulhof-CDs Einspruch eingelegt worden wäre. Aber dennoch wirklich sehenswert, weil nicht versucht wird das Dorf vorzuführen und alle Bewohner als rechte Spinner darzustellen.
Die Nationalen Pizza-Deutschen
Weiter geht es mit lustigem NPD-Adbusting. Diesmal: Die Nationalen Pizza-Deutschen. Ist zwar schon zwei Jahre alt. Aber passt immer. Pizza eben!
Vorher auf dem Einhorn:
Die Partei – Adbusting gegen die NPD
Die Partei – Adbusting gegen die NPD
Zum NPD-Plakat vom Berliner Kandidaten Udo Voigt hatte ich hier bereits einen Post. Schon damals gab es mehrere Kommentatoren, die es witzig gefunden hätten Voigt durch Haider zu ersetzen. Finde ich bei aller Antipathie geschmacklos, die Partei allerdings nicht.
Die haben sich es nicht nehmen lassen direkt vor der NPD-Zentrale in Koepenik die Plakate durch ein Portrait Joeg Haiders zu ergänzen. Politisches Adbusting. Und Du könntest das auch, man beachte aber bitte den Wortlaut:
“Interessierte Linksfaschisten können sich Samstag und Sonntag ab 12 Uhr in der PARTEI-Kampa in Berlin (Admiralstraße 17, Kreuzberg) ein NPD-Plakat abholen.”
Also heute und morgen!
Dass die Haider-Referenz geschmacklos ist, darüber müssen wir uns nicht streiten. Aber die Reaktionen der NPD sind dann dennoch Gold wert:
“Die NPD bezeichnete das Vorgehen am Freitag als ‘linksextremistische Mordphantasie’ und ‘menschenverachtende Propagandaaktion’.”
Quelle: taz
Vielleicht ist es ja doch okay auf eine Geschmacklosigkeit mit einer eben solchen zu reagieren. Dass die NPD sich wirklich so dumm dämlich erdreistet von einer “menschenverachtenden Propagandaaktion” zu sprechen hätte ich nicht gedacht.
Für noch mehr Lacher sorgt, dass die NPD die Partei in einer offiziellen Stellungnahme als “linksextremistisch” bezeichnet.
EXIT verteilen Shirts an Nazis, die nach dem Waschen eine Botschaft offenbaren
EXIT-Deutschland ist eine Initiative, die Menschen hilft, die aus der rechten Szene aussteigen wollen.
Letztes Wochenende verteilten sie auf dem NPD-nahen Rechtsrockfestival “Rock für Deutschland” in Gera 250 T-Shirts. Auf den Shirts: Totenkopf und die Aufschrift “Hardcore Rebellen – national und frei”, sowie die geschwenkten Fahnen der freien Kräfte. Der Clou: Der Aufdruck ist abwaschbar und offenbart eine ganz neue Botschaft.
“Was dein T-Shirt kann, kannst Du auch – Wir helfen Dir Dich vom Rechtsextremismus zu lösen”
Tolle Aktion mit dem schönen Namen “Operation Trojaner T-Hemd”.
P.S.: Da Euch die Aktion so gut gefällt und Ronny natürlich Recht hat. Man sollte hier für EXIT spenden!
Sick Sad World: Wann man ein Sprengstoffattentat planen darf

Es birgt eine gewissen Ironie in sich. Das letzte mal als ich meine unregelmäßige Kolumne Sick Sad World schrieb ging es um Matthias Heyder, der mutmaßlich als Junker Jörg im Netz zu Gewalt und Vergewaltigung aufrief. Pikant dabei: Heyder ist NPD-Politiker und promotete Bombenanschläge im Netz. “Junker Jörg” soll Berichten zufolge in einem Forum genau erklärt haben, wie Sprengstoff hergestellt werden könne.
Und was ist daran ironisch? Das ich jetzt in der aktuellen Kolumne wieder über die NPD und Bomben schreibe(n muss).
Der südbadener Thomas B., der den Lörracher Stützpunkt der NPD-Jugend leitet, hat sich 2009 über Monate hinweg hochexplosive Chemikalien und Bestandteile zum Bau von Sprengstoffen beschafft. Es war die größte Menge an Bomben-Grundstoff, die je bei einem Neonazi gefunden wurde. Binnen weniger Stunden hätte B. eine gefährliche Rohrbombe bauen können. Im Oktober 2010, erhob die Staatsanwaltschaft Lörrach Anklage, u.a. wegen “Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens”.
B., Sportschütze und ein ehemaliger Zeitsoldat bei den „Krisenreaktionskräften“ (KRK) der Bundeswehr, bleibt jedoch vorerst verschont. Zumindest was die Anklage wegen des Sprengstoffverbrechens anbelangt. Die wurde unter Berufung auf ein Urteil von 1977 vom Landgericht Freiburg Anfang April zurückgewiesen. Der Grund?
Der geplante Anschlag müsse bereits “hinsichtlich des Angriffsziels und des Zeitpunktes” in seinen wesentlichen Umrissen feststehen. Dabei ist seit 2009 die Beschaffung von Komponenten zur Herstellung von Sprengstoff strafbar – aber nur, wenn sie zur Vorbereitung einer “schweren staatsgefährdenden Gewalttat” dient. Stichwort: Terrorismus, Sauerland-Gruppe, etc.
Doch was war das Ziel von B.? Sprengstoff horten als Hobby? Ist B. nur ein junger Waffennarr? Dass er auch Anzündlitzen, elektrische Zünder sowie eine ferngesteuerte Zündanlage bestellte weist auf mehr als ein rein theoretisches Interesse hin. Unterstützung bei seinen Einkaufstouren bekam B. dann auch vom Lörracher NPD-Chef Bauer, der ihm einen Teil der Chemikalien besorgte.
Dass B. das Autonome Zentrum KTS in Freiburg auskundschaftete, was die autonome Antifa Freiburg dazu bewegte die Staatsanwaltschaft zu informieren, scheint auch nicht alarmierend genug zu sein. Dabei fürchtete man einen Anschlag. Die Überraschung: Ein Angriff auf die Antifa ist scheinbar nicht “staatsgefährdend”, denn sonst hätten Staatsanwaltschaft und Landesgericht anders agiert.
Natürlich wird B. nicht ungestraft davon kommen, schließlich verstoß er auch gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz. Nur eine staatsgefährdende Attentatsabsicht will ihm scheinbar niemand nachweisen können. Dementsprechend darf man bei Explosionsvorstellungen seiner Fantasie wohl freien Lauf lassen. Bloß nicht zu konkret werden. Traurige kranke Welt.









