Occupy - Seite 2
Twitter Account Of The Day: @PepperSprayPike
Für manche Dinge möchte man nicht berühmt sein. Genau das denkt sich bestimmt Lt. John Pike gerade. Der hat bei einer Occupy-Demo an der University of California, Davis ein bisschen arg über die Stränge geschlagen als er nonchalant friedliche Protestler mit massig Pfefferspray beglückte. Vor laufenden Kameras.
Anonymous haben dann all seine Daten veröffentlich. Eine Taktik von der ich, wie ich immer wieder betone, gar nichts halte. Da traue ich dem Menschen zu viel Gewalt und Selbstjustiz zu. Dann doch lieber lustiges Netzgemobbe. So sprayt Pike mittlerweile fröhlich durch allerlei Kunstgeschichte und hat nun auch seinen eigenen Twitter Account: @PepperSprayPike:

Friss das Frank Miller: The Dick Knight
Die Sache mit Frank Miller, war mir bisher keinen Post wert. Ich fasse das mal zusammen. Miller, der sowieso dafür bekannt war nicht mal halb so cool wie seine alten Comics zu sein, postete in seinen Blog einen reaktionären Rant auf die Occupy Bewegung. Und alle fanden es schlimm. Manche sogar noch schlimmer als seine letzte Veröffentlichung “Holy Terror” oder seinen Film “The Spirit”.
Nachdem es den Rant schon in Comic-Form gab, kommt nun das hier: The Dick Knight von Richard Pace. Eat this!
Occupy Wall Street Camp in NYC von der Polizei geräumt
Gegen 1 Uhr morgens räumte die New Yorker Polizei das Occupy-Camp im Zuccotti-Park in New York. Wenig subtil wurde dabei vorgegangen. In voller Kampfmontur forderten die Polizisten überraschend dazu auf den Park zu verlassen, da Brand- und Gesundheitsgefahren bestünden und der Park gereinigt werden müsse. Der Spiegel zu der Aktion:
“Es ist ein symbolischer Schlag gegen die Bewegung. Denn mit dem Zuccotti-Park räumt die Polizei ausgerechnet jenen Ort, an dem die weltweiten Proteste gegen die Verwerfungen im internationalen Finanzsystem ihren Anfang nahmen – jenen Schauplatz des Aufstands, der auch in Deutschland Zehntausende Menschen zu Protestaktionen inspirierte.”
Nach Angaben der Polizei dürfen die Demonstrierenden zurückkehren, sobald der Park gesäubert ist. Laut BBC kam es bei der Räumung zu 70 Festnahmen. Laut Besetzern bekam man gerade mal 20 Minuten Zeit seine Sachen zu packen. Eine Herausforderung, wenn man bereits seit September dort campierte. In einem offiziellen Statement der Organisatoren der Proteste heißt es:
“Such a movement cannot be evicted. Some politicians may physically remove us from public spaces — our spaces — and, physically, they may succeed. But we are engaged in a battle over ideas. Our idea is that our political structures should serve us, the people — all of us, not just those who have amassed great wealth and power. We believe that is a highly popular idea, and that is why so many people have come so quickly to identify with Occupy Wall Street and the 99% movement.
You cannot evict an idea whose time has come.”
Video der Festnahmen:
Occupy Together: Frankfurt und Berlin dieses Wochenende

Foto von Nics Bloghaus, unter Creative Commons 3.0
Dieses Wochenende wurde umzingelt. In Frankfurt das Banken- und in Berlin das Regierungsviertel. In Frankfurt waren es bis zu 10.000 Demonstranten und in Berlin immerhin bis zu 8.000.
Vor Ort in Frankfurt war Julia Seeliger, die für die FAZ berichtete:
“Ganz unkonkret dagegen Marco, der schon seit drei Wochen vor der Europäischen Zentralbank zeltet. ‘Lasst uns jetzt über die Zukunft reden’, sagt sein Banner. Aktuell werde das Occupy-Zeltlager mit Paletten winterfest gemacht. Und in 15 Arbeitskreisen debattiert. Grundsätzlich. Man müsse ganz von vorne anfangen, auf Augenhöhe. In einem Diskussionsprozess die Zukunft entwickeln, das Miteinander, das gute Leben. Marco behauptet: nachts kommen Banker ins Zeltlager, mit dicken Autos. Heimlich. Diskutieren mit. ‘Die haben durchaus ein Unrechtsbewusstsein – doch bei ihren Chefs kommt das nicht an’, geht seine Geschichte weiter.”
Ähnliches berichtet auch mein Buddy Riotburnz, der ebenfalls in Frankfurt vor Ort war und 2,5 Tage mitcampte:
“Auf dem Camp befinden sich zwei Banker. Ja, genau … Das sind die, weswegen das Camp errichtet wurde. Die Beiden wollen Anonym bleiben – Was ja auch verständlich ist. Beide handeln mit Wertpapieren. Beide schilderten mir kurz, wie dieser Handel abläuft. ‘Du hast etwas, wo der Gegenwert schon meistens nicht wirklich gedeckelt ist. Dieses verkaufst Du unter dem Deckmantel der maximalen Gewinnsteigerung. Es ist schlimmer als Poker oder Automatenspiele – Wenn Du bei uns zockst, dann zockst Du mit dem Flügelschlags eines Schmetterlings und wartest auf den Sturm!’”
Auch wenn der Protest anhält die Vorwürfe bleiben die selben und gehen sogar weiter als bisher. Die Ziellosigkeit und Ahnungslosigkeit wird bemängelt. Dagegen ja! Wogegen? Keine Ahnung.
Manche sehen in der unbestimmten Kapitalismuskritik und des “in-die-Schranken-weisen des Finanzsystems” sogar einen strukturellen Antisemitismus.
Ein Problem, dass sich durch die Beteiligung von Gruppen wie Zeitgeist oder der NPD durchaus bestätigen lassen könnte. Doch in wie weit sind hier die Massen zu verorten? Und vor allem, wie leicht lassen sie sich von diesen teils im Mittelpunkt agierenden Gruppierungen einwickeln?
Zu den Protesten in Berlin gibt es eine hübsche Galerie von Nic Frank, der auch dieses Video machte:
Eindeutig mehr Parteifahnen als noch am 15. Oktober. Derweil verkündet Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter, dass die Finanzmarktregulierung vorangekommen, aber noch unzureichend sei.
Occupy Comics – We Are All In This Together
Matt Pizzolo sammelt gerade über Kickstarter Geld für ein Comicbuch, das von der Occupy Bewegung inspiriert ist. Mit dabei sind schon dutzende bekannter Comiczeichner von Serien wie Walking Dead, Hack/Slash oder Star Wars,
Occupy Comics from Halo-8 Entertainment on Vimeo.
“Occupy Comics went live on Kickstarter today, launching a comics campaign to support the Occupy movement artistically and financially. The 30-day Kickstarter effort seeks to raise money for the Occupy Wall Street protesters by funding the creation of a hardbound, deluxe, collectible anthology book that compiles new art and stories by comics pros inspired by the movement. Beyond actual hard costs (which will be kept as low and transparent as possible) all funds raised through Kickstarter and all revenue generated by the book will be donated to support the movement.”
Guy Fawkes Bandana
Matthew Borgatti hat dieses clevere Guy Fawkes Bandana als seinen Beitrag zur Occupy Bewegung gestaltet. Er verkauft die Teile auf Etsy und verschenkt für jedes verkaufte Bandana ein weiteres. Nice!
Remember, remember the Fifth of November – Happy Guy Fawkes Day
Am 5. November 1605 versuchten Guy Fawkes und seine Mitverschwörer das englische Parlament im Palast von Westminster in London in die Luft zu sprengen. Ziel war es am Tag der Parlamentseröffnung König Jakob I. samt Familie, alle Parlamentsmitglieder, alle Bischöfe des Landes und den Großteil des Hochadels zu töten. Also eigentlich nicht gerade ein Typ den man feiern müsste. Oder vielleicht doch? Mit der Zeit entstand ein relativ verklärtes Bild von Fawkes.
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Die Revolution beginnt in uns selbst – Ein Bericht eines Besetzers im #campduesseldorf
Hanno ist ein alter Bekannter aus Düsseldorf. Als ich erfuhr, dass er tatsächlich Tag und Nacht in Düsseldorf campiert bat ich ihn darum mir aufzuschreiben, wie seine Tage so aussehen und warum er das macht. Dies ist seine Antwort:
Hallo kotzendes Einhorn, hallo kotzende Welt,
ihr fragt Euch sicher warum sich Vollblutirre, diesen Terminus nutze ich bewusst (“Wer nicht verrückt ist, der ist einfach nur schlecht informiert.”), im nahenden Winter in Kaltland aus ihren warmen Wohnungen in die Kälte verpflanzen, auf Stein und Asphalt ein Camp aufschlagen und dort für eine ominöse 99%-, eine Occupy-, eine “echte Demokratie jetzt”- Bewegung den Arsch abfrieren und für was eigentlich protestieren…? Auf diese Frage gehe ich später noch mal ein, was kam aber davor?
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Kuchen für Alle, jetzt auch für Dich und Deine Freunde
Immer nur meckern gilt nicht. Und ich hab keinen Bock, dass Zeitgeist, NPD und andere die Occupy Bewegung untergraben. Untergraben kann ich auch. Und deswegen haben Milena und ich Kuchen für alle begonnen. Die erste Version ist hiermit gestartet. Aus Gründen!
Don’t be cruel to us, it’s a start and just a work in progress!
ToT-Dialog Podcast mit mir
Kurz nach den Occupy-Protesten in Deutschland habe ich mich zum Podcast mit Riotburnz zusammen gesetzt. Am Ende haben wir drei Stunden über Gott und die Welt gequatscht. Es kann sein, dass ich an manchen Stellen ein wenig hochnäsig, unbedacht und vielleicht arrogant wirke. Aber hey, so bin ich. Nein, im Ernst bei manchen Passagen facepalme ich mich selbst. Alles in allem ist es ein interessanter Dialog mit Musik (drei bisher unveröffentlichte Songs werden gespielt), über Politik und Quark. Also genau so wie hier eigentlich, nur mit mehr Ehhh und Ähhh… dabei habe ich schon viel Kram rausgeschnitten.
Dennoch oder gerade deswegen: Hört Euch das an!
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