Selbstmord
Der Freitod des Jeremiah Clarke
Jeremiah Clarke war ein englischer Komponist und Organist des 17ten Jahrhunderts. 1707 beging er Selbstmord. Da er sich nicht entscheiden konnte ob er sich lieber erhängen oder ertränken sollte, warf er eine Münze. Die Münze landete auf ihrer Kante im Schlamm. Daraufhin ging er heim und erschoss sich.
One Song A Day: Saturday
Schon wieder Tocotronic. Aber weil die damals auch enorm prägend für mich waren.
Tocotronic – “Samstag ist Selbstmord”
Kirk & Bruce – Das anerzogene Geschlecht
Durch die Blogosphäre geht gerade ein CNN-Bericht und ein damit verbundener Aufschrei. Es geht um Dr. George Rekers, ein Psychologe und Pastor. Das klingt in der Kombination schon gefährlich und ist es auch.
Rekers ist Christ, Anti-Gay und braucht schwule Callboys die ihm auf Europareisen sein Gepäck tragen. Er ist also ein wandelndes Klischee. Dennoch ist Homosexualität für ihn eine Sünde.
Es geht aber auch um Kirk Andrew Murphy.

1970 wurde der damals 5-Jährige Kirk Murphy einem Ex-Gay-Experiment an der UCLA unterzogen. Unter der Leitung von George Rekers, damals lediglich Doktorand, durchging Kirk eine “Therapie” um angeblich femenines Verhalten zu eliminieren. So spielte Kirk z.B. gerne mit Puppen.
Nachdem seine Mutter einen TV-Beitrag sah, meldete sie ihren Sohn bei einer Anti-Homo-Therapie an. Kirk wurde unter dem Pseudonym Kraig zu Rekers Musterbeispiel und seine vier Jahre später veröffentlichte Arbeit “Behavioral Treatment Of Deviant Sex-Role Behaviors In A Male Child” (PDF) verhalf ihm zu einer drei Jahrzente umspannenden Karriere als wissenschaftlicher Berater für Anti-Gay Aktivisten wie NARTH, der National Association for Research & Therapy of Homosexuality. Unter bezug auf Kraif aka Kirk berichtete Rekers, dass es ihm gelungen sei ein “bevorstehendes-homosexuelles” Kind zu einem “gesunden, heterosexuellen Mann” umzuerziehen.
2003 nahm sich Kirk Murphy mit 38 das Leben. Noch 2009 verbuchte Rekers in dem Buch “Handbook of Therapy for Unwanted Homosexual Attractions” seinen Fall als Erfolg. CNN machte nun eine erschütternde Doku über das “Sissy Boy Experiment”.
Interessant ist dabei die Ähnlichkeit zum Fall Bruce Reimer:
“Bruce und Brian Reimer wurden als eineiige Zwillinge geboren. Im Alter von sechs Monaten stellte man bei beiden eine Vorhautverengung fest und knapp zwei Monate später, am 27. April 1966, erfolgte eine Operation bei Bruce. Die Beschneidung missglückte jedoch und sein Penis wurde irreparabel beschädigt. Seine Eltern entschieden sich daher auf Rat des bekannten Sexualwissenschaftlers John Money, das Kind als Mädchen aufzuziehen. Im Alter von 22 Monaten wurden Bruce die noch vorhandenen Hoden entfernt (Kastration) und aus der Haut seines Hodensacks rudimentäre Schamlippen geformt. Bruce wurde ab diesem Zeitpunkt Brenda genannt. Darüber hinaus wurde das Kind etwa ab dem 12. Lebensjahr mit weiblichen Hormonen behandelt.
Money war von diesem Fall besonders begeistert, da Bruces eineiiger Zwillingsbruder Brian als Vergleich für Moneys These dienen konnte, nach welcher allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt. Brenda wurde nach dieser Zuweisung von Money als ‘normales, glückliches Mädchen’ beschrieben. Brenda selbst sowie Familie und Freunde jedoch beschrieben sie als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen.”
In der Pubertät fand Brenda raus, dass sie eigentlich Bruce war und lebte vortan wieder als Mann und nannte sich David. 2004, im Alter von 38 Jahren, beging Reimer Selbstmord.
Ironischerweise wurde der Fall Bruce Reimer gefeiert. Insbesondere von Alice Schwarzer, die darin eine Bestätigung sah, dass es sich bei Sexualität lediglich um ein soziales Konstrukt handele. In ihrem Buch “Der kleine Unterschied” verwendete sie dies als Beleg für ihre Thesen des Gleichheitsfeminismus und als Musterbeispiel für den “aufklärenden Auftrag der Forschung”. Zu Gute muss man Schwarzer halten, dass ihr Buch 1975 erschien und sich lediglich, wenn auch distanzlos, auf die Studie von John Money bezog. Von der unglücklichen Pubertät, dem weiteren Lebensverlauf und dem Selbstmord konnte sie damals nichts wissen. Schwarzer, die sich bis heute nicht von ihrer These distanzierte, in ihrem Buch:
“Zu den wenigen Ausnahmen, die nicht manipulieren, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht werden, gehören Wissenschaftler wie der Psychologe Prof. John Money und die Psychiaterin Anke A. Ehrhardt, die sich in Forschung und klinischer Beobachtung intensiv mit der Frage der Geschlechtsidentität befassen. [...] Im siebten Monat wurde einem Teil eines eineiigen männlichen Zwillingspaares bei der in den USA üblichen Beschneidung der Vorhaut versehentlich der Penis ganz verbrannt. Die Eltern [...] folgen [...] dem Rat eines Chirurgen, den Jungen ohne Penis einfach als Mädchen zu erziehen. [...] Das Mädchen wird einer kontinuierlichen Hormonbehandlung unterzogen, und nach der Pubertät wird man ihm eine künstliche Scheide einsetzen. Sie wird dann eine normale Frau sein – nur gebären kann sie nicht. Und die Gebärfähigkeit ist auch der einzige Unterschied, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.”
Die Formung der seelischen Identitäten von Bruce Reimer und Kirk Murphy resultierten im Freitod.
UPDATE: Nach dem Klick alle Teile der Sendung. (weiterlesen …)
Selbstmord-Kit von Omi
Charlotte ist 91 Jahre alt und musste mit ansehen wie ihr Ehemann langsam und schmerzvoll an Krebs zugrunde ging. Das bewegte sie dazu selbst gebastelte Selbstmord-Kits zu verkaufen. Nachdem sich der 29jährige Nick Klonoski mit so einem Set im Dezember das Leben nahm wurde die Geschichte bekannt.
Mit dem Set alleine kann man sich allerdings gar nicht umbringen. Es besteht lediglich aus einer Plastikhülle und ein paar Schläuchen. Nachdem man sich die Hülle über seinen Kopf gestülpt hat muss man sie mit Helium füllen. Pures Helium wirkt so tödlich.
Aber genau das fehlt in dem Set, was den Verkauf in vielen Staaten der USA legal macht. Während die Debatte im vollen Gang ist, ist die Nachfrage immens. Bis zu 45 Sets im Monat verkauft Charlotte, die zu Protokoll gibt:
“It is not my intention to hurt anybody, but to offer people comfort when they die.”
Galgenhumor
Sich selbst zu töten, ist ja nicht gerade der beste Weg mit Krisen umzugehen. In dieser Variante aber schön originell. Beim Befüllen der Ballons sinniert man über sein Leben nach, dann Schlinge um den Hals und der letzte Flug beginnt. Man ist dem Himmel kurz nah, doch rein darf man dann wohl nicht.
Dies ist ein Gastbeitrag von Zloty Vazquez von Jahrgangsgeräusche.
Micky Maus wants to kill himself
Was für ein skurriler Fund. Drüben bei Super Punch gibt es vier Comic Strips aus dem Jahre 1930 in denen sich Micky Maus das Leben nehmen will weil Minnie jemand anderen geküsst hat.

Blog Of The Day: C3posuicides

Hach Winter, wenn Du weinst kommen nur Schneeflöckchen aus den Drüsen und viele Leute brauchen ein heidnisch/christliches Fest um sich ihrer Einsamkeit bewusst zu werden. Kurzum die Jahreszeit in der es die meisten Selbstmorde gibt. Richtig?! Falsch, die meisten Freitode finden in den schönsten Monaten des Jahres statt. Man spricht hier von “paradoxer Lebensmüdigkeit”.
Dennoch kein Grund auf ein Blog über einen lebensmüden Roboter nicht hinzuweisen. Und ich rede hier nicht von Marvin, dem depressiven Roboter aus “Per Anhalter durch die Galaxis”. Es ist tatsächlich C3PO, der seinem Leben ein Ende setzen will. Du fragst Dich warum. Schließlich ist es doch ganz cool ein klugscheißender goldener tappsiger Roboter zu sein. Aber C3posuicides liefert Dir auch dafür die Gründe, wie z.B. den hier:
“I speak every language but the language of love”






