Artikel über: Zensur

Deutsche Bank gegen das Zentrum für politische Schönheit und die Schuld

Das Zentrum für politische Schönheit wurde mir von meinem Mitbewohner nahe gelegt. Ich kam noch nicht wirklich dazu mich damit auseinanderzusetzen. Seit kurzem geistert der Film “Schuld” durch einige Blogs und die Deutsche Bank fühlt sich diffarmiert. Jetzt will sie das Filmchen zensieren:

“Die Deutsche Bank hat angekündigt, Strafantrag wegen Verletzung des § 201 StGB zu stellen und den Film per 19.12.2011 zu verbieten. Der Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Bank fordert mit Schreiben vom 14. Dezember 2011, ‘die weitere Verbreitung und Vorführung des Interviews von Herrn Hartmann in dem Film zu unterlassen.’ Die Deutsche Bank behauptet, der Pressesprecher habe ein ‘vertrauliches Hintergrundgespräch zu Ihrer persönlichen Information’ geführt, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei. Der Kameramann des Films, Firas Sabbagh, erklärt: ‘Der Deutschen Bank ist peinlich, was ihr Pressesprecher gegenüber dem Zentrum für Politische Schönheit öffentlich erklärt hat. Frank Hartmann wurde darüber aufgeklärt, dass das Gespräch aufgezeichnet wird.’ – Auch die CSR-Abteilung der Deutschen Bank, aufgescheucht von der Passage, die nicht so recht ins Bild sozialer Verantwortung passen will, bot Gespräche an. Jetzt droht die Bank, sich an der Freiheit der Kunst zu schaffen zu machen.”

Die betreffende Stelle beginnt ab Minute 6:20:

Die Ironie ist doch dabei, dass Medienprofis noch nicht gelernt haben wie man in solchen Fällen damit umgehen kann. Das Vorgehen sorgt lediglich für den berühmten Streisand-Effekt. Aber wie wäre ein korrekter Umgang mit ungeliebten Aussagen im Netz?
Und wie pfiffig ist das denn bitte Kunst und Politik miteinander zu verknüpfen und sich dann auf die Freiheit der Kunst zu berufen? Ziemlich, oder?

(via metronaut)

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Quo Vadis BRD?! – Polizei und Pressefreiheit

Castor, Presse, Polizei

Nun hacken Blogger ja immer gerne auf der etablierten Presse rum. Oft zu Unrecht, manchmal zu Recht. Fefe nennt den Spiegel stets ehemaliges Nachrichtenmagazin und ich meckerte hier ob der Berichterstattung zur sogenannten spanischen Revolution. Statt zu meckern handeln die Leute von Castor TV und berichten dort wo etablierte Medien sich nur kurz blicken lassen. Castor, S21 und Occupy wird im Stile von Embedded Journalists dokumentiert. Genau hier liegt natürlich auch eine Gefahr. Eine Vorgehensweise, die nicht ganz zu Unrecht in Kritik steht. Wo man sonst als Zivilist in Uniform bei Kriegshandlungen ins Geschehen gezogen wird und somit Gefahr läuft die Distanz zu verlieren, droht auch der Journalist unter den Demonstrangen seine Objektivität zu verlieren. Wo wir bei einer Debatte wären, die fragen muss, ob Journalismus nicht viel zu oft meinungsgeprägt ist und das sogar sein darf.

Vielleicht ist dies der Grund, warum viele begonnen haben ihre eigene Presse zu machen und da durchaus nach journalistischem Vorbild arbeiten. Sei es das kleine Interview mal eben so für das eigene Blog oder die Reise ins Wendland um vom Castor-Transport zu podcasten. So auch John F. Nebel von Metronaut, der mit einem Kollegen eben dies machte und böse mit der Polizei zusammenstieß. Als “Gefahrenabwehr” wurde Fahrzeug und Equipment beschlagnahmt. Nun hatten die Metronauten auch keine Presseausweise, was vielleicht deren Schwierigkeiten erklärt, aber nicht wirklich das Vorgehen rechtfertigt. Wo eine Gefahr in Aufnahmeequipment bestünde ist für mich fraglich. Ganz zu schweigen, dass man versuchte einen illegalen Radiosender auf das Protokoll zu schmuggeln.

Nun hatten nich nur Blogger mit Behinderungen zu kämpfen, sondern auch die Presse an sich. So beklagt sich die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union über das “Unrechtmäßige Vorgehen der Polizei”:

“Fotografen, die sich sowohl durch den von dju, DJV, freelens, BDZV, DZV oder VDS ausgestellten Presseausweis als auch die von der Polizei erwünschte Akkreditierung legitimieren konnten, gezwungen worden, Bilder zu löschen. In anderen Fällen wurden Journalistinnen und Journalisten Schutzausrüstungen abgenommen, so dass diese vor Ort nicht mehr weiter arbeiten konnten.”

dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß auf Nachfrage vom Einhorn:

“Die Polizei hatte vor Ort eine zusätzliche Akkreditierung erbeten, wobei wir schon im Vorfeld klar gestellt haben, dass ein solches Vorgehen eigentlich nicht erforderlich ist, weil der von den Verbänden ausgegebene Presseausweis als Legitimation für die Journalistinnen und Journalisten als ausreichend betrachtet werden sollte.”

Gleichzeitig betont sie aber auch, dass die derzeit durch die Medien gehenden Fälle keine Häufung implizieren. Vielmehr kann von einem gleich bleibenden Niveau die Rede sein. Von einem Eingriff in die Pressefreiheit sollte man dennoch reden.
Schocken tun dabei vor allem Bilder wie das obige, welches die Piraten Hamburg online stellten. Nun muss man allerdings betonen, dass eine teure Kamera noch keinen Journalisten ausmacht und dem Bild jeglicher Kontext fehlt. Anders sieht es bei dem Foto aus, das der Spiegel mit der Bildunterschrift “Pfefferspray-Sprüher: Die Polizei geht auch gegen Fotografen und Journalisten vor” auf seine Webseite stellte. Hier darf man ruhig davon ausgehen, dass es sich um einen nachweislichen Pressevertreter handelt.
Doch egal ob Presse oder nicht, das gewaltvolle Vorgehen im Wendland erschrickt und wirft Fragen auf, die geklärt werden sollten.

So betont auch der dju ausdrücklich, dass Betroffene sich dagegen juristisch zur Wehr setzen sollten.

Wie Du an einen Presseausweis kommst, kannst Du hier erfahren. Leider richtet er sich bisher nach dem Kriterium der hauptberuflichen journalistischen Tätigkeit.

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Time Magazine – USA vs. Rest der Welt

Das Time Magazine ist ein wöchentlich erscheinendes Nachrichtenmagazin im Stile des Spiegels für den es höchstwahrscheinlich auch Vorbild war. In den USA ist das Heft Marktführer und hat Ableger für Europa, Asien und den Südpazifik.

Nun ziert die aktuelle Ausgabe des US-Magazins ein Cover, dass irritiert. Während alle anderen Ableger über das Wiederaufkeimen der Revolution in Ägypten berichtet, heißt es in den USA, dass Stress gut für einen sei.
Interessante Form der Selbstzensur, die nicht das erste mal auftritt. Hier einige Cover wo die USA ganz andere Titelstories wählte. Die Bibel vs. Taliban und der konservative Volltrottel Glenn Beck statt China. Also eindeutig die wichtigeren, interessanteren Themen…

Time Magazine Selbstzensur

(via hgn)

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

K♥tzbröckchen 22.10. – 28.10.

Kotzbröckchen, die bunten Links der Woche. Und alle so: Yehhh!

Rot – Apple gegen Apfelkind:

Nur weil ich ein iPhone besitze heißt das nicht, dass ich hier keinen Shitstorm erwarte. Empört Euch! Echt jetzt!
Apple mahnt das Bonner Cafe Apfelkind ab. Wegen Logo und Apfel und blabla. Mehr dazu bei Floyd im Fakeblog.

Orange – Wie(viel) die deutsche Regierung zensiert:

Als ein Beitrag vom öffentlich-rechtlichen Magazin auf YouTube nicht mehr wegen einer angeblichen Regierungsanfrage verfügbar war, war der Aufschrei groß. Schon damals wurde auf den “Google Transparency Report” verwiesen, der Löschanfragen von Regierungsseite dokumentiert. Nun haben sich Leute das genauer angeschaut und festgestellt, dass Deutschland Zensur-Weltmeister ist. Yippeh! Wir sind wieder wer.

Gelb – Warum ich nicht mehr für die taz arbeite:

Sehr interessanter Blogpost von Kai Schöneberg auch die Kommentare sind sehr interessant. So erfährt man u.a. dass man bei der taz knapp über 2.000 Euro brutto bei einer Vollzeitstelle als Redakteur verdient.

Grün – Nerdcore Halloween Design:

Keine Ahnung was René an Halloween so toll findet, aber sein Halloween Design 2011 gefällt mir sehr.

Hellblau – Warum Uwe Boll der Regisseur ist, der er ist:

Schöner Diss von Marco an Uwe Boll. Gerade weil er klar macht, warum Boll nichtmal als Trash-Regisseur taugt. Obendrauf gibt es auch noch ein lustiges Video welches “beweist”, dass Boll verrückt ist.

Indigo – Tweed Run:

Miss Nyx über den kultigen Stoff und die damit verbundene Veranstaltung Tweed Run, die nun von London nach New York wandert. Ich besitze nicht ein einziges Tweed-Stück und schäme mich jetzt ein bisserl.

Violett – You can’t touch Chuck Testa:

(via obvious winner)

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Dieser Content ist in deinem Land nicht verfügbar, da er aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt wurde

Heilige Scheiße, ich wusste dass es das gibt. Schließlich habe ich im Occupy Wall Street Post davon berichtet. Aber, dass die BRD das auch macht hat mich jetzt überrascht. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Beitrag der Öffentlich-Rechtlichen handelt.

Regierung zensiert YouTube

Die Piratenpartei hat diesbezüglich eine Anfrage an das Bundeskanzleramt gestellt. Man darf davon ausgehen, dass es sich um einen Fehler handelt, so betont die WISO Redaktion selbst, dass der Beitrag immernoch in der Mediathek vorhanden ist, wenn auch wegen eines Rechtsstreits mit der Sparkasse Bremen leicht gekürzt. Vergleicht man die beiden Fassungen ist das einleuchtend. Verschwörungstheorien scheinen mir unangepasst, aber wie Jens Scholz richtig formuliert stellen sich einige Fragen:

  • Hat sich jemand gegenüber google / YouTube als Regierungsvertreter ausgegeben? Zum Beispiel die Sparkasse Bremen?
  • Wenn es diesen Screen gibt, werden wir ihn bald öfter sehen? Die Infrastruktur für eine staatliche Zensur auf YouTube ist nachweislich vorhanden und das macht mir Angst!

Es bleibt spannend, auch wenn man sich bestimmt nur verklickt hat und da eine Nachricht a la Rechtsansprüche Dritter / GEMA / ETC. hätte stehen sollen.

Hier kannst Du den (geschnittenen) Beitrag in der ZDF Mediathek sehen.

Update 13:25, 05.10.:
Ein erstes offizielles Statement gibt es von Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter:

Regierung zensiert und sperrt nicht.

Update 21:31, 05.10.:
Aufklärender Artikel bei heute.de Also alles genau so, wie ich es bereits vermutete. Die Fragen oben sind dennoch berechtigt und stehen auch fast so bei heute.

Außerdem verweisen sie auf folgende interessante Liste:
“Google Transparency Report” – Löschanfragen von Regierungsseite

Immerhin 124 Inhalte für den Zeitraum Januar bis Juni.

(via ronny)

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

The Censored Internet

Constant Dullaart hat mit thecensoredinternet.com einen Google-Klon gebaut, der die Ergebnisse zensiert. That’s it!

Zensiertes Einhorn

[via todayandtomorrow]

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Netzneutralität und Politik in Europa

Netzneutralität als Begriff kennt jeder, hat jeder schonmal gehört. Aber kannst Du das auch erklären? Ich für meinen Teil tatsächlich nicht. Gut also, dass sich die zweite Folge von ePolitik dem Thema widmet und es so erklärt, dass es wirklich jeder versteht.

Aber wie ist das in Europa? Wie steht es um die Netzneutralität? Die Nachrichten-Plattform OWNI hat eine Karte erstellt, die eine Übersicht über die verschiedenen netzpolitischen Brennpunkte in jedem europäischen Land bietet. Schau mal, was da alles schon abgeht und sei Dir sicher, dass das erst der Anfang ist!

Die Netzpolitik in Europa

Leben wir in einem “freien Netz” oder bereits in einem “zivilisierten Netz” wie Sarkozy es ausdrückt?

[via daMax und Ronny]

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Zensurbalkensonnenbrille

Diese Sonnenbrille verstößt bestimmt gegen das Vermummungsverbot. Darf man eigentlich normale Sonnenbrillen auf Demos tragen?

Nunja, diese Zensurbalkensonnenbrille (aka. Paparazzishades) gibt es u.a. hier für 12 $. Und ich finde es smart und stylish. Habe aber so ein Raverdingens mit neongrünen Bügeln was auch ganz geil ist.

Zensurbalkensonnenbrille

[via langweiledich]

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Was mich wütend macht…

Sowas hier. Das Foto wurde in einem Laden in Mountain Home, Arkansas gemacht. Niki Lauda würde dazu wahrscheinlich applaudieren. Anderleuts Glück ist eben ziemlich gefährlich und offensiv.

US Weekly - Elton John

UPDATE: Einige Kommentatoren halten das Bild für geshopped und auch ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Joe. My God. hat allerdings eine bessere Auflösung und auch ein Statement von einer Verkäuferin der Ladenkette:

>>She said the word from the store about this particular cover was that “several” customers had complained, so the shield went up. She also confirmed that these shields are utilized on a store-by-store basis, so the magazine would not have been covered up at any of the other Harps locations, unless customers complained there as well.<<

Auch gibt es eine offizielle Pressemitteilung von Harps.

[via blame it on the voices]

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags:

Streisand Me

Den Streisand-Effekt muss ich Euch ja nicht erklären. Sobald jmd. die Meinungs- oder Informationsfreiheit einschränken will ist dieses Phänomen durchaus lobenswert. Streisand me! ist keine Plattform auf der man die Streuung von Informationen anstößt oder Rufmordkampagnen startet. Vielmehr wird durch Mirrorn verhindert, das Informationen verloren gehen.

“In vielen Orten der Welt werden Informationen aus politischen, religiösen oder anderen wahllos nicht akzeptierten Ursprungs von Autoritären Mächten, Internet Providern oder Angestellten blockiert. Um dieses Verhalten von Staaten und Unternehmen zu beenden, geben wir dir streisand.me.”

Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass Effekt und Plattform zumindest in der Theorie für Brand-Deconstruction eingesetzt werden könnten. Aber das werden Journalisten ja schon seitdem es die Presse gibt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die deutsche Seite Rettet das Internet hinweisen, die über Mißstände und Bedrohungen im Internet informieren möchte und auch interessante Informationen zu rechtlichen Themen beinhaltet.

Und da es gerade so schön passt auch noch ein Verweis auf den offenen Brief von Su Holder an Familienministerin Kristina Schröder.

“Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob Sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurück bekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.”

[via @fasel u.a.]

(weiterlesen...)
Von: Daniel • Tags: