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Extrem Unbrauchbar – Über Gleichsetzungen von Links und Rechts

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Nicht erst seit den Wahlen in Thüringen fliegen die Hufeisen wieder tief. Die Gleichsetzung von Links und Rechts ist mal wieder in aller Munde. Grund genug sich abermals der Extremismustheorie zu widmen. Zum einen macht die Theorie den Diskurs enorm einfach. Es gibt extreme Ränder und die “gute Mitte”. Die Extremismustheorie verhindert also die Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Einstellungen in der sogenannten Mitte der Gesellschaft.
Nicht nur die Mitte-Studien zeigen seit Jahren, dass es dort aber ebenso Ansatzpunkte gibt.

Es gibt also tausend gute Gründe mal in “Extrem unbrauchbar: Über Gleichsetzungen von links und rechts” (amazon-Partnerlink) reinzuschauen. Dort schreiben u.a. Paula Irmschler, Leo Fischer, Maximilian Pichl und Lillemor Kuht über das Thema. Hier der Klappentext:

Rechtspopulistische Strömungen finden auf ihrem Feldzug gegen die Demokratie ein mächtiges begriffliches Mittel vor: die Extremismustheorie. Gewonnen aus einer spezifischen Lesart totalitarismuskritischer Arbeiten, etwa von Hannah Arendt, hat sich im Sprechen über die Gesellschaft ein Hufeisenmodell durchgesetzt: Eine Mitte der Gesellschaft werde von ihren Rändern bedroht. Islamismus, Rechtsextremismus und Linksextremismus arbeiten daran, die Demokratie zu zerstören. Doch besonders die Gleichsetzung von Rechtsextremismus und Linksextremismus führt oft dazu, ersteres auf Kosten von letzterem zu verharmlosen. Zudem ist die Konstruktion einer gesellschaftlichen Mitte selbst problematisch. Was gehört zu dieser Mitte, was nicht? Gerade die aktuellen Erscheinungsformen rechter Ideologien zielen darauf ab, gerade noch anschlussfähig zum gesellschaftlichen Diskurs zu bleiben und ihn durch kalkulierte Grenzverletzungen nach rechts zu verschieben – mit einigem Erfolg, Stichworte: »Flüchtlingswelle«, »Genderismus« oder »political correctness«. Doch wenn selbst der positive Bezug auf das Grundgesetz teilweise als linksradikal diskutiert wird, desavouiert sich dieses Hufeisenmodell endgültig.

Quelle: Verbrecher Verlag


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Testcard #26 – “Utopien”

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Ich weiß noch, dass ich irgendwann 2001 damit anfing die Testcard zu lesen. Die Preise waren für mich Studenten (der kaum zur Uni ging) happig und als jemand mit einem Sammeltick begann ich mit Ausgabe 1: “Pop und Destruktion”, dem Folgte demnach die 2 “Inland” und danach wählte ich eher nach Themen aus. Wie es der Zufall so will durfte ich nun für die letzte Ausgabe über “Utopien” ein paar Platten beschreiben. Auch wenn mein Beitrag ziemlich klein ist, ist das Ganze für mich immernoch ein bisschen so wie…
Ich weiß es gar nicht. Vielleicht einmal bei seiner Lieblingsband bei einem Song mitspielen? Es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Einfach weil die Bücher des Ventil-Verlags für mich als (wirklich schlimmen) Indie-Schnuffel eine Bereicherung waren.

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Testcard 26 - Utopien
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Die 35 besten Horrorsoundtracks und meine Top 5

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Horrorfilm-Soundtracks

Schöne Liste beim Rolling Stone. Dort wählten Musiker wie u.a. Geoff Barrows (Portishead, aber auch Soundtrack-Arbeiten), Mike Patton (Faith No More, Fantômas) u.a. die 35 besten Horrorfilmsoundtracks. Die rein männliche Jury wählt allerlei Standards, aber einige Überraschungen gibt es dennoch. Einige Filme wie z.B. “Die unheimliche Macht” (“The Keep”, 1983), “Kwaidan” (1964) oder “The Boogeyman” (1980) sagten mir bisher auch gar nichts. Viele der Soundtracks wie z.B. “Zombi 2”, “The Wicker Man” oder die zu den Kubrick und Carpenter-Filmen habe ich selbst im Plattenschrank. Hier also meine eigene Top 5.

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Star Wars Episode IX – Der finale Trailer

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Ich bin weiterhin Fan. Ich mochte auch “The Last Jedi” und “Solo” fand ich bei weitem nicht so schlimm wie erwartet. Bei allem neuen Disney-Star-Wars-Zeugs war ich super unterhalten. Und “Rogue One” ist tatsächlich einer meiner liebsten Filme im Universum. Dementsprechend catcht mich der Trailer sehr, vor allem wegen C3PO.

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Nevermind the Vinyl: Fink – Loch in der Welt

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Der Start einer neuen Serie. Alben, die es nicht auf Vinyl gibt, aber geben sollte. Ich bin Fan. Also von Vinyl und von allen Alben, die ich in dieser Serie vorstellen werde. Schon vor einiger Zeit schrieb ich darüber, wie ich meine CD-Sammlung langsam dezimiere. Ohne in die Kisten zu gucken, in denen meine Sammlung verstaut ist, führe ich eine Liste von Alben, die mir wichtig sind. Und wenn mir eine CD wirklich sehr sehr sehr wichtig ist, dann würde ich sie lieber auf LP haben als auf CD. Dabei kommt es immer wieder mal vor, dass das Werk gar nicht auf Vinyl zu haben ist. Dies also als Ursprungsgeschichte dieser neuen Serie.

Fink - Loch in der Welt

“Ich hab das Loch in der Welt gesehen
Ich hab reingeschaut
Jetzt weiß ich wo sie den tag andrehen
Und wer die stunden zerkaut”

Ich glaube auf Fink kam ich durch die VISIONS, die ich damals regelmäßig las. Vielleicht war es aber auch das Musikvideo zu “Ich kümmere mich darum”, das auf VIVA 2 ab und an über den Bildschirm flimmerte. So genau weiß ich das nicht mehr.

Ich weiß auf jeden Fall, dass es so ca. zur Veröffentlichung von “Mondscheiner” (amazon-Partnerlink) war, also 1999. Im Laden in der großen Stadt nebenan, die rückblickend auch noch sehr klein war, gab es dann “nur” eine CD und dann kaufte ich eben die. “Loch in der Welt” (amazon Partnerlink) war neu für mich.

Ich war fasziniert von dem Sound. Trocken, treibend und spröde, dazu diese Stimme. Nils Koppruch war nonchalant und lakonisch. Dass die Band dann auch noch mit “Sie wollen uns erzählen” Tocotronic coverte fand ich natürlich super. Die hatte ich schon live gesehen und ein zwei Lieder auf der Gitarre gelernt.

Natürlich sprachen mich auch die Texte an und bis heute kann ich nicht genau sagen warum. Manches erscheint mir banal, aber genau das war es wohl. Fink sangen in meinen Ohren über die Langeweile in meinem Kaff und waren selbst nicht langweilig. Das Loch in der Welt war genau hier, im Keller meines Elternhauses und ich war derjenige, der die Stunden zerkaute. Der, der wartete und wartete, dass nur irgendwas passierte. Mein Tag war ein Grab und ich wartete und wartete. Ich wartete darauf, dass mir jemand erklärte worauf ich denn überhaupt wartete. Ich saß daheim und dachte nach über verpasste Gelegenheiten und störte mich an dieser Stelle, die mich kratzte und quälte. Und auch die nächsten Jahre weiter quälen und wie ein Hund heulen sollte. Und niemand hörte den Hund außer mir.

Doch des eines Mannes Unglück ist des anderen Mannes Glück, denn so hatte ich ja jetzt einen Grund diese Stadt zu verlassen. Ich konnte ja auf Konzerte fahren und Fink ansehen. Und ich weiß nicht wie oft ich es tat, aber ich weiß, dass ich es sehr oft tat.

Und dann waren Fink ja auch noch “Kantrie”. War das eine eigene Szene? Es gab zumindest einen Sampler. “13 Golden Kantrie Greats” auf denen Bands und Musiker*innen aus Hamburg Folk und Country interpretierten. Und ich las die Booklets durch. So kam ich auf Peta Devlin, die u.a. bei Cow spielte, wo auch Ecki Heins spielte, der wiederum auf Alben von Fink zu hören war. Ich kaufte mir ein Akkordeon, ein Banjo und eine Schlaggitarre und beschloss jetzt auch sowas zu machen. So kam ich zu meiner ersten Band, die niemals eine war, aber auf dem ersten Album doch sehr verdächtig nach Fink klang ohne jemals nur ansatzweise so gut zu sein.

2006 lösten sich Fink auf. Mit ihrem selbstbetitelten Album von 2001 lieferten sie imho ihr Meisterwerk. 2012 verstarb Nils Koppruch viel zu früh und zwei Jahre später erschien eine Werkschau mit allen Alben auf Trocadero. Mit dabei auch die ersten beiden Platten, die bis heute nicht auf Vinyl erschienen sind.

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Leo Fischer über “Political Clickbait”

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Anlässlich Halle schrieb Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, einen Leitartikel in der WELT der allerlerlei Gründe für den antisemtisch-rassistischen Terroranschlag suchte, dabei aber einen Ruck nach Rechts propagierte.

Mittlerweile durfte Deniz Yücel im selben Medium hinter der Paywall widersprechen. Manche Leute können es besser formulieren als ich es je könnte. Und Leo Fischer bringt es bei Neues Deutschland im Kommentar “Ein wirres Manifest” auf den Punkt:

“Wenn man mit Medienmenschen über die Transformationen der Branche spricht, ist oft die Rede von »Kanälen«, von »maßgeschneiderten Angeboten«, von der »persönlichen Nutzererfahrung«. Damit meinen sie, dass sich zumindest die Onlinemedien ihrer redaktionellen Verantwortung weitestgehend entzogen haben, gar nicht erst versuchen, so etwas wie eine Blattlinie herzustellen, sondern völlig unvereinbare Ansichten und Haltungen gleichermaßen transportieren, um möglichst unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen.


So können auf der Homepage einer ehedem liberalen Tageszeitung gleichzeitig ein Leitartikel, in welchem vor Rechtsradikalen gewarnt wird, und diffuse Räuberpistolen über »Ausländergewalt« erscheinen – durch das »individualisierte Nutzererlebnis« sieht man bevorzugt die Nachrichten, denen man selbst zuneigt. Der Kunstfertigkeit der Redaktion obliegt es, dafür zu sorgen, dass sich die beiden Zielgruppen nicht allzu sehr in die Quere kommen. “

Ich klebe mir das nicht nur als Leseempfehlung in den Blog, sondern auch als weiteren Baustein für das was ich “Political Clickbait” nenne, mehr dazu findest Du hier. Der vermeintlich unideologische Meinungspluralismus liefert Platz für rechte Inhalte, neuerdings auch auf Seite 1.

Interessante Anekdote: Ich erinnere mich wie ein homophober Text von Matthias Matussek und die dazugehörige Replik von Ulf Poschardt in der WELT mich über diese Praxis haben nachdenken lassen und Anlass für diese Reihe waren. Das war 2014. Bemerkenswert, wo Matussek mittlerweile angekommen ist, und was derzeit auf Seite 1 der WELT geschrieben wird.

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