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Dør – Podcast und Lesung

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Mal ein kleines Update zu meinem literarischen Debüt Dør (Amazon-Partnerlink). Ich habe mich sehr gefreut Gast bei einem der wenigen Podcasts zu sein, die ich relativ regelmäßig höre. Die Arkham Insiders haben ein Weihnachtsspecial aufgenommen und wir reden da über mein Buch, Musik und natürlich Lovecraft.

Dør ist ein Episodenroman mit spannenden Anleihen bei H. P. Lovecraft und Edgar Allan Poe.”

Arkham Insiders

Diesen Freitag gibt es dann auch noch eine feine Lesung zusammen mit meinem Verlagskollegen Jasper Nicolaisen.

Wann? 10.01.2020, 20:00
Wo? Posh Teckel, Pfluegerstr. 4

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Mehr zum Buch:
Norsk – Kurzgeschichte aus Dør anhören

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2010-2019 – Mein Jahrzehnt in Musik

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musikstoeckchen Daniel Decker

Ich habe gerade festgestellt, dass alle Veröffentlichungen als Daniel Decker in der letzten Dekade erschienen sind. Ich glaube aber, dass ich bereits ab 2009 unter meinem eigenen Namen und nicht mehr als “Pawnshop Orchestra” auftrat.

Hier also ein kleiner Rückblick auf ein Jahrzehnt Musik.

Enklave EP (2010)

Die Enklave EP sollte das bereits fertig gestellte Album “Weißer Wal” ankündigen. Neben zwei Songs vom Album fanden sich auf der EP Stücke die nicht so ganz auf das Album passten, aber imho keine Outtakes waren. Den Titel “Die Geister mit denen ich schlief” habe ich mir von meinem Freund und Labelchef Michael Kolepke (auch “Lauter Bäumen”) geklaut. Einer der wenigen Songs auf denen ich selbst Schlagzeug spiele.

Nicht ganz so gelungen finde ich rückblickend das Cover von “Smalltown Boy” als “Vorstadt Junge”. Erstmal muss ein CIS-Guy den Song nicht annektieren und zweitens ist es auch nicht sonderlich gut gelungen und näher an Parodie als Hommage. Dabei sollte es eindeutig letzteres sein.

Die Enklave-EP kannst Du auch auf CD (inkl. Cover-Song) kaufen.

Schwarzer Schwan EP (2012)

2011 zog ich nach Berlin, orientierte mich neu und dieser Blog wurde mein Haupthobby. Musik trat immer mehr in den Hintergrund, aber das fertige Album sollte dennoch irgendwann kommen. Aber niemand hatte Geld und eigentlich sollte es ja ‘ne Tour geben. So richtig mit Band und großer Promo und Allem.

Über den Blog verfolgte ich auch die Musikpiraten, die GEMA-freie Musik verbreiteten. Bereits 2009 steuerte ich mit “25 Euro” einen Song zu einem ihrer Sampler bei. 2012 folgte dann ein weiterer Sampler mit einem Stück von mir. Ich durchsah mein Archiv von unveröffentlichten Songs und Demos und stellte eine neue EP zum Gratis-Download zusammen.

“Ändern” war eigentlich ein Song, den ich noch als Pawnshop Orchestra aufnahm. “Eine Vision” ein Outtake aus den Sessions zu “Weißer Wal” und “Schwarzer Schwan” erschien bereits auf dem lolinet-Instrumental-Sampler “Kunststoffspule”.

Alles in Allem also eher ein Lebenszeichen als ein vollwertiger Release, dafür aber ein schönes abgefahrenes Cover und der erste Versuch des “Black-Metal”-Logos.

Interlude: Der Torsun & Das Einhorn & Die Caro (2014)

Torsun lernte ich über den Blog kennen. Irgendwann trafen wir uns und verstanden uns prächtig. Er fragte mich ob ich nicht Lust hätte bei Egotronic mitzuspielen (War es Bass? Oder war es Gitarre? Ich weiß es nimmer), aber ich war zu spießig um dem Berufstrott zu entkommen. 2014 schickte er mir einen Song und erzählte, dass dies sein neues Projekt wäre und er mich gerne mit dabei hätte. Rock’n’Roll, kein Elektro, keine Overdubs. Ich war sofort Feruer und Flamme und wir schrieben einige Songs zusammen. Ich glaube wir hatten am Ende sieben Nummern. Zwei oder drei sang auch ich. Zusammen mit Caro am Schlagzeug hatten wir dann auch einen einzigen Liveauftritt. Danach schlief das leider alles ein. Mein Lieblingssong ist “VoSchePi”, was wohl auf weite Sicht weiterhin aktuell sein dürfte.

Für mich am Wichtigsten war aber, dass ich wieder richtig Bock auf Musik hatte und mir endlich vornahm “Weißer Wal” zu veröffentlichen. Egal ob Tour oder große Promo, einfach so wie ich es immer wollte. Auf Vinyl mit Inside-Out-Cover und so weiter…

Weißer Wal (2015)

2015 kam dann endlich mein neues Album. “Weißer Wal” wurde tatsächlich ziemlich gut rezensiert (Hier einige Reviews und hier eine aus dem Musikexpress, hier ein Artikel aus der taz). Trotzdem passierte sonst nicht viel. Ein paar sehr kleine Gigs und das war es dann. “Weißer Wal” ist aber mein Lieblingsrelease und ich bin dankbar, dass ich mit Max von den Wildood Studios (und Kiesgroup) die Platte aufnehmen durfte.
Dazu kamen dann noch zwei Digital-Singles auf denen jeweils Demoversion des ausgekoppelten Songs, Albumversion und Remix zu finden sind. Bei “Wir müssen zerstören” gab es dann auch das erste Mal mein finales Black-Metal-Logo zu sehen.

“Weißer Wal” Vinyl inkl. CD bei mir bestellen

Dunkelheit geht, wenn Du kommst (Split 7inch mit van Kraut 2017)

2016 hatte ich dann eine Band zusammengestellt und neue Songs geschrieben. Angedacht war eine EP, einfach als Trio eingespielt, dann ein paar Overdubs, aber der Drummer ghostete den Bassisten und mich. Ragierte nicht auf Anrufe oder Mails und hat meines Wissens nach sogar die Stadt verlassen. Letzteres aber wohl aus anderen Gründen. Einen neuen Release wollte ich dennoch machen, dann halt ne Single. Also fragte ich Torsun ob er mir ein Studio in Berlin empfehlen konnte. Er verwies mich an Vredeber Albrecht und sein Audiofenster. Sein Input bei diesem kleinen Song ist nicht zu unterschätzen. Den Bass spielte dann auch noch gleich Lars Precht. Leider musste ich mit der Single feststellen, dass 7inches wohl kein so sonderlich gutes Format für Musiker sind die nie touren und auch sonst kaum was verkaufen. Dennoch bin ich mit dem Song ziemlich zufrieden. Auf der B-Seite der Split sind übrigens die fabelhaften van Kraut zu hören!

7inch hier kaufen

“Schwarzer Kaffee” (Cold Coffee RMX 2017)

Für die befreundete Band Rosi habe ich dann auch noch einen Remix gemacht. Der Remix gefiel Sven und Mirco dann so gut, dass es nicht nur ein Video gab, sondern der Remix auch noch auf dem CD-Re-Release zu “Grey City Live” aus diesem Jahr landete. Juhu!

“Grey City Life” inkl. meines Remix kaufen (amazon-Partnerlink)

Und nun?

Ich mache weiter Musik, in letzter Zeit habe ich viel mit Tapes experimentiert und bau(t)e mir ein kleines Homestudio. Mittlerweile habe ich auch ein neues Album fast fertig geschrieben (Arbeitstitel: “Q.E.”) und als Bassist spielte ich in einer Band bei der ich hoffe, dass da was raus wird.
Gleichzeitig zeigt die letzte Dekade aber auch, dass die Zeiten in denen ich bis zu 40 Gigs in ‘nem Jahr spielte lange vorbei sind. Und es zeigte auch, dass ich hier wirklich eine Liebhaberei betreibe. Allen guten Kritiken zu trotz, in erster Linie mache ich das wohl für mich. Aber hey, das reicht doch auch!


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Mein Jahr in Medien

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2019 in Medien

Vielleicht werde ich alt. Aber vielleicht werde ich auch einfach nur gelassener. Ich renne nicht mehr jedem Hype hinterher und versuche das nächste große Ding mitzubekommen. Ich lass es einfach auf mich zukommen. Das Resultat ist allerdings, dass ich selbst nicht mehr als Filter und Katalysator hier im Blog so gut funktioniere.

Wenn ich mir zum Beispiel die Platten, die 2019 erschienen sind und mich interessieren, ansehe, dann sieht es mau ist. Viel ist das nicht. Stattdessen bin ich offensichtlich nun jemand geworden der Sehnsüchtig auf irgendwelche Reissues wartet (“Monster” von R.E.M. z.B.). Dennoch möchte ich eine kleine Auswahl präsentieren von dem was mich begeisterte. Here we go…

Musik – “Don’t You Think You’ve Had Enough” von Bleached
Wow. Was für ein Album. Ein Freund empfahl es mir und kündigte an, dass nur Hits da drauf wären. Und er hatte Recht! Was für ein Album. Unglaublich vielseitige Platte deren Songs zwischen Disco-Punk und Post-Grunge mäandern. Hier einer meiner Lieblingssongs von einer Platte voller neuer Lieblingssongs!

“Don’t You Think You’ve Had Enough” kaufen (amazon-Partnerlink)

Filme – “Wir” von Jordan Peele
“Get Out” von Jordan Peele mochte ich bereits sehr, aber “Wir” fand ich tatsächlich noch grandioser. Eine Parabel auf Unterdrückung und Klassenkämpfe in Form eines Horrorfilms. Und der finale Kampf ist mit Musik und allem eine der grandiosesten Sachen die ich wohl je im Kino sehen durfte.
Ich kann nicht verstehen, dass der Film stellenweise so schlecht wegkam. Gut, man muss sich auf das Szenario einlassen und die überzeichneten Figuren der Tethereds machen es einem vielleicht nicht immer so leicht. Aber Genre-Fans dürften damit kein Problem haben.

“Wir” kaufen (amazon-Partnerlink)

Bücher – “Erwachsen” von Jasper Nicolaisen
Ich habe dieses Jahr nicht wirklich viel gelesen. Das lag vor allem daran, dass ich zu einem großen Teil an meinem eigenen ersten Buch schrieb. Ironischerweise ist der Autor von “Erwachsen”, Jasper Nicolaisen, nicht ganz unschuldig daran. Denn die Grundidee von “Dør” entstand bei einer Kurzgeschichte für Jaspers Fanzine “Lazer Meduza”.
“Erwachsen” ist eine Familiengeschichte über Identität, Vampire und Sexualität. Außerdem mit dabei: Ich als seltsamer geiler (oder “seltsam-geiler”?) Nebencharakter, der die Geschichte zu einem vorzeitigen schrecklichen Ende geführt hätte. Mehr in einem Roman geht einfach nicht!

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Leseprobe aus “Du bist es vielleicht” von Felix Scharlau

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Nach “Fünfhunderteins: Ein DJ auf Autopilot” ist “Du bist es vielleicht” der zweite Roman von Felix Scharlau. Exklusiv beim Kotzenden Einhorn gibt es diese Leseprobe. Timo Tripke, eigentlich Lehrer, wird über Nacht berühmt und findet sich nach einigen Irrungen & Wirrungen in dieser Medien-Satire in einer bekannten Reality-TV-Show im Dschungel wieder.

Timo Tripke und Wiebke mühten sich wieder den kleinen Hang hinauf und liefen zurück zur Lichtung, die alle Welt als «Das Camp« kannte. Ein paar Feldbetten mit dünnen Schlafsäcken, eine Feuerstelle. Töpfe, Teller, eine wasserdichte Lebensmittelbox. Baumstämme statt richtiger Stühle. Ein im Fernsehen bestimmt nicht sichtbares Regendach in circa acht Metern Höhe, das bei Bedarf ausgeklappt werden konnte. Darüber eine Kranwinde, mit der manchmal Sachen heruntergelassen wurden, als hätten die Bewohner Lepra.

Das war sie, die Grüne Hölle.

Ex-Castingshow-Teilnehmer Spencer Schneider und Ex-Volksschauspielerin Agathe Leimann, die einst unter Fassbinder gearbeitet hatte, wie sie nicht müde wurde zu betonen, wirkten auf die Ankömmlinge wie Obdachlose, die auf einer Waldlichtung ausharrten.

Es war Tag 5. Und die Moral, für alle sichtbar, längst am Boden. Dolmen lag auf seinem Bett, wie eigentlich die meiste Zeit. Zum Glück schlief er. Wenn er nicht schlief, sprach er viel, zu viel, von den einflussreichen Berühmtheiten, die er zu seinen Freunden zählte. Warum keiner von ihnen Dolmen daran gehindert hatte, jetzt hier zu sein, erzählte er nicht. So ziemlich alles im Camp war unter Dolmens Würde. Sowas, palaverte er gerne, könne man mit so einem wie ihm nicht machen. Doch, offensichtlich schon.

Am unangenehmsten war, wenn Dolmen über Frauen sprach, was er vornehmlich dann tat, wenn er mit Tripke alleine war. Als Folge seines überbordenden Egos schien er eine virile Verbindung zwischen ihnen beiden zu spüren. Deren Abwesenheit hielt ihn nicht davon ab, sie sich einzureden.

Es waren schlimme Minuten für Tripke, wenn Dolmen den Mund aufmachte. Denn alles, was er sagte, wurde aufgezeichnet. Und Tripke stand mit im Bild.

Natürlich monologisierte Dolmen nicht nur über Frauen. Er informierte auch ungefragt über die neue Partei, die er gedenke zu gründen, wenn er wieder in Deutschland war. »Die bürgerliche Alternative«. Wenn der Name nicht schon vergeben sei, er müsse noch mal gucken. Für dieses Vorhaben suche er Mitstreiter und Geld. Deshalb mache er hier mit. Nur deshalb. Wegen politischer PR. Der Trip nach Australien gleiche für ihn einer Bürgersprechstunde.

Jeder der Kandidaten streute eine eigene Legende, weshalb er oder sie wirklich hier war. Ins Camp ging niemand, weil er musste. Nicht weil PTL die einzigen gewesen wären, die angerufen hatten außer den Gläubigern. Nicht weil man so war, wie die anderen verzweifelten Seelen, die sonst ins »Camp Grüne Hölle« gingen. Nein, dieses Jahr war es anders. Das hätten die vorherigen Teilnehmer zwar auch immer behauptet, aber diesmal stimmte es wirklich! Im Camp waren sie wegen der außergewöhnlichen Erfahrung. Der Lust auf etwas anderes. Weil sie »gerade zwischen zwei Jobs« stünden. Oder natürlich, weil sie sich im betreuten Wohnen des Privatfernsehens entspannt über »etwas Wichtiges Gedanken machen« müssten. Und Dolmen, der war eben hier, weil der Sender ihm die Möglichkeit geboten hatte, für seine neue Partei vor einem Millionenpublikum zu werben. Gratis! 14 Tage Zeit für seine Inhalte, und niemand widersprach. Der Traum jedes Politikers. Auch das wiederholte er alle paar Stunden. Möglicherweise glaubte er es bald selbst. Im Camp gab es keine Sicherheit, keine Wahrheit. Alles hier schien zwei Seiten zu haben, war grundsätzlich infrage zu stellen. Die viele Zeit, die weitestgehend ereignislos verging, ließ die Wahrnehmungen gären. Emotionen wucherten.

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Disclaimer: Ich kenne Felix schon aus meiner Zeit beim intro-Magazin und bin auch mit dem Ventil-Verlag verbandelt…

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Norsk – Kurzgeschichte aus Dør anhören

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Dør von Daniel Decker

Am 9.12. erscheint im Ach-Je-Verlag mein literarisches Debüt. Eine kleine Kurzgeschichtensammlung, die sich zu einem großen Ganzen fügt, für Fans von Lovecraft und Poe. Eine der Geschichten habe ich eingelesen, hier könnt Ihr sie hören:

Gerne rebloggen und sharen, den Sharing is caring.

“Tekeli-li! Tekeli-li!” – Ein schrecklich-grauenhafter ewiger Schrei ist nur der Beginn eine Reise in unbekannte blasphemische Gefilde deren Wahnsinn an H.P. Lovecraft und Edgar Allen Poe gemahnt. Was mit dem Verschwinden einer guten Freundin beginnt deckt im Verlauf ein uraltes Geheimnis auf. “Die letzte Bewegung ist ein Klang, geschaffen aus Körpern, so wie der Tanz aus Körpern geschaffen wurde. Und sie eröffnen eine neue Welt.”

Und natürlich könnt Ihr das Buch bereits vorbestellen:

Beim Verlag: https://ach.je/produkt/daniel-decker-dor/
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