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Carol Kaye – Die berühmteste unberühmteste Bassistin

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Carol Kaye Biographie

Ich kannte Carol Kaye, aber ich bin da vielleicht auch was nerdig. Kaye gehörte zur der Wrecking Crew, die wohl wichtigesten Sessionmusiker*innen der Musikgeschichte. Aber eben auch deswegen dürfte sie vielen unbekannt sein, denn die Wrecking Crew blieb im Hintegrund, im Studio und war (meist) nicht auf Plattencovern oder der Bühne zu sehen obwohl sie auf einigen der größten Hits spielte.

Kaye spielte u.a. bei “These Boots are made for walking” von Nancy Sinatra, “The Beat goes on” von Sonny and Cher und “I’m a believer” von den Monkees. Auch für die Beach Boys, Ray Charles, Phil Spector, Frank Zappa, Lalo Shifrin, Quincy Jones und Barbra Streisand war sie im Studio. Als Bassistin spielte sie so mehr als 10.000 Aufnahmesession und etablierte, dass Bass auch mit Plektrum gespielt wird. Dies mag daran liegen, dass sie vor Ihrer Ausnahmekarriere als Bassistin bereits erfolgreich als Gitarristin arbeitete.

Kaye behauptete sich schlagfertig in einer von Männern dominierten Welt:

“All I had to do was play great and feed back to them what they said to me, saying something like ‘well you play good for a guy’, or ‘you sure are sexy for a fat guy’. Just make sure you’re not defensive about your musicianship being poor, you first need to get your musicianship together which usually stops all hassles. […] It’s important to have a good sense of humor as well as a wit that gets the others laughing at the perpetrators…they don’t like to be laughed at, and soon stop. And I always out-played everyone, no problem.”

Dennoch sind einige Ihrer Credits in Debatte, weil man(n) Ihren Beitrag als Frau nicht anerkennen will.

Auch im hohen Alter arbeitete Kaye noch als Sessionmusikerin und Lehrerin. So z.B. auf “Fast Man Raider Man” von Frank Black (Partnerlink). Als Autorin schrieb Sie einige Lehrbücher wie “How To Play The Electric Bass” (Partnerlink) sowie eine Autobiographie.

Polyphonic stellen Kaye in diesem sehenswerten Video vor:

Carol Kaye über Ihre bekanntesten Bass-Licks

“Carol Kaye talks about her famous (bass)guitar licks for Sam Cooke (Summertime), Ritchie Valens (La Bamba), Beach Boys (Good Vibrations) en Quincy Jones & Bill Cosby (Hikky Burr). A documentary by Top 2000 a gogo.”

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Narzissmus und Internet – Der Weg des Matthias Matussek

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Matthias Matussek zu besseren Zeiten, Foto von Melanie Feuerbacher

Wie wird jemand vom Ressortleiter des SPIEGEL zu einer kümmerlichen Figur der neuen Rechten. Die ZEIT stellt Matthias Matussek in einem Portrait dar und zeichnet seinen Weg, der ihn zum skandieren von Parolen auf Bierkisten führte.

Mir fällt dazu ein, dass Matussek soweit ich mich erinnere, der Beginn für meine These des Politischen Clickbaits war. Wie unter dem Deckmantel des Meinungspluralismus und mit Schielen auf die Klickzahlen ein homophober Artikel und kurz danach eine Gegendarstellung bei der WELT erschien. Laut Artikel war zweiter Beitrag von Ulf Poschardt, der damals zwei Tage später erschien, mutmaßlich mehr Schadensbegrenzung als erneuter Versuch auf dem klickstarken Thema rumzureiten. Leider ist das nur in einem Satz geschildert:

“Großer Ärger in der Redaktion der Welt.”

Und vielleicht sollte – auch wenn ich von küchenpsychologischen Ferndiagnosen reichlich wenig halte – in Zeiten von Trump und Co. folgender Absatz hervorgehoben werden:

“Ich habe für diesen Artikel mit dreien seiner vier Brüder geredet, einem Professor, einem Lungenarzt, einem pensionierten Lehrer. Aus ihren Worten sprach Liebe. Und Sorge. Es ging in diesen Telefonaten weniger um Merkel und die große Politik. Aber zwei Worte fielen immer wieder. Narzissmus. Und: Internet.”

Auch wird eine Frage beantwortet, die ich mir oft stellte. Ob Jan Fleischhauer und Matussek weiterhin Freunde sind. Und tatsächlich sind sie das und Fleischhauer bekommt viel Platz um seinen alten Weggefährten zu entschuldigen. Ich würde ihm da vehement widersprechen. Ein rechter Hetzer bleibt ein Hetzer, auch wenn die Beweggründe keine politischen sein sollen. Das entschuldigt gar nichts!

(Foto von Melanie Feuerbacher, Wikicommons unter CC BY-SA 3.0 de Lizenz)

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Drumsounds im 80ies-Style

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80ies Drumsounds

Es ist hier unter anderem so ruhig, weil ich gerade ein kleines Studio einrichte und mich daher auch viel mit Recording und Sounds beschäftige. Da ich in dem kleinen Studio kein echtes Schlagzeug aufnehmen kann, lerne ich derzeit auch viel über Drum-Sounds, und für mein nächstes Album schwebt mir ein Achtziger-Jahre-Sound bei den Drums vor. Auch wenn das wohl wieder total abgenudelt ist. Aber egal, wer weiß wie das wird, wenn ich erstmal mit den Aufnahmen anfange und vor allem wie das dann ist, wenn ich die Aufnahmen ca. 2026 beendet habe.

Whatever – Ich dachte, ich klebe mal einige meiner Recherchen hier ins Blog. Was macht also einen Achtziger-Jahre-Drumsound aus? Als erstes fällt einem da natürlich Gated Reverb ein, was das ist erklärt dieses hervorragende Video:

Hier ist ein Gated-Reverb-Tutorial für Cubase-Nutzer.

Und welche Drumcomputer sind zu empfehlen?

Klar, bei den 80ern bist Du schnell bei der legendären TR-808, ich habe allerdings festgestellt, dass mir andere Drumcomputer mehr liegen. Allen voran wäre da Linn Drum. Als VST-Plugin habe ich die z.B. bei meinem ROSI-Remix eingesetzt. Prominente Songs die auf die Linn setzen sind u.a. “Little Red Corvette” von Prince, “Drive” von den Cars und “Rock Me Amadeus” von Falco.

Ich habe DJinnDrum als Gratis-VST-Plugin genutzt, es gibt aber sowohl mehrere gratis als auch Bezahl-Plugins. Drei davon werden hier vorgestellt.

Hier die Linn im Einsatz:

Ebenfalls enorm interessant finde ich die Synare Drums. Die dritte Version der Synare wurde von Stephen Morris bei Joy Division einesetzt.

Neben echtem Schlagzeug setzten Joy Divison übrigens auch noch die BOSS DR-55 ein, wobei die meinen Recherchen nach wohl erst bei New-Order-Aufnahmen tatsächlich zu hören ist. Gratis Sample-Packs von der DR–55 findewst Du u.a. hier und hier.

Pimp your Snare-Sound

Aber es gibt noch weitere Tricks um die Drums mehr nach 80er Jahren klingen zu lassen. So kannst Du via Gate z.B. Noise zumischen. In diesem Video wird das mit Pink Noise vorgeführt:

Das dazumischen von Noise oder Samples via Gating ist übrigens very common. Jemand der das auch sehr gerne macht ist Andy Wallace, der wohl vor allem für die 90er steht und von Nirvana über Rage Against The Machine bis hin zu Linkin Park vieles mischte. Er setzt dort wohl aber Samples und White Noise ein, hervorragend in diesem Video von Rick Beato erklärt:

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Fünf ABBA-Cover, die Du eventuell noch nicht kanntest…

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Portishead mit ihrem ABBA-Cover von SOS

Ich habe ein Herz für ABBA und der Film “Mama Mia!” (Partnerlink) ist mein Guilty-Pleasure. Die Produktion der Alben ist außerordentlich, der Sound und irgendwie schwingt selbst bei fröhlich erscheinenden Liedern oft die Melancholie mit. Als Vinyl-Digger ist es außerdem relativ günstig eine ABBA-Sammlung aufzubauen, die meisten Alben findest Du zu kleinem Preis auf Flohmärkten.

Seit dem 19.7. ist nun die Fortsetzung “Mamma Mia! Here We Go Again” in den Kinos. Grund genug eine Lanze für ABBA zu brechen und wenn Dich die originale nicht überzeugen, vielleicht ja diese fünf Cover-Versionen:

“SOS” von Portishead

Vielleicht das beste Cover in dieser Liste. Aufgenommen für den Film “High Rise”. Leider wurde der Song bisher nur als Video veröffentlicht und ist auf keinem physischen Tonträger zu finden.

“I’m a Marionette” von Ghost

Besser ist nur noch Ghosts Cover von “Cruzified” von den Army Of Lovers. Ich mag den okkulten Mummenschanz der maskierten Ghule. Hier spielt übrigens Dave Grohl mit.

“Does your mother know?” von ash

Aufgenommen für die BBC Radio One’s Evening Session. In einer anderen Version war dies der Beitrag für die Compilation “ABBA – A Tribute: The 25th Anniversary Celebration” (Partnerlink) auf der u.a. auch Evan Dando, Army Of Lovers und Bananarama Abba covern.

“The Visitors” von Television Personalitites

Dan Treacy covert ABBA? Vermutlich die Band, der man als letztes ein Cover der Pop-Sensation aus Schweden zugetraut hätte. Dementsprechend ist das Cover auch schräg, düster und ungewöhnlich.

“I have a dream” von Abay

Aydo legt eine solche Traurigkeit in das Stück, dass es herzerweichend ist. Wirklich bewegende Cover-Version.

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