Geisterstadt für Propaganda: Kijong-Dong

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kijong dong

Jetzt ist die Nordkorea Woche hier fast zu Ende und ich hab noch ein schönes WTF für das Ende aufgehoben: Kijong-Dong.
Kijong-Dong ist ein Dorf in der entmilitarisierten Zone. In dieser Zone gibt es nur zwei Dörfer. Das andere ist das südkoreanische Daeseong-Dong was zwei Kilometer von Kijong-Dong entfernt liegt. Nur eben auf der anderen Seite der Grenze.

Offiziellen Quellen zufolge leben 200 Familien in Kijong-Dong und betreiben eine Farm. In wirklichkeit ist das Städchen aber ein potemkinsches Dorf also eine Scheinwelt die zu Propagandazwecken erichtet wurde. Es ist die einzige nordkoreanische Siedlung die man von außerhalb beobachten kann, also war es der Regierung wichtig ein besonders representatives Schmuckstück für ihre Überlegenheit zu errichten. Also stattete man die Häuser in den 50ern mit all dem verfügbaren Luxus aus den es damals gab. Elektrizität und so.

Einfach nur um die Südkoreaner anzupissen. Nachdem moderne Fernroher zum Einsatz kamen hat man aber erkannt, dass die aufwändigen Häuserfassaden oft nichtmal Glasfenster besaßen oder irgendwelche Einrichtung in den Räumen zu sehen war. Kijong-Dong war eine verfickte Geisterstadt. Automatisiert wurden Lichter in den Häusern an und aus geschaltet um die Illusion aufrecht zu erhalten.

Als dann 1981 Daeseong-Dong einen nahezu 100 Meter hohen Fahnenmast bekam, baute man in Kijong-Dong einen noch höheren Mast, der eine Flagge von angeblich 270 Kilo trägt und mit seinen 160 Metern der höchste Fahnenmast der Welt ist.

Noch bis 2004 verkündeten zudem riesige Lautsprecher Botschaften der Partei. Zuerst darauf angelegt die Südkoreaner über die Grenze zu locken, dann um die westliche Welt zu diffarmieren. Teilweise bis zu 20 Stunden am Tag. In letzter Zeit scheinen aber tatsächlich Leute in der Stadt zu leben und zu arbeiten. Eigentlich schade.

Dieser Beitrag gehört zur Nordkorea Woche auf Kotzendes Einhorn.



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