Salingers Familie Glass

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J.D. Salingers Familie Glass
Foto von ~SuperStar-Stock

Wie bereits erwähnt wird sich heute alles nur um Bücher und Lesen drehen. Warum? Aus Gründen! J.D. Salinger ist einer meiner Lieblingsautoren, dabei mag ich Der Fänger im Roggen gar nicht. Was ich dagegen sehr mag sind Neun Erzählungen und Franny und Zooey.

Wer mehr von Salinger als den Fänger las, dem ist aufgefallen, dass eine Familie im Mittelpunkt seines Schaffens steht. Die Familie Glass.
Oberhäupter sind die ehemaligen Vaudeville Darsteller Les und Bessie Glass, die sieben Kinder aufzogen.

Hervorzuheben sind natürlich Frances “Franny” Glass, die jüngste Tochter der Famile, die in “Franny und Zooey” im Mittelpunkt der Erzählungen steht, als auch Zachary Martin “Zooey” Glass, der eine wichtige Rolle in der nach ihm benannten Erzählung einnimmt und zu meinen liebsten Charakteren Salingers gehört. (Ich liebe es, wie er Menschen nach zwei Sekunden zu beurteilen weiß!)

Ebenfalls eine wichtige Position in den Geschichten nimmt Seymour, der älteste Sohn der Familie, ein. Wie ein Mahnmal schwebt er und sein Selbstmord, der in der Kurzgeschichte “Ein herrlicher Tag für Bananenfisch” aus den “9 Erzählungen” behandelt wird, allmächtig über den anderen Kindern. Er spielt auch wichtige Rollen in “Hebt den Dachbalken hoch, Zimmerleute” und “Seymour wird vorgestellt”. Desweiteren ist er der fiktive Urheber von “Hapworth 16, 1924”.
“Hapworth 16, 1924” war die letzte Arbeit die Salinger zu Lebzeiten veröffentlichte und erschien am 19. Juni 1965 im New Yorker. Die Geschichte ist in Form eines Briefes geschrieben, den der siebenjährige Seymour an seine Familie schickt. Er sagt in dem Brief nicht nur seinen eigenen Tod voraus, sondern auch den schriftstellerischen Erfolg seines Bruders Buddy.

Wo wir auch schon beim letzten erwähnenswerten Mitglied der Glass Familie wären. Webb Gallagher “Buddy” Glass könnte man als Salingers Alter Ego betrachten. Er ist nicht nur klar als der Erzähler bzw. Protagonist von “Hebt den Dachbalken hoch, Zimmerleute” und “Franny und Zooey” zu erkennen, sondern ist auch der Autor der Kurzgeschichten “Ein herrlicher Tag für Bananenfisch” und “Teddy”, die in “Neun Erzählungen” enthalten sind. Und um es noch verwirrender zu machen. In “Seymour wird vorgestellt” wird sogar angedeutet, dass er der Autor vom “Fänger im Roggen” sei.

Es ist relativ leicht eine Chronologie in all die Geschichten zu bringen, aber auch nicht von Nöten. Auch gibt es in meinen Augen durchaus qualitative Unterschiede, doch in ihrer Gesamtheit sind alle Erzählungen der Glass-Familie lesenswert.

Hier eine (vermeintlich chronologische) Aufstellung der einzelnen Erzählungen, sollte das Jahr der Handlung nicht ermittelbar sein, greife ich auf das Entstehungsjahr bzw. eine Einordnung die der Gesamthandlung entspricht zurück:

– Hapworth 16, 1924 (Wie der Name sagt: 1924)
– Hebt den Dachbalken hoch, Zimmerleute (1942)
– Ein herrlicher Tag für Bananenfisch (aus “Neun Erzählungen”, 1948)
– Onkel Wackelpeter in Connecticut (aus “Neun Erzählungen”, 1948)
– Unten beim Boot (aus “Neun Erzählungen”, 1949)
– Franny (1954)
– Zooey (1955)

sowie:

– Seymour wird vorgestellt



    3 Kommentare:

  • Zephyr schreibt am 17. Oktober 2010 um 17:10

    Sehr schön :)

  • Björn schreibt am 17. Oktober 2010 um 18:06

    Der Fänger im Roggen…neulich wurde ich auf das Buch aufmerksam..im TV lief eine Doku über die Beatles,das Buch hat den Attentäter von Lennon fühlte sich inspiriert durch das Buch…

  • leopanta schreibt am 14. November 2010 um 11:43

    “Halb elf an einem Montagmorgen im November 1955. Zooey Glass … saß in einer sehr vollen Badewanne und las einen vier Jahre alten Brief. Der Brief sah fast aus, als habe er kein Ende, er war mit der Maschine auf gelbes Durchschlagpapier geschrieben, und Zooey hatte einige Schwierigkeiten, die einzelnen Blätter auf den beiden trockenen Inseln zu halten, die seine Kniee bildeten”.

    Die wunderbare Geschichte aus dem Universum des Glassschen Badezimmers stammt aus “Franny und Zooey”, einer meiner Lieblingsgeschichten von Salinger. Ich mag alles von ihm, nur den “Fänger im Roggen” nicht.

    eine weitere Lieblingsgeschichte ist “Der lachende Mann”, eine fabelhafte Erzählung!

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