Sick Sad World: Schwulenhetze in Uganda

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Ich hab mir aus einem einzigen Grund verkniffen das Eat da Poo Video hier zu bringen was ich echt übelst ulkig finde. Ich habe es nicht gebracht, weil man zu schnell vergisst, dass die Leute das wirklich ernst meinen. Wie ernst es die Homophoben in Uganda wirklich meinen bewiesen sie nun mit der Dienstagsausgabe der Tageszeitung Rolling Stone.

Schon auf der Titelseite konnte man lesen “100 Pictures Of Uganda’s Top Homos Leak”. Ergänzt wurde die Schlagzeile mit einem gelben Banner “Hang Them”.

Rolling Stone Uganda
(Bild: Keystone/Stringer)

In der Zeitung selbst waren dann die Bilder samt Namen und Adressen abgedruckt. Erste Übergriffe soll es auch schon gegeben haben. Kranke Scheiße, ich könnte kotzen. Dabei ist diese Vorgehensweise keine neue. Bereits 2006 veröffentlichte die ugandische Zeitung The Red Pepper Bilder von 50 Homosexuellen.

Man muss dazu sagen, dass der Rolling Stone keine große Leserschaft in Uganda hat und eine wahnsinnig kleine Auflage. Das ändert aber nichts daran, dass in vielen Ländern Afrikas die Schwulenrechte mit den Füßen getreten werden. Erst am 29. September 2005 unterzeichnete der Präsident Yoweri Museveni ein Gesetz, das gleichgeschlechtliche Ehen im Land verbietet, was nicht heißt, dass diese vorher erlaubt gewesen sind. Und Ende 2009 wurde ein weiteres Gesetz zur Kriminalisierung von Homosexualität eingebracht, was der Grund für immer größer werdende Homophobie ist.

Übrigens ist Uganda im Gegensatz zu einigen anderen afrikanischen Staaten ein christliches Land. Soviel nur mal nebenbei zu christliches Menschenbild.

Auch in Nigeria kann Deine sexuelle Ausrichtung tatsächlich noch mit dem Tode bestraft werden. Und in Angola, Algerien, Ghana, Kamerun, Kenia, im Senegal, in Simbabwe sowie einigen weiteren afrikanischen Ländern sind homosexuelle Handlungen illegal. Es gibt viel zu tun!



    3 Kommentare:

  • endgueltig schreibt am 21. Oktober 2010 um 09:19

    Und in Europa ist es nicht besser. Gut, hier wird man nicht mit dem Tode bestraft; aber in Polen und vielen Staaten östlich der Elbe eben auf der Straße zu Tode geprügelt.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 21. Oktober 2010 um 10:44

    Ja, leider muss man nicht wirklich weit gehen um Homo-, Xeno- oder sonstige schwachsinnige Phobiker zu entdecken :-(

  • Marco schreibt am 21. Oktober 2010 um 11:23

    Aus unserer sich mag das völlig unverständlich sein, aus deren Sicht ist unser Umgang mit (wie drück ich das jetzt nur am besten aus) “Andersartigen” (hm hm) sicherlich genauso wenig nachvollziehbar. Klar find ich es furchtbar, aber diese Geschichten sind ja nur ein kleiner Teil der eigentlichen Hauptproblematik dieser Länder.

    Ich vermute nämlich ganz stark, dass solche Ängste vor allem von sehr fragwürdigen Obrigkeiten geschürt werden, um einen Feind zu haben, damit die Leute da nicht erkennen, wer eigentlich der wirkliche Schurke ist. Stichwort Bildung, die ja hilft, solche unbegründeten Ängste zu überwinden.

    Aber generell ist das ja kein rein afrikanisches Problem. Feinde werden in jeder Gesellschaft geschaffen, um den Machtinhabern dabei zu helfen, diese Macht auch zu erhalten. Bei uns sind es eben Moslems, Terroristen, verschiedene Krankheiten und bei denen eben Homos und mitunter auch Albinos. Wobei es da weniger Angst ist, als purer Aberglaube. Aber das ist ja auch ein Mittel zum Machterhalt.

    Sick Sad World, sehr passend. :)

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