9/11 – Mein Herz, Rosen und ein Fernseher bei meinen Eltern

-

Im September 2001 hatte ich mein Abi in der Tasche, mich für Musikwissenschaften und Germanistik an der Universität Düsseldorf angemeldet, und vorübergehend einen Job in einem Blumenversandhandel in meiner kleinen Heimatstadt. Vielleicht habe ich Deine „Diana, Princess Of Whales“ in einen Karton gepackt, die Du damals bestellt hast. Auf jeden Fall packte ich unendlich viele Rosen in Kartons.

Rose Diana, Princess Of Whales

Ich stand am Fließband und Arbeitsbeginn war um 8 Uhr morgens und Schluss um 16 Uhr. Obendrauf war ich das erste mal ernsthaft verliebt. Und sie war es auch. Eine vielversprechende Kombination. Bis sie dann sagte, dass sie doch bei ihrem Freund bleiben wolle. Also stand ich so am Fließband und dichtete vor mich hin, bis ich das Lied „Mein Herz“ zusammenhatte. Um es ja nicht zu vergessen schwang ich mich nach dem Feierabend direkt auf mein Rad um mir daheim die Gitarre zu schnappen und das Stück auszuarbeiten. Das war also ein Tag im September 2001 und ich kann mich an diesen Tag genau so gut erinnern wie an den elften September.

Über diesen Tag weiß ich nur, wie ich heim kam und den Fernseher anschaltete und ihn für Stunden nicht mehr abschaltete und gebannt davor saß. Das war im Wohnzimmer meiner Eltern. Normalerweise saß ich immer auf dem Sofa, aber hier sackte ich einfach direkt vor dem Fernseher zusammen. Dieser Tag ist wohl das „Wo warst Du als Kennedy erschossen wurde?“ unserer Generation. Vor allem weil die Medien vor Ort waren.

Und die Nachwehen dieses Tages bilden sich auch 10 Jahre später ab. Natürlich nervt ein solcher Beitrag genauso wie das alljährliche TV-Spektakel. Doch erinner Dich daran was alles aufgegeben wurde, was begonnen und wer noch alles getötet wurde. Und ich rede nicht von den USA, sondern der gesamten Welt. Vielleicht war es für mich deshalb so wichtig im September 2001 festzustellen, dass man auch lieben kann. Liebe ist nämlich nicht das was man bekommt, sondern das was man bereit ist zu geben. Und all dem Mitgefühl und der Solidarität folgten schnell Hass, Vorurteile, Anfeindungen und Krieg. Ironisch wie unterschiedlich die Lehren sind, die manche daraus ziehen, so naiv das hier auch sein mag. Die unpersönlichen Rückblicke und Fakten bekommt ihr woanders.



    2 Kommentare:

  • pia wontroba schreibt am 11. September 2011 um 16:46

    neunter september? (direkt ueber dem video)

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. September 2011 um 16:47

    Korrigiert, danke!

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht! Weitere Infos zum Datenschutz