Occupy Together – Occupy Germany

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Ich bin gespannt wohin das führt. Schon früh habe ich Solidarität zu den New Yorker Demonstranten bekundet und gesagt, dass ich eine Besetzung der Frankfurter Börse nach deren Vorbild für eine gute Idee halte. Jetzt gibt es die ersten Seiten, die die Bewegung nach Deutschland bringen wollen.

Da wäre zum Beispiel Occupy Cologne. Eine ziemlich wirre Seite, die den 15.10. als “Revolutionstag” auserkoren hat und neben Köln auch Frankfurt und Hamburg als Protestorte nennt. Vokabular richtet sich auf jeden Fall nicht an die Masse und ist somit vollkommen falsch gewählt. Fällt auch bei den deutschen Anons immer wieder auf. Klingt oft nach Kiddies aus dem weitlinken Spektrum, die noch nicht verstanden haben, dass diese Bewegungen einen sollen.

In einem Post von gestern heißt es dann auch, dass alle Demonstranten doch nach Frankfurt kommen sollten.

Ey Leute, das Video?! Was hat denn Enya damit zu tun?! Nerv. Verpackt doch wichtige Botschaften mal so, wie es wichtige Botschaften verdient haben. Ohne stumpfe Revoluzzer-Romantik oder missverstandenen Kitsch. Ich weiß gerade Anonymous arbeitet gezielt mit dramatischer Musik und macht das auch nicht schlecht, aber hier ist das lauter als der Text. Manchmal regt ihr mich echt auf! Hier gibt es die Botschaft etwas angenehmer verpackt.

Hier mal alle Facebook-Seiten die ich zur Occupy-Bewegung finden konnte:
Occupy Köln / Cologne
Occupy Düsseldorf
Occupy Frankfurt
Occupy Hamburg
Occupy Berlin
15.o Berlin
Occupy Germany

Mehr zu Occupy Together findest Du hier.
Ihr könnt gerne um Links in den Kommentaren ergänzen!



    8 Kommentare:

  • Amber Marks via Facebook schreibt am 4. Oktober 2011 um 20:27

    Sehr gelungener Artikel, spricht mir aus dem <3 ;) ~ danke!

  • Occupy Köln / Cologne schreibt am 5. Oktober 2011 um 06:51

    Dein Beitrag erinnert mich an “Animal Farm”. Die “Revolution” hat noch nicht begonnen, und Du erhebst Dich, spaltest, anstelle zu helfen und zu einen. Wer bist Du, dass Du Dich gegen “Kiddies” aussprichst? Haben sie kein Recht, an der Bewegung teilzunehmen resp. müssen sie (so verstehe ich Dich) erst warten, bis sie erwachsen sind?

    Ich kann wohl nachvollziehen, was Du meinst, und finde die Gedanken & Deine Kritik nicht uninteressant – jedoch nicht zielführend. Act! Do!

    Deine Linksammlung ist höchst unvollständig. Schau’ Dich mal auf unserer Seite um, dann kannst du sie erweitern (https://www.facebook.com/pages/Occupy-K%C3%B6ln-Cologne/158344127590264).

    Vorsicht: Es sieht dort zurzeit auch sehr “wirr” aus, aber jeder tut was er kann und Organisation kommt schon noch früh genug. Ob sie dann hilfreich sein wird, bleibt abzuwarten.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 5. Oktober 2011 um 10:44

    @Occupy Köln / Cologne Oh Danke, ich schätze Orwell sehr! Nein im Ernst, was meine Kritik ist steht oben ziemlich deutlich, schade dass Du sie missinterpretierst.

    Das Vokabular entspringt einer romantisierten Revolutionsvorstellung und ist unangebracht. Erwachsen muss keiner werden, das verlange ich ja nichtmal von mir. Da wolltest Du mich wohl missverstehen. Schließlich steht da “Klingt oft nach” und nicht “sind bestimmt”. Aber wenn man Leute erreichen will sollte man sich möglichst nicht von ihnen bewusst abgrenzen. Organisiert Euch! (Bestes Beispiel, dass es jetzt für Berlin mehrere Occupy Seiten gibt – verwirrend.)

    Bzgl. der Linksammlung ist der Vorwurf irrelevant, da ich vor allem darum bat zu ergänzen (ich hab das jetzt dank Deines Links getan, danke!). Und ich glaube nicht, dass ich spalte, ich biete hier vielen Leuten ein Forum und verweise auf die Inhalte, da ich den Ansatz gut finde, die Ausführung allerdings peinlich. Der Verwurf des Spaltens ist natürlich sehr einfach, denn dann liegt es nicht am “wirr” sondern an den “Spaltern”. Das beweist ja vor allem ein Satz wie: “Es sieht dort zurzeit auch sehr ‘wirr’ aus, aber jeder tut was er kann und Organisation kommt schon noch früh genug.” Yehh, klar…
    Dann können wir Schneeball und Napoleon kämpfen sehen, gefällt mir. Bist Du sicher, dass Du mir einen Vorwurf mit “Animal Farm” machen wolltest?

  • El Spotto schreibt am 5. Oktober 2011 um 12:46

    Also, ich stehe zu der ganzen Geschichte etwas skeptischer, und um ehrlich zu sein, finde ich das ein Bisschen erschreckend von mir.

    Den Grundgedanken der Occupy-Aktionen, falls ich ihn richtig verstanden habe (nach dem Herausfiltern der ganzen Polemik bleibt bei Anonymus-Botschaften m.E. immer erstaunlich wenig Inhalt übrig), finde ich durchaus gut und angebracht. Mir war es immer schon sehr suspekt, dass der Handel mit irgendwelchen hypothetischen Wertpapieren über Wohl und Übel der gesamten Welt bestimmt. Und man braucht kein Insider zu sein, um zu ahnen, dass bei den Summen, die im Aktiengeschäft fließen, ganz gerne mal hier und da was abgezwackt oder sonstwie geschächert wird. Aber sein wir doch mal ehrlich: Wenn nicht gerade Blasen platzen, sind die Finanzmärkte der Motor der Weiterentwicklung; das soll nun keineswegs ein Gutheißen des Status Quo sein, eher ein Aufweisen des Silberstreifs.

    “Man soll die Welt sehen, wie sie ist, aber muss man sie so lassen?” Nein, muss man nicht, aber man muss eben realistisch einschätzen können, was man ändern kann und was nicht. Geld regiert die Welt, das war schon immer so – auch vor der Erfindung des Geldes. Zusammenleben bedeutet immer Geben und Nehmen, ob das nun Geld, Kamele, Muscheln oder Nicht-Materielles wie Schutz oder andere Gefälligkeiten sein mögen, das ist nicht nur bei uns gierigen Menschen so, sondern auch bei Tieren und sogar Pflanzen. Ich verzettele mich, worauf ich hinaus will ist, dass die Macht von Börsen und Banken etwas Unhaimliches ist, aber nichts, woran Demonstrationen etwas ändern könnten.

    Was geändert werden kann, ist das Bewusstsein der Menschen, weshalb ich die ursprüngliche Occupy Wall Street-Aktionen auch für sinnvoll hielt. In einem Land wie den USA, wo Geld nun wirklich alles ist, der freie Markt eine unumstößliche Wahrheit darstellt und “sozial” als Schimpfwort fungiert, sehe ich einiges Potential, den Menschen die Augen zu öffnen und das Kapitel auf einen weniger hohen Sockel zu hieven.

    Aber hierzulande, wo das gesamte politische Spektrum, wenn auch mit höchst unterschiedlicher Ausrichtung, sich das sozial auf die Fahnen geschrieben hat… ich weiß nicht, wieviel Spielraum da noch besteht.

    Was natürlich nicht heißt, dass man seinen Idealismus, falls gegeben, einmotten und sich mit dem Ist-Zustand zufrieden geben muss. Jeder hat das Recht, für seine Visionen auf die Straße zu gehen, das ist gut so und sollte auch öfter in Anspruch genommen werden. Entscheidend ist hier für mich aber das Wie. Selbstverständlich geht es bei Demonstrationen immer um das Verändern von Zuständen, allerdings über den Umweg des Schaffens eines Bewusstseins und Schaffen einer Mehrheit für sein Anliegen, und nicht per trotzigem Erzwingen. Und deswegen ist es wichtig, wie man seinen Protest inszeniert, es geht ja schließlich nicht darum, die ohnehin schon bestehenden Sympathien bei den eigenen Anhängern bestätigt zu wissen, sondern neue zu schaffen. Ich bin mir nicht sicher, ob unangemeldete Demonstrationen hierfür das richtige Mittel sind. Das macht es dem “Gegner” viel zu leicht, den eigentlichen Grund des Protests hinter “formalen Mängeln” zu verstecken.

    Und genau hier liegt mein Problem mit Anonymous: Auch wenn ich bislang nahezu Alles (oder zumindest Vieles) wofür sie sich einsetzten gutheißen kann, die Art und Weise, wie sie das tun finde ich bedenklich. Es gibt genügend legale Wege, sich Gehör zu verschaffen, Hackerattacken und diffuse Drohungen sind keine geeigneten Mittel, Andersdenkende zum hinterfragen ihrer Ansichten zu bringen. Wenn man’s mal genau betrachtet ist Anonymous nichts anderes als ein Cyberbully, George Bush in elektronischem Gewand: ein monochromes Weltbild wird aufgebaut, Diskussionen finden nicht statt, stattdessen wird ordentlich mit dem Säbel gerasselt und wer das Gerassel in Frage stellt, der gilt als bestenfalls als Spalter, wenn nicht gleich als Gegner.

    Es erscheint mir schon fast ironisch, dass gerade Occupy Köln, dem/der/denen ich jetzt einfach Mal eine gewisse Nähe zu Anonymous unterstelle, hier mit Animal Farm ankommt, denn wer soll dann Anonymous sein? Die Schweine? Erfolgreiche Selbstdiskreditierung…

    So, ich hoffe, meine Meinung ist irgendwie verständlich geworden. Wie gesagt, meine pessimistisch-fatalisitsche Einstellung stößt mir selbst leicht bitter auf, aber ich finde, ich habe Recht. ;)

  • Janne schreibt am 6. Oktober 2011 um 11:37

    By the way: Der 15. Oktober wurde nicht zufällig ausgewählt. Seit Juni ruft die “Democracia Real Ya!”-Bewegung in Spanien zur “Weltrevolution” am 15. Oktober auf – mittlerweile gibt es eine Menge Länder und noch mehr Städte, die das unterstützen. Mehr Infos:

    http://map.15october.net/

    http://www.marchtobrussels.eu/

  • The Wall schreibt am 7. Oktober 2011 um 22:16

    Bezüglich der Demos, um den 15. Oktber herum, die momentan des öfteren erwähnt werden und immer weitere Kreise ziehen: http://www.gold-dna.de/update5.html#up84

    Auch dieses Bild des Aufbegehrens hat nun seine Zeit und seinen Platz im realen Bilderfluss … und alles deutet darauf hin, dass der Aufschrei erfolgreich sein wird …

    Gruß

  • am schreibt am 8. Oktober 2011 um 10:36

    muss dir absolut zustimmen, anonymous ist mit solchen videos einfach nicht ernstzunehmen. total kitschig und mit billigen effekten überladen. die brauchen definitiv einen neuen creative director :)

  • Hans Müller schreibt am 11. Oktober 2011 um 04:15

    Ich wollte mich eigentlich auch an der Occupy beteiligen. Ich war auch auf jeder der von Dir genannten Seiten, habe mich dann aber entschloßen meine Eigene zu gründen und Kontakt mit den Amis aufzunehmen. Seither werde ich mit irgendwelchen Nazis in Verbindung gebracht. Seit meine Seite 20 Mitglieder hat laufen üble Schmutzkampangnen. Da ich mich gegen Zensur ausgesprochen habe lasse ich sie sogar auf “Occupy Deutschland” gewähren. Alleine der Name “Deutschland” beweist doch schon, das ich von der NPD bin! Ich bin nicht der Einzige Attac/Anonymous Aktivist, der sich von der Linkspartei an den Rand gedrängt fühlt.
    Wir wollen Unten gegen Oben! Und nicht Links gegen Rechts!
    Ich sehe schon den schwarzen Block wüten und die ersten Opfer unter den richtigen Demonstranten.

    Euer
    Hans Müller

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