The Works of the Earls of Rochester and Roscommon – Der Poesie Bestseller des 18. Jahrhunderts

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Cabinet Of Love

1707 erschien “The Miscellaneous Works of the Right Honourable the Late Earls of Rochester And Roscommon” einer der Poesie-Bestseller des 18. Jahrhunderts. Noch im selben Jahr gab es eine zweite Auflage und 18 weitere sollten in dem Jahrhundert folgen.

Der Erfolg des Buches war lange ein Rätsel, handelte es sich doch schlicht um ein paar Gedichte. Doch erst dieses Jahrhundert kam Dr. Claudine van Hensbergen von der Oxford University auf die Idee das Buch auch mal zu lesen und entdeckte einen versteckten Anhang, der im Inhaltsverzeichnise nicht erwähnt wurde: “The Cabinet Of Love”.

Nun gut, so ganz richtig ist, natürlich war der versteckte Anhang schon lange bekannt, aber erst Dr. van Hensbergen stellte einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg des Buches und eben diesen 24 Seiten her.

Drei Gedichte beinhaltet “The Cabinet Of Love” und es geht nur um das eine. Richtig, Sex, und das für die damaligen Verhältnisse nicht ganz zimperlich. Man könnte sogar von Poetry-Porn sprechen.

Im ersten Gedicht “The Discovery” versteckt sich ein Mann im Schlafzimmer einer Frau und beobachtet sie beim onanieren mit einem Dildo und wird ganz.

The Discovery

Im zweiten Gedicht geht es um die Verbrennung von französischen Dildos und “The Delights of Venus”, das dritte Werk, ist ein bisserl Milf-Aufklärung wo eine verheiratete Frau ihren jungen Freund Wissenswertes über sexuelle Freuden lehrt.

In späteren Ausgaben fanden sich noch weiter Gedichte, wie z.B. eine Lobeshymne auf das Kondom:

“Happy the Man, who in his Pocket keeps/ […] A well made Cundum – He, nor dreads the Ills/ Of Shankers or Cordee, or Bubos dire!”

Yep, keine Krankheiten und auch vor unerwarteten dicken Bäuchen wird gewarnt.

Und so scheint dieses kleine dreckige Geheimnis eben auch das des Erfolges von “The Works of the Earls of Rochester and Roscommon” zu sein. Hervorzuheben dabei ist, dass ernstzunehmende Poesie und sexuelle Reime hier gleichberechtigt nebeneinander stehen. Etwas was heute so nicht mehr vorstellbar wäre.

(via io9)



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