Sick Sad World: Zwangs-Umerziehung für Punks in Indonesien

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Sick Sad World

Mit 14 Jahren war ich kurz mal Punk. so mit allem drum und drann. Ich hatte grünes Haar und karierte Hosen und lustige T-Shirts. Zum Beispiel eines mit Helmut Kohl drauf wo drüber stand: “Lernt sprechen wie der Bundeskanzler”. Auch hatte ich schnell einen Punkernamen. Woher “Göbel” kommt, könnt Ihr Euch ja irgendwie denken… es hat allerdings nichts mit Einhörnern zu tun.

Als dann rauskam, dass ich heimlich Queen hörte war ich unten durch. Und mir war die ganze Sache dann sowieso zu engstirnig. Aber die grünen Haare behielt ich noch lange und hab mir eine eigene Attitüde draufgeschafft, so dass ich stets und immer behaupten würde, dass ich noch Punk bin. Und die es eben niemals waren. Letzlich bin ich aber keiner mehr, ist aber auch scheißegal.

Und auch Mitte der 90er war es in Deutschland scheißegal Punk zu sein. Klar, der Look konnte noch ein wenig shocken, aber sonst?! Anders sieht es da noch heutzutage in Indonesien aus.

In der Provinz Aceh gilt die Scharia, dort sind nicht nur Alkoholkonsum, Homosexualität und Ehebruch verpönt sondern eben auch Punks an sich. Bei einem Benefizkonzert für Waisenkinder wurden letzte Woche Samstag 65 Punks festgenommen und “umerzogen”.

Punks in Indonesien: Unter Zwang wurden die Haare kurzgeschoren.

Man rasierte ihnen die Iros ab, und nahm ihnen Piercings und Klammotten. Iskandar Hasan, Polizeichef der Provinz, sagte am Mittwoch, dass er jedem der Festgenommenen eine Zahnbürste gab und befahl ihnen diese zu benutzen.

Daraufhin wurden sie zu 10 Tagen Umerziehung verpflichtet. Boot Camp kombiniert mit Koran Stunden.

“We’re not violating human rights. We’re just trying to put them back on the right moral path.”

So der Polizeichef. Das sehen die Punks und ausländischen Medien selbstverständlich anders. Den Machtinhabern in der Region imponiert das wenig. Sie werden weiter gegen Selbstverwirklichung vorgehen. So war die Festnahme nur einer der bisherigen Höhepunkte in Aceh. Illiza Sa’aduddin Djamal, stellvertretende Bürgermeisterin, kündigt an weiterzumachen bis alle Punks gefangen sind. Punk sei eine Krankheit und gegen die Sharia. Traurige kranke Welt.

(via metal hammer)



    5 Kommentare:

  • mandarine_one schreibt am 18. Dezember 2011 um 18:56

    Was auf dieser Welt alles eine Krankheit ist. Homosexualität, Punk, Islam… Arme Kranke Welt.

  • mandarine_one schreibt am 18. Dezember 2011 um 18:56

    …. aber Dummheit gehört wohl leider noch lange nicht dazu…

  • daMax schreibt am 18. Dezember 2011 um 19:01

    Das hatte ich auch in unterschiedlichen Blogs und Zeitungen gesehen und dachte nur “was für ein Scheiß”. Mir fehlen immer noch die Worte. Das ist so eine Faschistenscheiße, herrgottzacknocheins.

  • andre schreibt am 19. Dezember 2011 um 12:45

    Das hier habe ich über den Blog von Jello Biafra zu diesem Thema gefunden:
    http://abortedsociety.com/2011/12/mixtapes-for-aceh

    Grüße

  • Shaopunk schreibt am 19. Dezember 2011 um 18:36

    So ein T-Shirt hatte ich auch. Aber stand da nicht sogar drauf “Lernt reden wie der Kandesbunzler”? Not sure.

    Auf jeden alptraumhafte Zustände. Ich wette, so mancher “Bürger” hätte die hier auch ganz gerne…

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