Sunday-Classics: Over von Portishead

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1997. Portishead erwischt mich vollkommen. Das selbstbetitelte zweite Alben begeistert mich so sehr, dass ich nicht nur das erste Album nachkaufe sondern auch Singles um an die B-Seiten zu kommen und seien das auch nur Instrumentals.

Hätte mir Yo La Tengo-Bassist James McNew das kleine Zettelchen aus dem Sugarcube-Video zugeschoben, ich hätte sofort YES angekreuzt. Ich hörte eine Zeit lang fast nur Portisheadund versuchte den Trip Hop Kontext weiter auszuloten. Nur begeisterte ich mich reichlich wenig für Massive Attack oder Tricky. aber ich entdeckte Intstrumental-HipHop für mich. Dj Krush mit Toshinori Kondo oder Dj Shadow z.B.

1998 sah ich dann Portishead live in der Philipshalle in Düsseldorf. Eigentlich hätte das Konzert im Stahlwerk stattfinden sollen, aber die Nachfrage war so groß. Es war bis dato der großartigste Gig den ich je sah. Es war die Zeit wo Konzertkarten noch individuell gestaltet waren. Jahrelang hing an meiner Wand das Konzertplakat und darauf geklebt die Eintrittskarte. Dabei zierte beides nur das simple P. Und auch das T-Shirt der Tour besitze ich noch.

“Over” war dabei damals meine Lieblingsnummer. Die Lyrics sind verklausuliert. Worum geht es? Depersonalisierung? Wehrlosigkeit? Genau darin liegt die Stärke. Jeder kennt das Gefühl das aufgebaut wird. Wenn ein Gefühl einen überkommt ob man nun will oder nicht.

Es ist auch das perfekte Arrangement das mich begeisterte. Die simple Figur auf der Akustikgitarre und der Einsatz des Schlagzeugs der mich jedes Mal umhaut und nebden dem Bass dazu verleitet dieses Stück in aller Lautstärke zu hören. Dann die Solos. Erst an den Turntables. Ich glaube das war das erste mal, dass ich Scratchen als mehr als einen simplen Effekt wahrnahm. Und dann kommt Adrian Utleys Gitarre. Utley ist ein famoser Gitarrist. Seine Stärke liegt im Sound und darin sich zurück zu halten. Seine Virtuosität liegt im Detail. Ein großartiger Song.



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