How To Avoid Being A Convention Creeper

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Ich war nicht auf dem 29C3, aber wenn ich mir das Hacker Jeopardy ansehe, denke ich auch nicht, dass ich da sein muss um mir ein Urteil zu erlauben. Moderator Ray hat seine Freude daran ernste Anliegen ins Lächerliche zu ziehen und Leute zu verletzen. In diesem Sinne ist dieses Video “How to avoid being a convention creeper” auch Ray gewidmet. Ich hoffe er kann den Inhalt, der sich eher auf Cosplay Conventions bezieht, abstrahieren.

Und bevor hier Diskussionen aufkommen, weil es ja auch Blogposts von Frauen gibt, die das alles nicht sooooo schlimm fanden. Ob jemand sich belästigt fühlt oder nicht liegt in der Ansicht des Belästigten. Und was Ray da abzog ist verfickte Kackscheiße. Vollkommen unabhängig von Creeper Cards, deren vermeintlich inflationären Einsatz oder nicht.

(via nerdgirl)



    26 Kommentare:

  • ElWiegaldo schreibt am 4. Januar 2013 um 16:26

    Jetzt ernsthaft, ich habe in das Jeopardy-Video reingeschaut. Aber ich kann nichts finden. Kannst du mir mal ein paar Stellen geben wo das da sexistisch wird… ernst gemeint. Bitte.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 4. Januar 2013 um 16:33

    @ElWiegaldo Sicher, dass Du das ernsthaft meinst?! Ein paar Stellen stehen nämlich unter dem verlinkten Video. Aber für die meisten fängt Sexismus ja erst beim körperlichen Übergriff an…

  • ElWiegaldo schreibt am 4. Januar 2013 um 16:51

    Joha, ich hätte auf den Link im text klicken sollen ;-)

    Da ist tatsächlich Einiges dabei was man sich hätte sparen können (alles eigentlich), was sich aber meiner Ansicht nach durch das Verteilen der sog. CreeperCards auch ein wenig hogeschaukelt hat, Stichwort: Trollen.

    Naja insofern wird es spannend beim nächsten mal…..

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 4. Januar 2013 um 16:58

    Wie gesagt, ob Creeper Cards oder nicht. Es ist so oder so scheiße. Auch oder sogar noch mehr als Troll.

  • ElWiegaldo schreibt am 4. Januar 2013 um 17:04

    war auch keine Entschuldigung.

  • mp schreibt am 4. Januar 2013 um 18:14

    Ich hab mir das Jeopardy angeschaut, wie auch so manche andere Vorträge. Und wer sich das nicht komplett anschaut versteht nun mal leider auch den Kontext nicht.

    Er macht sich hier in keinster Weise über Frauen lustig, noch diskriminiert er welche. Er macht sich über die selbsternannten Feministen lustig die sich genau darüber lustig machen.

    Ganz nach dem Motto: “Woran erkennt man auf einer Party einen Veganer? Keine Sorge, sie lassen es einen wissen.”

    Ich selbst würde von mir selbst behaupten Feminist zu sein, dass hat aber nichts mit dem zu tun worüber sich hier aufgeregt wird.
    Was von dem Moderator mit seinen Kommentaren angeprangert wird, ist die Einstellung, dass Frauen aufgrund ihrer jahrhundertelangen Unterdrückung jetzt mehr Rechten als Männern zugestanden werden sollte. Das hat nämlich absolut nichts mit einer Gleichstellung jeglicher Art zu tun.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 4. Januar 2013 um 18:34

    @mp Ich denke es ist jedem klar, dass Ray das ironisch verpackt. Ob seine Provokation deswegen passender, richtiger, lustiger oder notwendiger wird? In meinen Augen nicht. Er war nicht der Situation gewachsen, wenn ich es mal euphemistisch formuliere. Satire muss man eben halt auch können, sonst steht man da wie der letzte Arsch.

  • Emanon schreibt am 4. Januar 2013 um 19:37

    Ich möchte am Anfang meiner Ausführungen klarstellen, dass ich absolut gegen Sexismus bin, wobei “absolut” bedeutet, dass ich da keinerlei Toleranz habe.
    Dabei gilt zu beachten, dass das nur so lange gilt, wie es sich nicht um Satire handelt, da Satire eben genau den Anspruch vertritt ein anderes Ziel zu verfolgen. Ironie ist jedoch keine Satire und nicht jeder Witz fällt unter den Schutzbereich der Kunstfreiheit.
    In der vorliegenden Situation handelt es sich also nicht um harmlose Witze oder gar Satire, sondern schlicht Sexismus und Provokation, die keinerlei hehren Anspruch hat.
    Nach dieser Klarstellung: Ich halte diese SItuation auf dem 29C3 besonders nach der Lektüre von Fefes Kommentar (http://blog.fefe.de/?ts=ae1a50a0) für die Sache gefährlich.
    Es scheint, als würde der Umgang mit dem Vorhandenen Sexismus trotz der guten Motivation der gleichen nervigen Unbildung entspringen wie der Sexismus selbst und zur Konsequenz haben, dass sich viel zu viele Menschen von Aktionen gegen Sexismus genervt fühlen und in der Folge das Problem verkennen.
    Diese Karten kann man in einer völlig rückständigen und degenerierten Gesellschaft wie den USA anwenden, aber hierzulande ist das, als würde man Alice Schwarzer damit beauftragen auf dem Kongress für Ordnung zu sorgen. Das führt zu keiner awareness, sondern zu blanker Abwehrhaltung bei den Menschen, die man eigentlich sensibilisieren wollte. Und wenn dann Betroffene noch offen schreiben, dass es ihnen nicht um die Sache geht, sondern sie nur ranten wollen (egal ob getrollt oder nicht), dann hat diese ganze Aktion der Gleichstellung eher geschadet als genutzt.
    Nochmal: Gegenüber Mitläufer-Sexisten, die sich des Problems nicht bewusst sind und die man sensibilisieren will, helfen keine Überzogenen Maßnahmen, die sie persönlich bestrafen oder schuldig sprechen. Appelliert werden muss an das persönliche Verantwortungsgefühl, welches positiv motiviert werden muss. Das ist der nächste logische Schritt nach Alice Schwarzer und nach 1968 und nicht diese überdrehten PETA-ähnlichen Schreihälse ohne persönliche Legitimation.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 4. Januar 2013 um 20:53

    @Emanon Ich denke nicht, dass Du die USA als “völlig rückständige degenerierte Gesellschaft” bezeichnen solltest. Eigentlich hoffte ich, dass gerade mit der Einleitung (“Ich war nicht auf dem 29C3…”) klar sein sollte, dass ich Fefes Post gelesen habe.

    Allerdings geht mir auf den Sack, dass bei aller ggf. berechtigten Kritik das “Hacker Jeopardy” als harmloser Vorfall dargestellt wird. Das seien ja lediglich “lächerliche Zoten” schreibt Fefe.

    Und das sind sie imho eben nicht, dass ist strunzdoofe Provokotion und PC-Bashing. Und wie ich im Post ausdrücklich schreibe: “unabhängig von Creeper Cards”

    Das heißt: Hier stehen nicht die Creeper Cards in der Debatte, sondern dass Ray sowas auf der Bühne abziehen kann und dafür noch von vielen in Schutz genommen wird und am Ende noch so getan wird als wären alles ein paar “hyperventilierende Einzelne”. Mir geht es darum, dass sowas wie beim Hacker Jeopardy nicht geht. Nie! Egal ob durch Karten provoziert, oder was weiß ich. Never!

  • Emanon schreibt am 5. Januar 2013 um 01:04

    @Daniel

    Ich denke, wir verstehen uns sowieso. Bezüglich des Jeopardy bin ich exakt deiner Meinung – ich wollte daher nur zur Reaktion etwas anfügen, weil es eben (noch) nicht zur Diskussion stand. Das hätte ich klarer formulieren können. Aber mir erscheint es wichtig, weil man feststellen kann, dass die Reaktion der Sache schadete und nicht nur ein Einzelfall ist.

    Dass ich mich ein bisschen im Ton vergriffen hab, kommt daher, dass es mich sehr trifft. Daher hab ich auch nicht drauf geachtet, dass “Degeneration” in zwei Fachgebieten terminus technicus ist und einen bitteren Beigeschmack haben kann. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass die USA noch etwas hinterherhinken, was die Gleichberechtigung angeht und die dort angewandten Mittel nicht einfach übertragen werden können.

  • da]v[ax schreibt am 5. Januar 2013 um 16:40

    Der Gerechtigkeit und dem Informationsinteresse halber sollte bitte jede/r
    a) diesen offenen Brief gelesen haben
    http://tageshauschaos.blogspot.de/2013/01/mal-luft-machen-und-doch-danke-sagen.html

    und b) immer daran denken, das dieses eine Jeopardy-Video den ABSCHLUSS von 3 Tagen Creper-Card-Gedöns darstellt. Immer schön in Relation bleiben, bitte. Wir ALLE wissen gar nicht, was sich WIRKLICH abgespielt hat die 3 Tage lang WEIL WIR NICHT DA WAREN und ich finde nicht, dass man das einfach so vom Tisch wischen kann, wie Daniel das tut. Deshalb finde ich die ganze Fremddiskussion auch herzlich unnötig, weshalb ich mich da jetzt auch wieder draus zurückziehe.

    Damit nicht gleich wieder Missverständnisse aufkommen: ich halte die Debatte an sich für notwendig, aber nicht anhand Hörensagen von einer Party, wo man nicht dabei war.

    Ach und: ” Ob jemand sich belästigt fühlt oder nicht liegt in der Ansicht des Belästigten.” auch dazu empfehle ich die Lektüre des offenen Briefes. Jemand, der WIRKLICH schonmal belästigt wurde, fühlt sich doch verarscht, wenn schon ein doofer Spruch als “Missbrauch” oder gar “Übergriff” bezeichnet wird.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 5. Januar 2013 um 17:22

    Auch der Brief, der mir auch bekannt war, kann nichts an Rays Performance ändern, oder wie siehst Du das?

  • Harry schreibt am 6. Januar 2013 um 19:50

    @Emanon:
    Du schreibst: “Gegenüber Mitläufer-Sexisten, die sich des Problems nicht bewusst sind und die man sensibilisieren will, helfen keine Überzogenen Maßnahmen, die sie persönlich bestrafen oder schuldig sprechen. Appelliert werden muss an das persönliche Verantwortungsgefühl, welches positiv motiviert werden muss. Das ist der nächste logische Schritt nach Alice Schwarzer und nach 1968 und nicht diese überdrehten PETA-ähnlichen Schreihälse ohne persönliche Legitimation.”

    Wäre sicher gut. Ich kann aber jede Frau verstehen, die keine Lust hat als Betroffene von Sexismus jetzt auch noch die Sozialarbeiterin spielen zu müssen um die armen unschuldigen mitläufer-Sexisten zu bekehren. Wer ihnen statt dessen lieber sagt dass sie sich verpissen sollen, tut das mit vollem Recht.
    Auch wenns natürlich nicht der Königsweg ist.

    @da]v[ax:
    du schreibts: “Jemand, der WIRKLICH schonmal belästigt wurde, fühlt sich doch verarscht, wenn schon ein doofer Spruch als “Missbrauch” oder gar “Übergriff” bezeichnet wird.”
    Über die Probleme mit der Definitionsmacht kannst du hier ( http://jungle-world.com/artikel/2010/32/41534.html ) nen guten Artikel finden. Für notwendig halte ich sie trotzdem. Nur eben nicht in jeder Form. Das problem was du ansprichst ist eins, dass durch entsprechende Begrifflichkeiten gelöst werden könnte. Natürlich gibt es gewaltige Unterschide zwischen einem körperlichem Übergriff und einem blöden Spruch. Das heißt aber nicht, dass ein blöder Spruch in Ordnung ist.

    Insgesamt: Kontext hin oder her. Sexistische Witze sind scheiße. Was ist das überhaupt für eine Argumentation? “Aber diese Creeper-Cards haben ja auch voll genervt, dann ist es ja auch ok, wenn man sich auf sexistische Weise drüber Lustig macht”?! Weil Antisexismus nur ein nobles zugeständnis von Männern an Frauen ist, dass dann wenn es einen nervt eben zurückgezogen wird? Gehts noch?

  • Emanon schreibt am 6. Januar 2013 um 20:18

    @Harry

    Völlig klar. Das ist die Crux mit der persönlichen Betroffenheit und dem Problem als Ganzem. Es geht nicht darum, dass die betroffenen Frauen Sozialarbeiterin spielen sollen – so wie es im restlichen System der Strafbewehrung auch nicht darum geht, dass das Opfer seinen Täter resozialisiert. Auch hier kann ich persönlich völlig verstehen, wenn ein Opfer seinem Täter eine runterhaut oder ihn bspw. nach Vergewaltigung töten will. Ich kann auch nicht ausschließen, dass ich nicht der erste wäre, der so reagieren würde.
    Aber wie gesagt, darum geht es nicht. Es geht neben der Reaktion des einzeln Betroffenen um die zukünftige Reaktion der Gesellschaft und die Signale, die ausgestrahlt werden. Das ist etwas, das man nur schwer steuern kann, aber die Politik kann hier bspw. eine Vorreiterrolle einnehmen, um Gesetze anzupassen, die immer noch ungleich sind oder gleiches Einkommen für gleiche Arbeit einfach mal durchsetzen. Und der Journalismus ist gefragt, der sich vom Alltagssexismus distanzieren muss.
    So wird ein langsamer Prozess gestartet, der letztlich zum Erfolg führen wird. Denn so traurig es ist, aber man kann das schlicht nicht von heute auf morgen ändern und daher helfen auch keine Verbote, weil die ja unmittelbar wirken sollen.

  • Pflichtfeld schreibt am 6. Januar 2013 um 22:05

    @Harry
    ->Sexistische Witze sind scheiße. Was ist das überhaupt für eine Argumentation? “Aber diese Creeper-Cards haben ja auch voll genervt, dann ist es ja auch ok, wenn man sich auf sexistische Weise drüber Lustig macht”?! Weil Antisexismus nur ein nobles zugeständnis von Männern an Frauen ist, dass dann wenn es einen nervt eben zurückgezogen wird? Gehts noch?

    Auf welche Weise könnte man sich über Creeper-Cards lustig machen, sodass Du dies nicht als sexistisch wahrnehmen würdest? Oder darf man sich garnicht über sie lustig machen? Gilt für sexistische Themen genauso ein Witze- und Satireverbot, das anscheinend von Seiten feministischer Vertreter gefordert (oder vorausgesetzt) wird, wie für den Islam und insbesondere Mohammed ein Witze- und Satireverbot herrscht, weil sich dann wieder Muslime verletzt fühlen könnten, und Botschaften anzünden gehen?

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 6. Januar 2013 um 22:13

    Ach so nen Quark, natürlich kannst Du weiterhin sexistische Witze machen wenn Du von Leuten als Arschloch bezeichnet werden willst. Es verbietet ja Dir auch keiner ein Rassist zu sein oder per se einfach ein Arschloch. Von Verbot war nie die Rede. Und Du kannst natürlich auch mit Religionsvergleichen kommen. Fraglich ob das dann jemand ernst nimmt, also wegen der Argumentation.

  • Pflichtfeld schreibt am 6. Januar 2013 um 22:30

    Der Zusammenhang zur Kritik an Religion ist durchaus ernst gemeint. Welche Maulkörbe (oder Denkverbote) ließ (oder läßt) man (die Gesellschaft?) sich nicht aufbinden, um konform mit Meinungen verschiedener Religionen zu sein, oder zumindest “Jemanden” nicht zu vergraulen. Wenn man als Arschloch gilt, und nicht beachtet wird(?), sobald man auf seltsame Ansichten oder Forderungen von feministischer Seite aufmerksam macht (Satire?), finde ich das eine interessante Art, Denk- und Redeverbote zu etablieren. Aber gut, ich bin mit dem Thema auch nicht so vertraut; sozusagen ein Mitläufer-Sexist.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 6. Januar 2013 um 22:41

    Was haben Religion und Feminismus denn gemeinsam oder wo siehst Du da den Zusammenhang? So gesehen kannst Du ja auch mit dem Argument des Rassismus kommen. Denn da gibt es ja in Deinen Augen wahrscheinlich auch Maulkörbe und Denkverbote, nicht?!

    Alles miese Unterdrücker, lassen nicht zu, dass man sich über die Repressalien die andere ertragen lustig macht. Erst Minderheiten und jetzt auch noch Frauen. Worüber sollen wir dann überhaupt noch lachen? Das ist wirklich voll fies. Und gegen Meinungsfreiheit und Zensur.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 6. Januar 2013 um 22:56

    Noch interessantere Art Redeverbote zu etablieren: Gewaltandrohungen => http://popcccorn.de/

  • Harry schreibt am 6. Januar 2013 um 22:59

    @Pflichtfeld:
    Man kann sich bestimmt auch auf eine solidarischer Weise über Creeper-Cards lustig machen. Falls einem die Kreativität für gte Witze fehlt, muss man ja keine machen.

    Und es geht hier nirgends darum irgendwem Maulkörbe zu verteilen. So ein Blödsinn. Drehen wir das mal um: willst du mir hier einen Maulkorb verteilene, dass ich sexistische Kackscheiße nicht mehr sexistische Kackscheiße nennen darf?

    Wie Daniel schon sagte: Natürlich kannst du scheiße labern. Dann musst du halt aber auch damit rechnen, dass andere sagen, dass du scheiße laberst und dich wie jemandem behandeln, der scheiße labert.

    Und mal im ernst: Vermeintliche “Tabubrecher” gibts doch wie sand am Meer. Es ist reine Selbstinszenierung zu bahupten, die Gesellschaft (oder besser noch “die Gutmenschen”) würden irgendwem Maulkörbe verpassen. Das ist bloß das Bild, dass wahlweise von Armen Opfern (wie Sarrazin), “mutigen Rebellen” (wie PI-News oder Broder) oder der BILD-Zeitung verbreitet wird. Hat mit der Realität meiner Erfahrung nach meistens nciht viel zu tun. Ich wär manchmal ganz froh, wenn es sowas gäbe. Dann müsste ich mir nicht andauernd den selben Mist anhören (also jetzt nicht auf dich bezogen)

  • Pflichtfeld schreibt am 6. Januar 2013 um 23:27

    Dein Text liest sich für mich ein wenig aufgeregt.
    Das Argument des Rassismus, das Du gerne hättest, sehe ich da in keinem Zusammenhang. Ich habe das Thema “Creeper-Cards Witze vs. Mohammed Witze” angesprochen, weil mir die Argumentation der jeweils empörten als ähnlich aufgefallen ist. Wo fallen Dir da bitte Analogien zum Rassismus auf?
    Angenommen es würden Racism-Cards verteilt. Du gehst zu Deiner lieblings-Dönerbude und begrüßt gut gelaunt die Bedienung mit “merhaba”. Daraufhin gibt Dir dieser wortlos eine rote Karte, deren Bedeutung (analog den Crepper-Cards) die ist, dass Deine Handlung zutiefst rassistisch und verachtenswert ist und nahezu an körperliche Misshandlung grenzt. Wie fühlst Du Dich damit? (Würdest Du im Anschluss deinen Freunden nicht etwa berichten, aus was für einem nichtigen Grund Dir die Karte überreicht wurde; geradezu lächerlich?)

    Ich war nicht auf dem Kongress und habe sonst nicht viel über die Thematik gelesen. Was ich jedoch gelesen habe, vermittelt mir, dass rote Karten so verteilt wurden.

    In einem solchen Fall auf die Lächerlichkeit dieser “Verteilungsstrategie” aufmerksam zu machen (oder auf das Konzept als ganzes), indem man Witze macht, erscheint mir nur natürlich. Aber nein – denn weil das Creeper-Cards sind, ist das arg böse, wenn man auf sowas hinweist.

    Ich habe das Gefühl, Du interpretierst den Vorfall beim Jeopardy, als hätte die Moderation öffentlich bekanntgegeben “Frauen sind scheisse und gehören unterdrückt”, oder (Dir zur Liebe) in einem rassistischen Analog: “der Neger ist dumm und gehört dominiert”. Ja, die Sache war möglicherweise dumm von Ray; in meinen Augen ist die Aufregung darum im Kontext des “SEEXIISMUUS!!!!”-Schreiens mindestens genauso dämlich. Sexistisch wäre gewesen, wenn er Frauen _expliziet_ _nicht_ auf die Bühne geholt hätte, von den Worten begleitet “Frauen können doch eh nix mit Technick”.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 6. Januar 2013 um 23:43

    @Pflichtfeld Ich rede hier lediglich über den Beitrag von Ray und wie ich in vorigen Kommentaren bereits ausdrückte und auch ganz oben sogar drinn steht “unabhängig von Creeper Cards”. Das ist das Problem hier wird alles vermischt. Und Rays Beitrag sind eben nicht “lächerliche Zoten” (Zitat Fefe) sondern “dumme Provokation”. Und ich finde das nicht “natürlich” wie Du es sagst. Es geht imho nicht, dass der Scheiß verharmlost wird. Egal was vorher gelaufen ist. Ray macht das Jeopardy seit Jahren auf dem CCC, ihm sollte man so viel Eloquenz und Stärke zutrauen, dass er egal wie gereizt er ist, seine Bühnenposition nicht in dieser Form ausnutzt. Da sind wir offensichtlich anderer Meinung, obwohl er auch zum Awareness-Team vom CCC deswegen bestellt wurde. (Soviel ich weiß) Außerdem ging es nicht bei jeder “lächerlichen Zote” um die Creeper Cards, weswegen dieses Argument allein auf die Cards bezogen imho nicht wirklich zündet.

    Zu der extra krumm konstruierten Analogie. Mir fallen da keine Analogien auf und niemand sollte da welche herstellen. Das ist absolut unpassend. Da mir aber bereits der Vergleich den Du konstruierst nicht gefällt, habe ich versucht mit etwas noch krummeren das deutlich machen. Ist mir offensichtlich nicht gelungen. Und weit übers Ziel hinaus und mehr als unpassend. Sorry dafür. Bitte hab Verständnis dafür, dass ich das gerade ein wenig repetitiv finde und im weiteren auf die obigen Kommentare verweise, wo der erste Teil dieses Kommentars eigentlich bereits steht. Krass was ich mir für ne Mühe gebe obwohl ich doch Denkverbote und Maulkörbe erteile und dämlich rumschreie ;)

  • k1l schreibt am 7. Januar 2013 um 03:35

    Dann steht es mit Gewaltandrohungen ja nun unentschieden? popcccorn vs. http://daten.dieweltistgarnichtso.net/docs/polit/viirus42/t%C3%B6tkolben.thumb.jpg
    wenn man die ganzen “du kannst froh sein nicht geschlagen worden zu sein” der Creepercards dazuzählt siehts aber wieder anders aus. Von daher würde ich das nicht als Pro oder Contra der einen oder anderen Seite zählen sondern auf beiden Seiten nicht gutheissen.

    Zum Hackerjeopardy:
    langzeitvorweg: Die Moderatoren mussten bisher nach jedem Jahr eigentlich Kritik von beiden Seiten einstecken, warum sie XX% Frauenquote bei der Show ausgewählt hatten. “Das sind viel zu viele”/”Viel mehr als der reale Anteil im Berufsfeld/am Kongress” vs. “Ihr seid Sexisten und diskriminiert Frauen weil ihr nicht 50:50 macht” …

    29c3 vorweg:
    Das Theater was die Flauscheria ausgelöst hatte (samt der “roten nackten kopflosen Frau!!!!111111”, die selbst eine Frau gemacht hatte weil sie genervt war von dem Thema: http://mirromaru.tumblr.com/post/39382307717/oh-teh-drama-or-why-i-stickered-a-naked-headless ) nervte den Großteil der 29c3 Besucher nur noch. Daher auch die entsprechenden Publikumsreaktionen. Es gibt immernoch das Gerücht, dass ein Mann eine gelbe Karte für das Türaufhalten bekommen hat. Das zeigt wie die Stimmung gegenüber den Karten und dem Thema an sich waren.

    Die Show:
    Klar bringt Jay Sprüche. Aber genau das ist sein Job, und das ist es warum das Jeopardy so beliebt ist. Jeder bekommt da sein Fett weg, ob Mann, Frau, MyLittlePony-, Starwars- oder StarTrek-Fan oder perl-Programmierer. Wer keine Sprüche hören will sollte die Show nicht gucken.

    Die Problementhemen die er anspricht: Warum sind 2Frauen gegen einen Mann ok, aber 2 Männer gegen eine Frau wäre sexistische Kackscheiße? ; Wie wählt man nach “euren Regeln” Teilnehmer aus?; …

    Nach der ersten Übergabe der Roten Karte kann man das alles eh in die Tonne kloppen. Mit so einer dämlichen Aktion war davon auszugehen, dass die Creepercards keinen ernsthaften Sinn verfolgen. (Die Erfindern sagt auf der Defcon wäre “Zeig mal die Titten” eine gelbe Karte!) Zudem bringt so eine Situation einen Moderator in eine Zwangslage und war ich frage mich wirklich was die Übergebenden sich dabei gedacht haben. Erschreckend fand ich, dass die erste Übergebende es noch sehr wichtig fand, die erste weibliche Teilnehmerin nur auf ihr Geschlechtsteil zu reduzieren und dieses ins Mikro zu sagen. Das wurde vorher nicht genannt und auch nicht angedeutet.

    Das Problem was ich hier sehe ist, dass Sexismus als Joker missbraucht wird. Man darf bloß nichts gegen Feminismus sagen oder gar dagegen sein. Sofort ist man ein Sexist, diskriminiert und macht/sagt/tut nur sexistische Kackscheisse.
    Wie soll man so mit dem Thema um gehen und es nicht entweder lächerlich finden oder in die Defensive gehen (wodraus die meisten als instinktive Reaktion aggressiv werden um sich selbst zu schützen).

    Ihr wollt lautstark und medial protestieren und kritisieren aber selber steht ihr gegenüber Kritik mit dem Totschlagargument gegenüber. Die Sprüche oder Andeutungen von dem Moderator hätte man nach der Show konstruktiv diskutieren können und so hätte es einen nachhaltigen Effekt gehabt. Jetzt habt ihr es geschafft, dass die gesamte Szene von dem Thema genervt ist. Das macht eine Aufklärung immer schwieriger.

    Ganz zu schweigen davon, dass ihr nun wirklich Betroffene eines Mittels und einer Menge Respekt und Verständnis beraubt, wenn ihr mit solchen Kleinigkeiten eine Reizüberflutung erzeugt.
    http://tageshauschaos.blogspot.de/2013/01/mal-luft-machen-und-doch-danke-sagen.html

    zudem hat in _dem_ Fall, in dem es wirklich zu einer Belästigung kam das A-Team des c3 geholfen und den Besucher rausgeschmissen. Das geht in der Diskussion wie auch hier in dem Blog über Sprüche in einer Unterhaltungsshow komplett unter.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 7. Januar 2013 um 11:02

    @kl1 ich finde es ein wenig zynisch nach Rays Auftritt anderen vorzuwerfen keine sinnhafte Debatte führen zu wollen und scheinbar wurde sie mit dem A-Team ja auch geführt. Ich weiß, dass ich mich wieder wiederhole, aber ich sagte ausdrücklich mehrmals, dass ich das “unabhängig” der Creeper Cards betrachten will. Ich denke das dies möglich ist. Ob dieses Mittel sinnvoll genutzt wurde ist imho eine andere Diskussion. Wenn sie in die Hacker-Jeopardy Debatte mit reingenommen werden bekommt das den Beigeschmack dass Du wenn Du Dich provoziert fühlst einen Freifahrschein bekommst. In diese Argumentation passt auch das Unentschieden bei den Gewaltandrohungen ganz gut…

    Auch habe ich immer wieder das Gefühl, das alles was nicht körperlich ist kein Sexismus und bitte doch auch keine Belästigung sein soll. Ich denke tatsächlich dass hier der Einsatz der Cards ggf. da mit Schuld trägt wenn rote Karten tatsächlich inflationär verteilt wurden. Aber selbst da würde ich das gerne rauslassen.

    Der 29C3 ist keine sexistische Veranstaltung, das behaupte ich hier auch nicht. Ich selbst war beim 28C3. Das heißt aber nicht, dass es ein Sexismusfreier Raum ist. Ich denke das größte Problem ist zu lernen wo (Alltags-)Sexismus beginnt. Übrigens etwas wovon ich mich auch nicht freisprechen kann.

    Lesenswert weil auch entspannter als ich es formuliere ist dieser Beitrag hier: http://carridwen.de/2013/01/wir-haben-ein-problem/:
    “Es geht mir also nicht darum, die klischeehaften ‘frauenverachtenden Nerds’ anzuprangern, das ist großer Unsinn. Es geht mir darum, dass wir uns darüber klar werden, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Sexismus strukturell vorhanden ist.”

  • k1l schreibt am 7. Januar 2013 um 12:31

    @Daniel
    mein Hauptpunkt ist, dass man eben ein Symptom nicht ohne die Ursache beachten kann.

    Wer kann denn sagen, ob es die Kommentare und Sprüche gegeben hätte, wenn nicht das Thema seit Tagen auf dem 29c3 künstlich hochgekocht worden wäre?
    Die Reaktionen des Publikums (auch im Stream zu bemerken) sollten da eigentlich ein guter zusätzlicher Hinweis sein. Es ist kein Saal voller Sexisten, sondern ein Saal voller Genervter. Er nennt die Karten und das er schon welche bekommen hätte direkt ganz am Anfang. Somit ist eine explizite Trennung zwischen der Kartenaktion und den bemängelten Aktionen des Moderators nicht möglich bzw. nicht sinnvoll.

    Es sei denn es geht wieder nur darum einen Skandal zu kreieren.

    Wie stark das Thema strapaziert wurde zeigt sich auch an dem Piktogramm aus den roten Karten. Auch dazu hatte Andreas am Ende der Show noch was zu gesagt. Die Intention der roten Frau und die Laune aus der sie entstanden ist, ist aber eine ganz andere gewesen, als die, die dort viele (militante) Feministen (oder besser Extremisten?) reininterpretiert hatten oder reininterpretieren wollen.

    Das “aus allem einen Skandal machen” und die ganze Last nun beim Ray abzuladen halte ich für die Aktion die dort vorsätzlich gefahren wurde (die Orga und der CCC hat sich vorher gegen die Karten ausgesprochen) für nicht angemessen.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 7. Januar 2013 um 13:00

    @k1l Schon verstanden und genau da scheiden sich unsere Meinungen. Zum einen weil ich erwarte das trotz aller Genervtheit Ray das besser/geschickter hätte handlen sollen/können. Ist ja jetzt nicht so, dass er einfach mal so zufällig auf die Bühne stolperte. Er hat da ja Erfahrung. Zum anderen weil ich durchaus denke, dass die Ursache durchaus ausgeblendet werden kann. Es ist kein Skandal, es ist leider normal. Und darum geht es.

    Das in Schutz nehmen, dass Ihr seid humorlos, das ist doch nicht so schlimm, das lächerliche Zoten, das selber Schuld. Überhaupt das “Ihr” gegen “Wir”. Das ist normal in unserer Gesellschaft. Genau so wie das Gegenüber runterzuspielen oder als radikal darzustellen.

    Genau das geht mir persönlich auf den Sack. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Wie ich bereits schrieb: Es ist kein Skandal und der 29C3 keine sexistische Veranstaltung imho. Es wird oft so wahr genommen eben weil Sexismus von der Majorität mit körperlichen Übergriffen gleich gesetzt wird. Daher denken jetzt die meisten “OMG, das muss ja ganz schlimm sein.” und sind dementsprechend empört, wenn sie dann hören, dass es “nur” um Piktogramme und dumme Provoaktionen ging. Und genau da liegt das Problem in meinen Augen: Das “DAS NENNT IHR SEXISMUS?! – Sexismus ist aber was ganz anderes.” (Stichworte dazu: Herrschaftsdenken und Definitionsmacht)

    Der Umgang mit der Problematik, die Reaktionen (vor allem als Moderator selbst vor Ort) und die Forderungen sowie die Argumente die vorgebracht werden zeigen aber, dass auch eine coole Veranstaltung wie der 29C3 nicht vom strukturellen Sexismus frei ist. Das könnte jetzt auch wieder als päpstlicher als der Papst oder wie Du es formulierst “militant” und “extremistisch” ausgelegt werden. Und genau in diesem Zusammenhang finde ich es schade, dass das runtergespielt wird. Es ist kein Skandal, es ist lediglich ein Problem.

    Ein “Mhm, ja, das war schon irgendwie scheiße” gibt es kaum zu hören. Nur weil es Dinge gibt die schlimmer sind?! Stattdessen heftige Trotzreaktionen im Sinne “Das wurde doch alles extra provoziert.” Am Besten noch um dann Ray vorzuführen. Oder wie? Ja, um so mehr Du dazu sagst um so mehr Recht muss ich Dir geben: Ray ist schon ein armes Opfer. Manipuliert, genervt, gereizt und am Ende noch öffentlich auf einer Bühne vorgeführt um ihn nachträglich an den Pranger zu stellen.

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