Sixto Rodriguez – Der Star der nicht wusste, dass er ein Star war

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Sixto Rodriguez

Ich glaube es war der Gurkenkaiser der mir Sixto Rodriguez nahe legte. Rodriguez kennst du bisher, wie auch ich damals, wahrscheinlich nicht. Dabei ist er wirklich ein famoser Songwriter, der in den 70er Jahren zwei Alben veröffentlichte. Beide floppten und er zog sich aus dem Musikbiz zurück. In Südafrika allerdings wurde er ein Superstar. Sein Name wird dort in einem Zug mit den Beatles und den Stones genannt. Er war eine Ikone. Doch er bekam bis Ende der 90er davon gar nichts mit. Tantienem seiner mehrfachen Gold-Veröffentlichungen verschwanden und er lebte bescheiden und zurückgezogen in seiner Heimat Detroit.
Wiederum fast ein Jahrzehnt später wurde der Regisseur Malik Bendjelloul auf seine Geschichte aufmerksam und drehte einen Dokumentarfilm namens “Searching For Sugar Man”. Ohne Geld, zum Großen Teil mit einem iPhone und einer Super-8-App. Als das Geld ausging kam der Film über Umwege zum Sundance Festival und wurde dort ein Hit. Nun ist er sogar für einen Oscar nominiert und Rodriguez ist wieder gefragt. Hier gibt es einen hübschen kleinen Beitrag über Film und Story. Deswegen liebe ich Popkultur, weil sie aus Mythen bestehen. Aus Märchen und Geschichten und es ist verdammt egal wie wahr sie sind.

Hier findest Du ein Interview mit dem Regisseur. Nach dem Klick noch ein wenig Musik von Rodriguez. Ich hoffe das Geld kommt zu ihm, auch wenn es ihm wirklich nicht wichtig scheint.

(Danke Diana!)



    16 Kommentare:

  • Barbara Mürdter via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 16:47

    Ja, sehr toller Film, und tolle Musik sowieso. Konnte ihn schon sehen, hier bei Interesse eine Review via popkontext: http://www.popkontext.de/index.php/2012/12/27/review-searching-for-sugar-man/

  • barbara schreibt am 5. Februar 2013 um 16:48

    Ja, sehr toller Film, und tolle Musik sowieso. Konnte ihn schon sehen, hier bei Interesse eine Review: http://www.popkontext.de/index.php/2012/12/27/review-searching-for-sugar-man/

  • Maik Roßmann via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 16:56

    Ah wie gei – Danke! Kenn einen Song von ihm ganz gut: Hatte doch David Holmes mal ausgegraben … http://www.discogs.com/David-Holmes-Come-Get-It-I-Got-It/release/126939

  • Christian Friedemann via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 16:57

    Kommt gerade in Berlin in ein paar Kinos…

  • Vanessa Roseline Siegl via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 17:02

    Muss er wohl der läuft sogar in innsbruck

  • Bastian Dulz via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 17:55

    läuft doch schon….und ist sehr empfehlenswert.

    http://www.filmpalette-koeln.de/

  • Robert Schüle via Facebook schreibt am 5. Februar 2013 um 19:23

    fäääääääk

  • Nina Erdbeerblond via Facebook schreibt am 6. Februar 2013 um 09:27

    über die Geschichte hab ich Funkhaus Europa gehört. Das muss irre sein auf einmal vor nem exstatischen Publikum zu stehen.

  • WEALLSCREAMFORICECREAM schreibt am 10. Februar 2013 um 21:06

    @Robert Schüle: Wieder ein Beweis, dass ich da mit meinem Eindruck nicht ganz alleine bin.:)Aber gibt es da handfeste Beweise, die man anführen kann, damit man nicht als paranoider Zyniker rüberzukommt? Inwiefern der Film tatsächlich die Wichtigkeit von Mythen und kollektivem Gedächtnis erzählt, geht bei allen Rezensionen (die ein und demselben PR-Text entnommen zu sein scheinen)irgendwie unter, finde ich.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 10. Februar 2013 um 23:38

    Wie kommt ihr darauf dass das Fake sei? Es gibt doch genügend Quellen die vor dem Film datieren. Die US-Wiki Seite wurde bereits 2007 angelegt, das wäre auch ein dickes Ding das mit einzuplanen http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Sixto_Rodriguez&dir=prev&action=history

    Fake Bootlegs (http://www.ebay.com/itm/RARE-LP-SIXTO-RODRIGUEZ-COLD-FACT-FOLK-ROCK-SOUTH-AFRICAN-PRESS-/290861324091?pt=Music_on_Vinyl&hash=item43b8af973b) wurden erstellt und was noch alles. Das ist doch Quark. Viel Spaß beim Suchen von handfesten Beweisen! Hier z.B. alles was Google von 1990 bis 2000 über Sixto findet (https://www.google.de/search?q=sixto+rodriguez&hl=de&biw=1227&bih=543&sa=X&ei=QCEYUfPqAoOFtAalxYD4BA&ved=0CCAQpwUoBg&source=lnt&tbs=cdr%3A1%2Ccd_min%3A1990%2Ccd_max%3A2000&tbm=)

  • WEALLSCREAMFORICECREAM schreibt am 11. Februar 2013 um 21:43

    @ Daniel: Ja, nee. Also wenn, dann muss man da bei ‘Fake’ auch differenzieren. In der Doku kommen so viele Dinge vor, die einem nicht ganz geheuer scheinen und damit ist nicht die phantastische Geschichte des Tüpen gemeint. Und du schreibst ja selber “Deswegen liebe ich Popkultur, weil sie aus Mythen bestehen. Aus Märchen und Geschichten und es ist verdammt egal wie wahr sie sind.”
    Was ich auch interessant finde, ist festzustellen, dass Leute sehr emotional reagieren, wenn man nur Zweifel an der Authentizität der Doku äußert. Es ist einfach eine sehr starke Geschichte, die wohl viel mit Hoffnung und das Gute zu tun hat oder so.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. Februar 2013 um 22:13

    @WEALLSCREAMFORICECREAM Achso, Du hast Die Doku schon gesehen? Ich leider noch nicht. Was ist denn ein Beispiel für die ungeheuren Dinge?

  • WEALLSCREAMFORICECREAM schreibt am 13. Februar 2013 um 02:08

    @Daniel: Ohne jetzt ins Detail des Films zu gehen (vlt. fallen dir ein paar Sachen ja beim Schauen auch auf, z.B. schlechte Schwarz-Weiß-Kopien als Fotos u.ä.) lass ich mal folgende Links zu Artikeln hier: http://mg.co.za/article/2012-08-31-movie-of-the-week-searching-for-sugarman
    http://www.freepresshouston.com/film/searching-for-sugar-man/
    Und es geht ja auch gar nicht um Verschwörungstheorien, sondern eher, dass die Wahrheit auch bei Dokumentarfilmen durchaus dazwischen liegen kann.
    PS: “Mr. Bendjelloul first heard of Rodriguez’s saga, in 2006, during a long African trip in which he was looking for ideas for his first feature-length film” Das nur nebenbei… :)

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 13. Februar 2013 um 02:56

    Also um ehrlich zu sein finde ich das jetzt wenig konstruktiv ohne Details darüber zu reden WAS an dem Film jetzt Fake sein soll. Der erste Artikel zweifelt an, ob Rodriguez nun von seiner Bekanntheit wusste oder nicht. Auch ist es korrekt, dass er sogar meines Laienswissens nach Ende der 70er und Anfang der 80er noch in Australien auf Tour war. Scheint so als spare dies der Film aus und er lässt ihn gleich nach beiden Alben in der Versenkung verschwinden…

    Dein P.S. soll wohl auf die Wikiseite widerlegen? Siehe letzter Link. Und wäre nen starkes Stück Arbeit den Fake Seit 6 Jahren vorzubereiten. Sogar mit Live-Auftritten auf YouTube die von vor drei Jahren sind. Crazy! Siehe auch den Whois Eintrag der südafrikanischen Sugarman Website. Ich kann leider nur im Dunkeln stochern, da Du ja nicht verraten magst, was Du gefaked findest. Das mit den Fotokopien klingt eher wie eine ästhetische Entscheidung, so hat der Regisseur ja auch vieles in falschem Super 8 gefilmt.

    Dass nahezu alle Dokumentationen durch Ästhetik und nichtdokumentarische Elemente (Score, Soundmix, Schnitt, Reenactments) eine Richtung vorgeben ist ja wirklich nichts neues. Aber zwischen einem Fake und einer Kritik an Aussparungen, wie sie die eine Rezension bemängelt, sehe ich schon Unterschiede. Selbst wenn diese manipulativ sind. Dann ist es zwar eine “schlechte” Dokumentation, aber gleich ein Fake oder eine Mockumentary?

    Beide Links bezeichnen den Film so, also nicht dass die Wahrheit dazwischen läge. Ich glaube nicht, dass das bei den Oscars tatsächlich möglich wäre, dass eine Mockumentary (vgl. Spinal Tap, A Mighty Wind, Mann beißt Hund, Mondofilme, etc.) unerkannt nominiert würde.

  • Patrick schreibt am 20. März 2013 um 21:12

    Schön, ein paar mehr Fans des Films und der Musik zu finden. Vor einer guten Woche bin ich einfach mal ins Kino gegangen und war von dem Film begeistert. Aber besser noch: Der Film lief in Wellington (Neuseeland), wo ich mich gerade für ein paar Tage aufhielt und 3 Tage nach dem Film spielte Rodriguez ein Konzert in Wellington, wovon ich nur zufällig erfuhr.
    Vor dem Kinobesuch dachte ich noch er wäre tot, und drei Tage später sah ich den 70-Jährigen auf der Bühne stehen und auch wenn er nur noch schwer laufen konnte, er hat gerockt :-)

    Ich habe gerade heute dazu in meinem Blog geschrieben: http://www.101places.de/finding-sugar-man-uber-eine-schone-geschichte

    Einfach eine tolle Geschichte und ein toller Musiker. Schön, dass er den späten Ruhm noch bekommt.

  • Patrick schreibt am 20. März 2013 um 21:22

    Nachtrag: Ich würde auch sagen, dass die beiden oben verlinkten Artikel komplett belanglos sind. Sie stellen die Authentizität des Films in Frage ohne zu sagen warum?!

    Das “Australien-Problem” sehe ich auch und habe ich in meinem Artikel in einer Fußnote erwähnt. Es nimmt für mich allerdings nur wenig von der Magie. Eine Erwähnung im Film wäre ehrlicher gewesen, hätte aber den Erzählfluss der Geschichte gestört.

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