UVB-76 – Ein Radiosender, der seit 1973 das selbe spielt und keiner weiß warum…

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Signal von UVB-76

Über “The Conet Project” bin ich auf das Phänomen Zahlensender gestoßen. Das sind Kurzwellensender die oft Zahlen- oder Buchstabenreihen übertragen. Einige dieser Sender schicken schon seit Jahrzehnten ihre Zahlenkolonnen in den Äther. Die ersten Zahlensender gibt es wohl bereits seit dem ersten Weltkrieg. Aber auch heute werden sie noch eingesetzt.

Vermutlich werden die meisten Zahlensender von Geheimdiensten genutzt um chiffrierte Nachrichten zu übermitteln. Erst 1998 wurde während eines Prozesses gegen kubanische Spione ein solcher Sender offiziell und öffentlich bestätigt.

In dem Spionagefilm Der Westen leuchtet! von 1982 gibt es eine Szene in der Harald Liebe, gespielt von Armin Müller Stahl, über einen Weltempfänger einem Zahlensender lauscht und das Signal per One-Time-Pad decodiert. Und natürlich dürfte den meisten die Zahlenfolge 4, 8, 15, 16, 23, 42 bekannt sein, die in Lost gesendet wird.

Noch rätselhafter ist allerdings der Sender UVB-76, der den Spitznamen The Buzzer bekam. Der sendet nämlich lediglich einen monotonen Ton, der in etwa 25mal die Minute wiederholt wird. und das 23 Stunden und 10 Minuten am Tag. Seit 1973!

[audio:https://www.kotzendes-einhorn.de/blog/wp-content/uploads/2013/06/UVB-76_07-08-2010.mp3]

Nur ab und an gibt es russische Sprachnachrichten auf dem Sender zu hören. Eine Liste von diesen findest Du hier. Dennoch ist unklar welchen Zweck dieser Sender hat. Die Wikipedia dazu:

“Es wird einerseits vermutet, dass der Sender UVB-76 dafür benutzt wird, um die Bereitschaft, Verfügbarkeit, Funktion oder den Zustand einer Einrichtung zu versichern. […]

Eine andere Theorie über UVB-76 wurde 2008 veröffentlicht. Im Russian Journal of Earth Sciences. Vol. 10 – 2008 wurde ein Artikel über ‘Hochfrequenz-Doppler-Verfahren zur Ionosphärenforschung’ veröffentlicht, in dem die von UVB-76 verwendete Frequenz 4625 kHz exakt dokumentiert wird. Dabei wird ein dauerhaftes Signal gesendet, das in einem speziellen Frequenzbereich liegen muss, damit es in der Ionosphäre reflektiert wird. Dadurch können Veränderungen in der Ionosphäre nachgewiesen werden, die zum Beispiel auf seismischen Aktivitäten basieren. Dies würde jedoch nicht die Sprachnachrichten und Morsecodes erklären.”

Eine Sammlung von Signalen solcher Zahlensender wurde 1997 als 4CD-Set veröffentlicht. The Conet Project: Recordings of Shortwave Numbers Stations kannst Du bei archive.org legal downloaden.



    2 Kommentare:

  • Sascha schreibt am 27. Juni 2013 um 21:25

    Hat bestimmt was mit super geheimen russischen Zombieuntergrundexperimentlaboren zu tun. Ist bestimmt nur ein Dead Man’s Switch, damit die in Moskau wissen, wann sie Brad Pitt rufen müssen.

  • B34d schreibt am 26. Februar 2017 um 22:47

    Die Leute die dort gearbeitet haben und seiens auch nur die Sprecher oder Putzfrauen…irgendwann sind die doch mal in Rente oder es geht keine Gefahr mehr vom Geheimdienst aus weil der kaputt wie die Mauer ist.
    Warum legen die Leute nicht offen was sie da gemacht haben?

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