RSS-Reader – Wer nutzt was? – Die besten Alternativen zum Google Reader

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Bye Bye Google Reader

Der Google Reader war einmal. Für mich ein Tool im täglichen Einsatz. Unerklärlich warum sich Google davon verabschiedete. Natürlich, RSS war stets eher was für Newsjunkies und nicht wirklich für die breite Masse, doch eben genau diese Newsjunkies zu enttäuschen? Wo ist da die Strategie?
Auch die Konkurrenz versteht das nicht und so baut nahezu jeder, der was auf sich hält einen eigenen Reader. Digg ist am Start, über Facebook wird getsuchelt und Go Read dürfte interessant werden. Doch was ist die richtige Alternative? Ich hab mich für The Old Reader entschieden. Bin halt ein Gewohnheitstier und da sagt mir das dem Google Reader nachempfundene Layout eben zu. Auch der Import meiner alten Daten ging zackig. Und ich brauchte einen Reader im Netz, keine native App, einen Reader der überall synchron läuft und leicht per Tastenkürzel zu durchbrowsen ist. Ich hab mehrere Leute gefragt, was sie denn nun nutzen:

The Old Reader

Auch Willy von Dressed Like Machines nutzt den Old Reader:

“Nachdem der Google Reader das zeitliche gesegnet hat, greife ich nun auf den Old Reader zurück. Der Old Reader ist für mich die beste Alternative, weil er dem Design des Google Reader sehr ähnlich ist und das für mich der wichtigste Punkt war. Man kann einzelne Beiträge liken und hat diese dann in einem gesammelten Ordner. Kein Feedly, The Old Reader ist angesagt.”

Net News Wire

René und Ronny benutzen Net News Wire. Das gibt es allerdings nur für den Mac. René dazu:

“NNW ist eine Desktop-App mit switchbaren Layouts, integriertem Browser, detailierten Font- und Farb-Einstellungen, integriertes Delicious, Twitterific und MarsEdit. Man kann natürlich OPMLs im- und exportieren, man kann Subfolder erstellen, man kann pro RSS-Abo (!) festlegen, wie oft es aktualisiert wird oder wie lange die Headlines im Reader bleiben. Sehr schickes Feature: Man kann sich abonnierte Feeds anzeigen lassen, die in einem bestimmten Zeitraum nicht geupdated haben. Perfekt um Karteileichen zu entfernen. Und: Man kann Beiträge, die editiert wurden, als ‘unread’ markieren lassen, inklusive einer Darstellung der geänderten Stellen. Sehr erhellend, manchmal.

Dazu kommt eine superschlanke Listenansicht, die mir das Arbeiten extrem erleichtert (da ich sehr oft ‘nur’ Headlines scanne). Leider gibt’s Net News Wire nur für’n Mac, ob’s etwas vergleichbares für Windows oder Linux gibt, weiß ich nicht. Jedenfalls ist NNW das einzige Tool, das für mich als Arbeitswerkzeug wirklich funktioniert.”

Wieso nicht Twitter?!

Michaela vom Crate Magazin bedient sich einer gänzlich anderen Lösung:

“Die Nachricht, dass Google seinen Reader abschaltet, hat mich zuerst völlig aus der Bahn geworfen. Denn der Reader war mein meist genutztes Google-Feature, ichlas am liebsten alles direkt im Reader-Interface und habe mir völlig abgewöhnt, Webseiten direkt anzusurfen. Leider hat mich keine der RSS-Reader-Alternativen vom Hocker gehauen, denn mir fehlte immer das Killer-Feature, das mich ein wenig für den Verlust des Google-Readers entschädigt . (Das Ganze selbst zu hosten, wäre natürlich so ein Feature, aber ehrlich gesagt habe ich zu wenig Ahnung von so ‘nem Kram.)

Also habe ich mich dazu entschieden, die Sache mit dem RSS völlig sein zu lassen und mein Nachrichten-Hub auf Twitter zu verlegen. Um meine Reader-Ordner-Struktur auf Twitter abzubilden, verwende ich Listen. Die Umstellung lief erstaunlich problemlos; unter den circa 150 Quellen waren nicht einmal zehn dabei, die keinen Twitter-Account hatten. Und heute lebe ich noch immer gut damit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ich habe Twitter auf all meinen Devices, kann News direkt retweeten und bekomme durch die Retweets der Accounts oft noch mehr mit als zuvor. Außerdem sind in meinen Listen jetzt nicht nur die Business-Accounts, die über neue Blogposts oder Artikel zwitschern, sondern natürlich auch Personen, die zwar in die jeweilige Kategorie passen, aber selbst gar keinen eigenen Blog haben. Alles in Allem hatte Googles Aktion nun sogar etwas Gutes: RSS brauche ich nicht mehr. Ich bin zufriedener als zuvor.”

Auch hoch im Kurs sind Feedly und Tiny Tiny RSS. Mit Feedly konnte ich mich ja nicht so anfreunden. Auch wenn es eine schlanke Listendarstellung gibt war mir das alles optisch stets zu viel. Eine kleine Übersicht über Alternativen gab es bereits hier.



    5 Kommentare:

  • vEnoMaZn schreibt am 1. Juli 2013 um 11:58

    bin auf feedly umgezogen, bin sehr zufrieden damit.

  • Andy Drop schreibt am 1. Juli 2013 um 12:45

    Ich habe mir mit RSS2eMail ein Python-Skript auf dem Server installiert, dass meine Feeds abgrast, und mir die Einträge dann als Text-Only-Mails zuschickt. So kann ich sogar mit meinem uraltem Symbian-Handy lesen, und bin mit allen Geräten synchron.

  • Michael Gruhl schreibt am 1. Juli 2013 um 13:04

    Also ich benutze im Moment einfach die RSS-Funktion von Thunderbird. Ist zwar nicht besonders extravagant, aber mir reichts.

  • MKzero schreibt am 4. Juli 2013 um 20:07

    Ich bin seit ca. 1.5 Monaten auf selbstgehostet, damit sowas wie mit dem GReader nicht wieder passiert.

    Funktioniert mit OwnCloud(auch noch für andere Dinge wie Dropbox-Ersatz ganz nützlich) und der “News”-App super und weil ja heute alles OpenSource ist gibt es dank Github auch eine schöne Stelle zum Fehler melden bzw. selbst Änderungen Beitragen. Der Haupt-Entwickler scheint ein ganz cooler Typ und meine eingereichte Änderung war recht schnell mit drin.

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