Sick Sad World: Christian Ude und die Räumung des Refugee Camps in München

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Christian Ude für München

Vor 20 Jahren haben die Demokraten das uneingeschränkte Asylrecht abgeschafft. Am 01.07.1993. Allen voran nicht nur CDU, CSU und FDP, sondern auch die SPD. Sie machten den sogenannten Asylkompromiss möglich. In dieser Tradition setzt auch Christian Ude, Oberbürgermeister in München, das Werk der Sozialdemokraten fort.

Seit dem 22. Juni gab es in München auf dem Rindermarkt ein Protestcamp. Flüchtlinge bezogen Stellung zum Asylrecht. Am 25. Juni traten 50 Protestierende in den trockenen Hungerstreik. Bereits am 28. Juni berichteten die Protestierenden:

“Bis jetzt sind 21 von uns kollabiert und wurden zwischenzeitlich ins Krankenhaus gebracht, während die Regierung zahlreiche Versuche unternimmt, diesen Protest ohne jegliche Gegenleistung zu stoppen, anstatt Verantwortung zu übernehmen und eine Lösung zu finden.

Letzte Nacht gegen 23:00 Uhr wurde unser Vermittler von den Behörden zu einem anderen Ort bestellt, um ihm ein neu aufgebautes medizinisches Zelt zu präsentieren. An dem Ort, zu dem sie ihn führten, stand jedoch kein Zelt dort, sondern es fand nun ein unangekündigtes Treffen statt, in dem immenser Druck aufgebaut wurde, um immer weitere Schwierigkeiten zu erzeugen und uns von unserem Kampf aufzuhalten.”

Das Camp war Christian Ude ein Dorn im Auge. Am Sonntagmorgen, gegen 5 Uhr, wurde das Camp mit tatkräftiger Hilfe der Polizei geräumt.

Gut für Ude, der konnte dann schön Bierchen zischen gehen. So schreibt er nach der Räumung auf seiner Facebookseite:

Christian Ude auf Facebook

Aus dem Auge aus dem Sinn. Nicht wahr?! Und natürlich in guter Tradition der SPD. Ziele und Anliegen der Flüchtlinge bloß gar nicht ansprechen. Aber Ude setzt in einem Interview noch einen drauf. Angesprochen auf einen Zwischenfall mit einer schwangeren Frau während der Räumung sagt er:

“Da habe ich schon drei Tage vorher Wetten abgeschlossen: Die Schwangere ist wahrscheinlich nur dabei, damit man hinterher erzählen kann, sie sei von der Polizei misshandelt worden sei. Das gehört zum klassischen Repertoire.”

Charlott von der Mädchenmannschaft schreibt dazu, dass Ude mit diesem kurzen Statement der Frau jegliches eingeständiges politisches Handeln abspricht. Gleichzeitig wirft er eine Inszenierung vor: “Das gehört zum klassischen Repertoire”. Frauen als Staffage?! Mir fehlen da tatsächlich die Worte. Was soll das werden ein umgedrehter Sympathiewettbewerb? Laufen da irgendwelche SPD-interne Wetten zwischen Sarrazin, Buschkowsky und Ude?! Denn Wetten, das sagte ja Ude bereits, sei sein Ding.

Traurige kranke Welt!

(via Torsun von dem auch das Bild ist)



    9 Kommentare:

  • Emanon schreibt am 3. Juli 2013 um 13:04

    Wenn meine Frau schwanger wäre, wäre auch mein erster Gedanke, den ich aus meinem extremistischen Extremistenhut zaubere, selbstverständlich, meiner Frau altväterlich zu gebieten unser ungeborenes Kind in die Schlagstöcke zu werfen, nur damit das Feierabendbier des guten Ude schal wird.

    Man kennt das aus der Savanne, wo Löwen-Mütter die braven Wilderer mit den Früchten ihrer Niederkunft bewerfen, nur um denen die Safari zu versauen.

  • Nico Schlott via Facebook schreibt am 3. Juli 2013 um 13:36

    Dummdreister Münchener OB.

  • Uwe Rabenschwarz via Facebook schreibt am 3. Juli 2013 um 14:24

    Ude sträubt sich ja auch schon seit ewigen Zeiten mit den wunderlichsten Argumenten gegen die Verlegung von „Stolpersteinen“ in seinem schönen München.

  • Kathrin Berger via Facebook schreibt am 3. Juli 2013 um 14:25

    Ehrlich? Wie kann man denn gegen diese Aktion sein?!??

  • Uwe Rabenschwarz via Facebook schreibt am 3. Juli 2013 um 23:11

    Frag ihn …

  • Kathrin Berger via Facebook schreibt am 4. Juli 2013 um 06:15

    Vielleicht deshalb?
    “Negativ beurteilt auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, diese Form des Gedenkens.”
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/opfer-des-ns-terrors-neue-diskussion-ueber-die-stolpersteine-1.677117

  • Kathrin Berger via Facebook schreibt am 4. Juli 2013 um 06:15

    (hab bloß nach der Antwort gesucht – für mich :) …

  • Uwe Rabenschwarz via Facebook schreibt am 4. Juli 2013 um 14:32

    Weiter unten steht aber Udes „Einwand“, und der ist an Dämlichkeit kaum zu überbieten. Als ob die „Stolpersteine“ nicht eine weit bessere, weil greifbare “Erinnerungsarbeit” leisten würden als eine belanglose Feierstunde im Bundestag oder ein Haufen Dominosteine in Berlin-Mitte!

  • Kathrin Berger via Facebook schreibt am 4. Juli 2013 um 16:00

    Ich seh das wie Du, aber die Argumente von Frau Knobloch kann ich iwie auch verstehen …

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