Clickbait gegen die Welt

Die Blog-Soap: Clickbait gegen die Welt

-

Clickbait gegen die Welt

Die Blogsphäre scheint Dir langweilig? Zu wenig Gossip, keine Stars und Sternchen?! Finden Nadia und ich auch. Deshalb haben wir beschlossen, die erste Blogger*innen-Soap zu schreiben, voller haarsträubender Klischees. Überschneidungen zur realen Welt natürlich rein zufällig. Hier die Hauptcharaktere:

Marcus, 37

Marcus leitet eine Werbeagentur, betreibt aber in erster Linie das beliebte Blog Clickbait. Täglich erscheinen dort neben Brüsten und Tiervideos auch Artikel über brisante Themen und allerlei Gossip. In den deutschen Blogcharts ist Clickbait stets unter den ersten 10, doch da muss mehr gehen. Auf dem Weg nach oben stehen ihm allerlei Hindernisse im Weg. Wird Marcus sie meistern?

Anita, 21

Anita ist nach ihrem Abitur nach Berlin gezogen. Im Primark hat sie Marcus kennengelernt, den sie schon von Twitter kannte. Marcus ernannte sie vor kurzem zur Chefredakteurin. Unzertrennlich machen sie die Events von Neukölln und Xberg unsicher. Am liebsten schreibt sie aber Stories für Clickbait. Doch sind Marcus und Anita wirklich so unzertrennlich?!

Karl, 31

Karl gründete vor zwei Jahren mit Marcus das Clickbait, doch verließ die Seite im Streit. Das bedeutet Krieg. Gegen Marcus, gegen Clickbait. Was hat er vor?!

Erste Staffel

Kontroversen ist Marcus gewohnt. Clickbait nimmt nun mal kein Blatt vor den Mund. Frech, kontrovers, jugendlich. So soll es sein. Auch mal traurig oder frivol. Doch mit seinem neuen Post hat er den Satirebogen wohl überspannt. Der Vorwurf: Rassismus! Prompt veröffentlicht er eine Antwort: “Wir müssen reden – Kommt nicht immer vorschnell mit der Rassismuskeule.”

Dort heißt es u.a.:

“Wenn Ihr Leute immer angreift, dann fühlen sie sich auch angegriffen und lernen gar nichts über die Problematik. Immer nur die Keulen auspacken bringt gar nichts. Vor allem nicht bei Satire.

Satire ist ein hochkomplexes Thema und verlangt den Konsumenten mehr ab, als sie in der schnellebigen 140-Zeichen-Zeit gewohnt sind. Da ist es klar, dass der Witz nicht bei allen ankommt. Doch jeder, der sich mit Clickbait auseinandersetzt, weiß das. Aber es muss wohl wieder eine Shitstorm-Sau durchs Dorf getrieben werden.”

Der Post bekommt 500 Likes innerhalb der ersten Stunden. “Problem erkannt, Problem gebannt”, denkt sich Marcus. Während des ganzen Dramas fragt sich Anita, ob sie auf Marcus’ Angebot eingehen soll. 300 Euro für ästhetische Nacktbilder, denn Clickbait ist nicht verklemmt. “Wir mischen mit, auch bei den sexy Posts!”

Anita macht die Bilder. In den Kommentaren wird Marcus’ Ausbeute seiner Mitarbeiter*innen vorgeworfen. Dieser entgegnet, dass Anita das nicht nur freiwillig machte, sondern auch noch gutes Geld dafür bekam. Ob er da nicht seinen Mund zu voll nimmt? Denn das Geld kommt nicht bei Anita an. Eine Abmahnung ist ins Haus geflattert. 2000 Ocken für die Kate Upton Bilder, die Marcus aus der Sports Illustrated gescannt hatte. Mist!

Das Drama beginnt: Anita verlässt daraufhin Clickbait und schreibt in ihrem eigenen Blog eine böse Abrechnung mit Marcus! Marcus wiederum verfasst einen erklärenden Blogeintrag, so wie alle drei Monate, und wie alle drei Monate fängt er so an: “Hallo, ich heiße Marcus, und ich bin der größte Arsch im Internet.”

Weil der Artikel 500 Mal geshared wird, kehrt Anita reumütig uns Clickbait-Rudel zurück Doch am Bloghorizont tut sich was. Buzzfuckers machen sich auf, Clickbait die Schau zu stehlen. Doch wer steckt dahinter? Das Konzept kommt Marcus verdammt bekannt vor. Er fragt sich, was er nun tun kann. Soll er mehr Brüste oder mehr niedliche Tierbilder bringen? Seine Antwort ist ein Flug in die USA, mit dem Ziel, das Anwesen von Miley Cyrus zu kapern, um sie heimlich beim Kacken zu fotografieren. Dafür investiert er die 2000,-€, die er eigentlich für den Abmahnanwalt beiseite gelegt hat. Und sagt seinem Team: Nix.

Was Marcus nicht weiß: Karl steckt hinter Buzzfuckers. Dieser versucht, Anita zu seinem neuen Blog zu holen. Doch Marcus ist weit weg. Gedankenverloren ändert er während des Fluges zehnmal via Smartphone den Namen von Clickbait.

Letzlich endet er bei FuckThaBuzz. Um Buzzfuckers den Google-Traffic abzugreifen, schaltet er außerdem Google-Ads auf das Keyword “Buzzfuckers”. Nun wird FuckThaBuzz als erstes Suchergebnis angezeigt, wenn die Leser*innen nach Buzzfuckers suchen. Inzwischen aber machten diese aber Marcus einen Strich durch die Rechnung: Als er sein Flugzeugessen mit der Überschrift “So sieht es aus, wenn ich Deine Kotze esse!” postet, entfolgen auf den Schlag 2000 Leute. Marcus hatte die Zeitverschiebung vergessen über den Wolken und den Post zur deutschen Mittagszeit hochgeladen. 500 Leser*innen beschwerten sich zudem über die inflationäre Nutzung von Ausrufezeichen!!!!!!!!!!!!!!

Marcus entschuldigt sich mit einem Post über die lustigsten Autokorrekturfehler. Schließlich wollte er schreiben: “So sieht es aus, wenn ich Deine Fotze esse!” Es entbrannt ein Sesxismusstreit um FuckThaBuzz, die sich noch vor der Landung in Clickbait umbenennen. Marcus schreibt einen Post “Wir müssen reden – Kommt nicht immer vorschnell mit der Sexismuskeule”. Dort schreibt er:

“Wenn Ihr Leute immer angreift, dann fühlen sie sich auch angegriffen und lernen gar nichts über die Problematik. Immer nur die Keulen auspacken bringt gar nichts. Vor allem nicht bei Satire.

Satire ist ein hochkomplexes Thema und verlangt den Konsumenten mehr ab, als sie in der schnellebigen 140-Zeichen-Zeit gewohnt sind. Da ist es klar, dass der Witz nicht bei allen ankommt. Doch jeder, der sich mit Clickbait auseinandersetzt, weiß das. Aber es muss wohl wieder eine Shitstorm-Sau durchs Dorf getrieben werden.”

Außerdem leiert Marcus ein Interview mit einer der Beteiligten einer der größten Anti-Sexismus-Demos in Deutschland an, um ganz schnell zu versichern, dass er eigentlich voll der emanzipierte Mensch ist. Die Aktion wird ein voller Erfolg. Es kommen nicht nur Likes ohne Ende, auch eine große Nachrichtenseite berichtet über FuckThaBuzz, ehhh Clickbait. Der berühmte Kolumnist Johannes Fleischprügler schreibt über den “Tugendfuror der verklemmten Femnazis”, die auf Marcus und Clickbait rumhacken. Die Publicity beschert Marcus eine Einladung der Deomarke Sword, die das Blog für einen Monat branden. Marcus zahlt daraufhin Anita aus, außerdem begleicht er die Abmahnung. Happy End?!

Vorerst kommt halt erstmal der Abspann:



    3 Kommentare:

  • teovia schreibt am 19. November 2013 um 21:15

    zum glück ist google im echten leben ja nicht käuflich….

  • Chris schreibt am 19. November 2013 um 21:16

    Ich schätze mal euren besonderen Humor + euer spezielles Insiderwissen könnt ihr am Ende nur selber zu 100% entschlüsseln, aber ich habe etwa 30% gecheckt und immer noch bestens gelacht. Herrlisch. Danke! :D

  • Thomas the Pommes schreibt am 21. November 2013 um 10:31

    Finde ich leider nicht so toll. Am Ende ist es “nur” eine Ansammlung von Ideen die oft genug nicht zünden auch wenn ich weis was gemeint ist. Hätte meiner Meinung nach als richtige Geschichte in mehreren Teilen besser funktioniert.

    Ihr führt zum Beispiel die Charaktere mit einer eigenen Vorstellung ein aber lasst sie dann in der Geschichte als blasse Figuren zurück. Nur Marcus gewinnt etwas an Tiefe. Aber auch nur weil er jedes Klischee mitnimmt und es nur um ihn geht. Gerade um den Gewissenskonflikt der Nacktbilder von Anita hätte man Soap-Stoff bauen können. Also richtigen Soap-Kram mit Drama und so. Eventuell überzogen um auch noch das Soap-Konzept als solches ein bisschen ins “lächerliche” zu ziehen.

Dein Kommentar:

Kommentarfeed zu diesem Artikel via RSS abonnieren.

Hinweis: Kommentare werden moderiert. Sie können auch ohne Angaben von Gründen gelöscht werden. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht! Weitere Infos zum Datenschutz