Unwort des Jahres: Ein politisches Statement

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Heute morgen hat die Redaktion das Unwort des Jahres 2013 bekannt gegeben und damit ein deutliches politisches Statement gesetzt. “Sozialtourismus” wurde nämlich der Titel zuteil.

Deutlich begründet die Redaktion der Sprachkritischen Aktion ihre Entscheidung, denn mit dem Schlagwort “wurde von einigen Politikern und Medien gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht”. Die Vorsitzende der Redaktion, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, wurde noch deutlicher:

“Dies diskriminiert Menschen, die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu.”

Der Spiegel zum Unwort des Jahres weiter:

“Der Ausdruck reihe sich ein in ein Netz weiterer Unwörter, die diese Stimmung befördern wie etwa ‘Armutszuwanderung’. Mit dem Begriff ‘Armutszuwanderung’ bezeichnet die CSU gering qualifizierte Migranten, die nach Einschätzung der Partei in Deutschland vor allem Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen, aber kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

[..] Unionspolitiker wie Michael Glos oder Lothar Späth hatten “Sozialtourismus” schon vor Jahren im Wortschatz.”

Gerne weise ich in diesem Zusammenhang auch noch auf das hin was Noah Sow zum Thema Auswander-Dokus schrieb.

UPDATE: In einer vorherigen Verison hieß es, dass die DUDEN-Redaktion das Unwort des Jahres küre, das ist so nicht korrekt! Hier findest Du alles zur Jury!

(via schlecky)



    2 Kommentare:

  • Christian schreibt am 14. Januar 2014 um 13:26

    Ich glaube, du hast die tatsächlich etwas missverstängliche Einleitung des Spiegel-Artikels falsch interpretiert. Der Duden hat mit dieser Aktion nichts zu tun.
    Und das es politisch ist, liegt in der natur der Sache (siehe Grundsätze der Aktion: http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=2)

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 14. Januar 2014 um 14:05

    @Christian Upsa, Danke korrigiert!

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