Ein missverstandenes Sprichwort: Blut ist dicker als Wasser

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Wusste ich auch noch nicht und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es auch ein wenig bezweifel, da ich nicht viele Quellen hierfür finde. Aber eigentlich bedeutet “Blut ist dicker als Wasser” nicht, dass die Familie über allem steht, sondern genau das Gegenteil.
Gemeint war nämlich das Blut von “Blutverträgen” bei denen zur Besiegelung ein Tier geschlachtet wurde und das “Geburtswasser”.

Im Sprichwörter-Lexikon heißt es zur Redensart:

“Sie bezieht sich auf den Abschluss von Verträgen zu Zeiten des alten Testaments. […] Die Bedeutung war also genau gegenteilig: Eine Verbindung durch einen ‘Blutvertrag’ ist stärker als die Bindung an seinen eigenen Bruder.”

Mir gefällt das dennoch, also nicht das Tiere geschlachtet werden, aber dass es eben genau umgekehrt sein sollte.

Bei Ferengis heißt es übrigens anders:

“Blut ist dicker als Wasser, aber schwerer zu verkaufen.”

(via reddit)



    6 Kommentare:

  • JottEff schreibt am 25. März 2014 um 21:13

    “Blood though thicker than water is harder to clean up” – Type O Negative

  • Kimberley Jackson schreibt am 30. August 2014 um 00:51

    Habe ich auch vor einiger Zeit gehört, dass die Bedeutung eigentlich genau umgekehrt ist. Schade dass es da nicht mehr Quellen zu gibt. Ich meinte eigentlich, da etwas näheres drüber gelesen zu haben… kann sein dass das auf Englisch war, denn also ich jetzt gesucht habe kam nur dieser Beitrag hier.

    Trotzdem interessant wie sich so ein Sprichwort komplett ins Gegenteil verkehrt. Und übrigens, der Ferengi-Spruch am Schluss ist genial. ;) Wurde das in einer der Serien mal irgendwann gesagt? Kann ich mich gar nicht dran erinnern – ist aber passend. :P

  • khurst schreibt am 25. Mai 2017 um 00:23

    “The blood of the covenant is thicker than the water of the womb.” ist das Originalsprichwort. Oder auf Deutsch, den Menschen, denen du deine Treue schwörst (bezieht sich nämlich nicht nur auf Verträge, sondern auch auf Schwüre etc.) solltest du eher treu sein, als deiner Blutsverwandschaft. Das wurde über die Zeit einfach gekürzt zu “blood is thicker than water” and tadaa, einfach mal ins Gegenteil verkehrt. –> Könnte man übrigens auch als Blutsbruderschaft interpretieren. “Das Blut der Bruderschaft ist dicker als das Wasser des Mutterleibes.”

  • Werner schreibt am 18. September 2017 um 14:57

    “Blut ist nur dann dicker als Wasser, wenn der Geist fehlt, es zu verdünnen.” GJW

  • Thos schreibt am 16. Mai 2019 um 15:39

    Haha

  • Lucy schreibt am 8. Juni 2020 um 19:48

    Ich hasse diesen Spruch. Es ist einer der vielen Lektionen, die ich gelernt habe im Leben besonders im Bezug auf Familie.

    Meine Mutter hatte als ich 4 war einen Freund, der in unserer Familie scheinbar über die Zeit die Rolle des Ziehvaters gegenüber mir und meinen Bruder angenommen hatte.

    Seine Familie schien uns auch zu akzeptieren.

    Dann kamen die Stresstests.

    Bitte lest das obige erneut und setzt in Gedanken um jedes Wort aus der Wortfamilie scheinen Gänsefüßchen, um die besondere Betonung nochmal hervorzuheben.

    Genannte Familie hat nie meinen Bruder noch mich als Teil ihrer Familie akzeptiert, lediglich toleriert und uns Kinder in den Glauben gelassen wir wären ein Teil von ihnen bis es mal gekriselt hatte.

    Dann haben sie sich alle gegen uns gewendet.

    Ich hatte ernsthaft geglaubt, obwohl wir ein Patchwork mäßiger Flickenteppich waren, dass ich jene Familie als meine bezeichnen konnte.

    Für mich dadurch dieser Spruch einfach nur veraltet und befreit Stiefeltern und deren Familie von aller Art eines Verantwortungs und Schuldgefühls wenn es darum geht, nicht blutsverwandte zu ‘verstoßen’ auch wenn diese eigentlich nichts verbrochen hatten.

    Das ist keine Familie für mich.

    Denn wenn es nach den Spruch ginge, müsste jeder Vater, der ne Frau geschwängert haben, das daraus resultierende Kind immer unterstützen.

    Mütter könnten demnach nicht ihre Säuglinge zur Adoption freigeben.

    Staatliche Ämter könnten Kinder dann auch nicht aus ihren leiblichen Familien entfernen.

    Paare oder Alleinstehende könnten nach diesem Prinzip der Blutsverwandschaft auch niemanden adoptieren.

    Deswegen hasse ich diesen Spruch.

    Ja, ich weiß, dass man ihn auch anders interpretieren kann.

    Dennoch, für mich zählt, dass Familie die sind, die man zur Familie zählt. Ob man jetzt paar gleiche Chromosomen hat oder nicht ist irrelevant.

    Höchstens wenn es um ein Kindergeldanspruchs des Kindes gegenüber denen geht, die für dessen Existenz gesorgt haben auf einer Geld Ebene. Die Personen hätten Verhüten oder Abtreiben können.

    Aber dadurch dass das Kind auf der Welt ist, müssen die Verantworlichen zumindest etwas zu einer gesicherten Existenz des Kindes beitragen, insofern sie nicht verhindert sind und der Prozess der Zeugung mit Zustimmung der betroffenen Parteien geschehen ist (also keine Vergewaltigung).

    Mehr aber ist auf biologischer Ebene für mich nicht zu sehen, warum ein Elternteil oder eine Familie nur aufgrund des Bluts einem Kind gegenüber (oder anderen Familienmitglieds) ein höheres Maß an Loyalität zu gewähren.

    Nur aufgrund des Blutes? Nope.

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