Wie ist eigentlich der Nachname von Satan? – Ein unnötiges Interview mit Linus Volkmann

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Linus Volkmann (Foto von Frederike Wetzels)

Ich bin nicht nur ein großer Fan von effektivem Arbeiten, sondern auch von doofen Fragen. Früher habe ich mich oft mühevoll auf Interviews vorbereitet und manchmal gar nicht und nur stammelige klischeevolle Dummfragen rausbekommen. Damit das nicht passiert legen sich manche Journalist*innen einen Katalog zu. Fragen die das Eis brechen oder die Du einfach immer und in jeder Situation stellen kannst. Das unnötige Interview ist eine neue Serie auf dem Einhorn und besteht nur aus solchen Fragen. Künstler*innen nach ihrem Werk fragen? Sich damit beschäftigen? Nope, hier kommen philosophische Probleme ans Tageslicht. Zusammengeklaut, versteht sich, wir sind ja hier im Internet. Für den ersten Teil der kommenden Serie stand mir Linus Volkmann Rede und Antwort. Linus kennst Du bestimmt von der intro (wo ich auch mal arbeitete) und vielleicht auch noch vom Komm Küssen. Die Tage veröffentlicht er mit Lies die Biber: Die 13 schönsten Geschichten der Welt einen neuen Kurzgeschichtenband. Aber darum geht es hier nicht kaum!

Hallo Linus, wie ist eigentlich der Nachname von Satan?
Meier

Wärest Du halb Mensch, halb Wurst. Welche Hälfte wäre Mensch und welche Wurst und warum?
Ein eher nicht so verlockendes Bild. Aber natürlich oben Mensch, unten Wurst. Dann könnten mich Angetrunkene im schummerigen Licht eines Clubs zumindest noch für Arielle die Meerjungfrau halten.

Tanzen ist dann aber dennoch eher unmöglich. Weswegen Fluchen angebracht wäre. Hast Du ein Lieblingsschimpfwort?
Ich bin ja pc und muss mir deshalb die guten Schimpfworte einteilen. Fair enough. Wegen Ableism fällt daher vielleicht bald “minderbemittelt” weg. Dann bliebe aber immerhin noch: du Kunde, du Patient. Die sind safe.

Beschimpfst Du auch Tiere damit? Also mal die Spinne in der Dusche als “Kunde” anschreien? Überhaupt – Gibt es ein Tier vor dem Du Angst hast?
Tiere beschimpfe ich natürlich nicht. Die wähne ich auf meiner Seite. Dennoch: ungeil finde ich Spinnen. Lebenswerk in Ecken hocken und andere grausam umbringen? Behave, Spinne!

Wenn Du Tiere nicht beschimpfst, wirst Du sie wohl auch kaum bekämpfen. Dennoch mag ich diesen Fragenklassiker Dir unterjubeln: Was würdest Du eher bekämpfen: Eine Ente von der Größe eines Pferdes oder 100 Pferde von der Größe einer Ente?
Das fällt euch Digi-Kids bezüglich Tieren also ein? Bekämpfen, beschimpfen, fürchten… Ich sage mal so, ich würde gern der Freund einer pferdgroßen Ente sein. Und mit der schmusen und abhängen.

Ich dachte die Natur wäre unser Feind… aber um von den Tieren wegzukommen und etwas persönliches zu fragen. Welchen Deiner Sinne magst Du am liebsten, passt ja auch gut zum Schmusen.
Den Gleichgewichtssinn. Der ist stets underrated. Ohne den fällt man um.

Welcher Alltagsgegenstand wäre für Dich am Nervigsten, wenn er jedesmal wenn Du ihn benutzt seinen eigenen Namen schreien würde?
Klingt eigentlich wie eine tolle Borderline-Erfindung. Allerdings bin ich sehr schreckhaft und würde mich durchdrehen, wenn nachts zum Beispiel die Klospülung “Toiledddddäää!” brüllte.

Finde ich interessant, weil es ja vermutlich nicht der Gegenstand ist den Du am Tag am Häufigsten benutzt. Vorletzte Frage, bzw. es ist schon eine Aufgabe eher: Eine boulevardeske Überschrift die Dich perfekt umschreibt!
Wir älteren Leute müssen sehr viel zur Toilette, das kannst du dir nur (noch) nicht vorstellen. Und wegen Boulevard: Bin ja großer Fan von Magazinen wie InTouch. Und in meinem neuen Buch gibt es ja mich auch als “Figur”, parallel zu King Cobra und Super-Lupo. Also die Abenteuer von Linus Volkmann. Zwischen Realität und Fiktion. Über diesen Linus Volkmann tauchen auch Schlagzeilen auf im Buch. Weil er mit Rihanna schläft (ja, so ist das Musikbiz mittlerweile). Die eine davon nehme ich als Antwort. Auch wenn sie negativ ist. Boulevard funktioniert letztlich eh nur, wenn er die Leute fertig macht. Sonst, so ehrlich muss man sein, ist er öde: “‘Linus Volkmann hat Eier so groß wie Mäusefäustchen’ wettert Thees Uhlmann (49)”.

Und da hier in diesem Interview alle Fragen dazu dienen, wirklich richtige Interviewfragen zu vermeiden noch der Klassiker zum Abschluss: Was würdest Du gerne mal gefragt werden?
“Linus, du machst soviele Sachen immer, möchtest du dich nicht mal ausruhen und ich kümmere mich um alles?”

Vielen Dank!

(Foto von Frederike Wetzels)



    Ein Kommentar:

  • Beatrix Petrikowski schreibt am 30. Juli 2014 um 17:27

    Als ich das Cover von “Kein Schlaf bis Langenselbold” sah, dachte ich an ein Kinderbuch, zu lesen bekam ich dann einen herrlichen Roman voller kritischer Anspielungen, der dazu in eine witzige Umgangssprache gepackt wurde.

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