Nilz Bokelberg, wie ist eigentlich der Nachname von Satan?!

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Nilz Bokelberg gegen Windmühle (vermutlich)

Der zweite Teil meines “unnötigen Interviews”. Wobei unvorbereitetes Interview wohl der bessere Titel wäre. Einfach Phrasen-Fragen zurechtlegen, abfeuern und warten was dann passiert. Dieses Mal mit Nilz Bokelberg, der letztes Jahr das Buch Endlich gute Musik: Diese Lieder müssen sein veröffentlichte und als Blogger für den Weltfrieden schreibt, aber eigentlich lieber Leberwurstman wäre (vermutlich), warum erfahrt ihr im Gespräch.

Lieber Nilz, wie ist eigentlich der Nachname von Satan?
Müller. Satan Müller. Das ist jetzt aber kein großes Geheimnis.

Ich dachte ja eigentlich, dass das eher so wie bei Prince, Madonna oder Sting wäre. Apropos Geheimnis, wir machen ja ein Interview mit dämlichen Fragen, daher ist das hier legitim: Verrate uns doch ein Geheimnis über Dich!
Aber, und das wissen ja die wenigsten, man könnte geradezu behaupten es sei eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Musikgeschichte: Auch Madonna, Prince und sogar Sting heißen “Müller” mit Nachnamen. Sie haben nur, aus leicht nachvollziehbaren Gründen, auf den wenig staresque klingenden Namen verzichtet. Man stelle sich die Ansage vor: “Und hier kommt: Madonna Müller!” Nein, nein, das geht nicht. Daher diese Bescheidenheit, nur den Vornamen zu verwenden. Und hier ein wirklich schlimmes und wirklich echtes Geheimnis über mich: Ich bin in ein paar Situationen ein schrecklich schlimmer Spießer. Wenn mich zum Beispiel Fahrradfahrer auf dem Bürgersteig überholen, als wenn ich ihnen im Weg stünde, bin ich ganz schrecklich sauer, so das ich mich erst spät wieder beruhige. Ich finde mich da aber auch selbst ein wenig ekelig und unlocker. Scheiß eigene Haut, kommt man nur schwer raus.

Heißt Ina Müller denn wirklich Müller mit Nachnamen? Und taugt “Müller” alleine als Interviewthema?
Jetzt wird es ganz seltsam, ich weiß, aber: Ina Müller heißt eigentlich nur Ina. Die haben damals ganz einfach vergessen, der in die Geburtsurkunde einen Nachnamen einzutragen. War eine ganz komische Geschichte: Der Standesbeamte, der die Urkunden ausfüllt war gerade am tippen, da pfiff der Kessel mit dem Kaffeewasser auf dem Herd und er schnell hin. Unterdessen mussten die Eltern von Ina Müller aber weiter, weil die nur wenig Zeit hatten und Ina ein Schreikind war, das dass ganze Amt zusammengeschrien hat, sehr zum missfallen der anderen Bürger und erst recht der Standesbeamten – dazu kam auch noch, dass die ja vom Land kommt, es war also ein sehr kleines Amt und der Bürgermeister hatte gerade im Nebenzimmer eine japanische Delegation zu Gast, die eventuell in sein Dorf investieren wollte, indem sie eine Sojamilch-Farm eröffnen – die erste in Europa – weswegen man die Müllers und ihre Ina schnell aus dem Haus haben wollte. Die für die Müllers zuständige Standesbeamte dachte, ihr Kollege wäre fertig mit tippen, zog den Bogen aus der Schreibmaschine, machte schnell den Amtsstempel drauf und reichte ihn, ohne zu gucken, der Familie mit den Worten “Da, und jetzt gehen sie bitte…!” und die Müllers waren draußen. Mit einer Geburtsurkunde ohne eingetragenen Nachnamen. Aber nein, ich denke das Thema “Müller” ist total erschöpft. Was soll einem denn dazu einfallen?

Keine Gegenfragen bitte! Weiter im Text. Ina Müller, Fernsehen, in welcher Sendung wärest Du unbedingt gerne mal Gast gewesen?
Tatsächlich wäre ich liebend gern einmal bei Ina Müller zu Gast gewesen. Oder bei der Pyramide. Ach, eigentlich bei allen Sendungen die entweder ein Spiel oder Alkohol als zentrales Thema haben. Oder am besten beides.

Wieso dann keine eigene Sendung machen? Also mit Alkoholspielen. Wie würde Dein Sendeformat aussehen und ist das überhaupt erlaubt. Ich meine mich zu erinnern, dass Alkohol und Spaß in den Medien klar getrennt werden müssen. So wie Kirche und Staat eben…
Ach, wieso keine eigene Sendung machen, ja, das frag ich mich auch schon lange. Es ist halt nicht immer so leicht mit den Entscheidern. Aber: Hugo Egon Balder tingelt seit vielen Jahren durch Talkshows und erzählt immer die gleiche Idee, die er für eine Sendung hat: Vier Gäste und ein Moderator. Die Gäste müssen Schnaps und Bier und Wein trinken, bis sie richtig voll sind und dann geht die Sendung erst los und der Moderator spricht mit ihnen über aktuelle Themen. Das wäre die einfachste Verbindung. Aber irgendwie, ich weiß auch nicht, da sind so viele Haken, also, angucken würd ich mir das sofort, aber mitmachen…ne, lass mal. Wobei das auch das Problem des Formats sein dürfte. Sich öffentlich zu betrinken wirkt halt schnell doof. Sender möchten ja unbedingt ein supersauberes Image haben. Da gönnt man sich halt die paar betrunkenen Paradiesvögel wie Helmut Berger, aber mehr möchte das werbende Umfeld dann doch nicht in den Shows sehen. Wie ließe sich das alles stilvoll, lustig und cool miteinander verbinden? Das ist die große Frage. Ob das aber als bewusste Trennung jemals so ausgesprochen wurde… glaub ich eher nicht.

Klingt jetzt perfekt fürs Internet. Könnte aber sehr schnell gruselig werden. Aktuelle Themen und Alkohol, das ist ja schon oft ohne Alkohol gruselig.
Oder ohne aktuelle Themen, je nachdem…

Ich hab ja mal eine Kinokritik gemacht, während der ich mich betrunken habe und ich war am Ende auch wirklich betrunken, aber der Weg dahin war so schwierig, weil ich ja die ganze Zeit wusste, dass ich noch moderieren muss und sich deswegen anscheinend in meinem Hirn noch mehr “Bleib klar”-Enzyme ausgeschüttet haben oder so und das betrunken werden noch schwieriger machten. Ich hab da wohl eine seltsame eingebaute Vernunftsperre. Das ist wie wenn man Liebeskummer hat und sich betrinken will und pathetisch sein will: ich kann da so viel in mich reinkippen, wie geht, ich werde einfach nicht so besoffen, wie ich dann sein will. Komisch.

Etwas unbedingt wollen, aber nicht können ist hart. Umgekehrt ist es einfacher. Hast Du ein nutzloses Talent? Ich kann nach einem Basketballunfall zum Beispiel mit meinem Daumen knacken. Allerdings nicht immer, sonst wäre das musikalisch recht beeindruckend. Daher eben nutzlos.
Eines meiner Supertalente ist leider über die Jahre komplett nutzlos geworden: Ich bin der perfekte Beifahrer. Da ich selber keinen Führerschein habe, hab ich über die Jahre gelernt, Fahrer zu “lesen”. Ich wusste, wann welche Kassette eingelegt werden musste, wann ich Wasser reichen musste und hab gleichzeitig noch die Karte gelesen und im Blick gehabt. Aber dann kamen Navis. Und mp3-Player. Und Lenkrad-Autoradio-Steuerungen. Und plötzlich ist man nur noch Wasserreicher. Wenn überhaupt. Ansonsten? Nutzlose Talente? Hmm. Ich kann extrem gut onanieren, da hat auch keiner was davon. Also, außer ich. Und ich bin ein extrem guter Wimmelbild-Spieler. Lässt sich auch nix draus machen.

Du könntest Produkttester werden, ich kenne tatsächlich zwei Wimmelbildspielentwickler. Und zusammen würdet ihr dann extremst schwere Wimmelbilder erschaffen. Somit habe ich aus Deinem nutzlosen Talent ein nützliches gemacht. Apropos nützlich. Hast Du einen Lieblingssinn? Einen der besonders ausgeprägt ist?
Hmm. Einen Lieblingssinn. Das ist schwierig. Ich glaub, ich hab ein gutes Gespür für Hits. oft genug sind irgendwelche Lieder, die ich gut fand, später zu Hits geworden. Ich hätte also eine reelle Chance in der Musikindustrie. Wenn es noch eine geben würde. Da kann man auch sagen: Ich habe eine super Chance in der Elfenbein-Industrie. Aber immerhin haben wir noch ein unnützes Talent von mir entdeckt!

Das muss ziemlich frustrierend sein. Vielleicht solltest Du Buchbinderei probieren… Kommen wir zu schöneren Themen. Wärest Du halb Mensch, halb Wurst. Welche Hälfte wäre Wurst, welche Mensch?
Arme und Beine wären aus Leberwurst, dann könnte ich die, so wie Plastic Man (DC) oder Mr.Fantastic (Marvel), immer so formen, wie ich sie gerade bräuchte. Das wäre Hammer!

Superheld sein bringt aber große Verantwortung mit sich. Außerdem bräuchtest Du eine kredible Origin-Story. Wie wäre die vom Leberwurstman?
Ich war auf einem Schiff aus Russland als Matrose unterwegs in Richtung Amerika, als ein Sturm aufkam. Das Schiff wurde umgedreht und ich flog auf den Rücken. Um schlimmeres abzuwehren streckte ich Arme und Beine in die Luft, damit ich herabfallende Gegenstände von mir abwehre. Dabei sind jeweils zwei Fässer auf meinen Beinen und auf meinen Armen gelandet, die voll waren mit radioaktiv verseuchter Leberwurst aus Tschernobyl, die eigentlich im Ozean versenkt werden sollte. Die Masse verband sich mit meinen Armen und Beinen und Leberwurstman war geboren – geboren um skrupellosen Wurstentsorgern den Garaus zu machen und allen Menschen auf der Welt, egal ob Fleischesser oder Veganer, zu helfen. Dabei ist mein größter Erzfeind Dr.Tartex, der ein Gehirn aus veganer Paste hat und sich alle möglichen Fisimatenten überlegt, mich aus dem Weg zu räumen.

Wir kommen zum Ende. Welche Headline würdest Du gerne über Dich lesen? Am besten Boulevardstyle, so richtig schöner Clickbait!
Nilz Bokelberg – Warum ist sein Penis so ein Phänomen?

Und jetzt der Klassiker für uninspiriert Fragende: Welche Frage würdest Du gerne in einem Interview gestellt bekommen? (Außer vielleicht “Warum ist Dein Penis so ein Phänomen?”)
Waren Fritten und Bier ihrer Zeit voraus?

Naa gut, weil mich die Antwort brennend interessiert. Waren sie es?
Hahaha, nein. Sie hatten ihre komplett eigene Zeitrechnung.

Vielen Dank für das Gespräch!
Vielen Dank für die Fragen!



    Ein Kommentar:

  • Telda Müller schreibt am 20. April 2014 um 18:58

    Bitte mehr solcher Interviews!
    ((kann man Euch adoptieren?))

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