Letzte Worte

Berühmte letzte Worte

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Letzte Worte

Letzte Worte sind so eine Sache. Jemand muss sie hören, damit sie überliefert werden und selbst dann entscheidet die Geschichtsschreibung was für wichtig erachtet wird und was nicht. So ist von Albert Einstein überliefert, dass er auf deutsch seine letzte Worte aushauchte. Welche das waren weiß aber keiner, denn die pflegende Schwester, eine US-Amerikanerin, sprach kein Deutsch. Manche Worte sind zuweilen ein wenig mürrisch, so sagte Brecht “Laßt mich in Ruhe!” und Joan Miró verfluchte die Gesellschaft:

“Scheiße auf die ganze Gesellschaft. Scheiße auf alles, was unwichtig ist.”

Jean-Paul Sartre dagegen gestand sich ein (oder nahm an), dass er gescheitert sei. Offensichtlich sind leider die letzten Worte von Rosa Luxemburg, die vor ihrer Ermordung am 15. Januar 1919 “Nicht schießen!” sagte. So wäre es doch schön gewesen, wenn die Welt zuvor auf Bertha von Suttner, der ersten Friedensnobelpreisträgerin, gehört hätte. Einen guten Monat vor Beginn des ersten Weltkrieges sagte sie auf dem Sterbebett:

“Die Waffen nieder! Sagt es vielen, vielen …”

Zuweilen wird es aber auch romantisch, richten sich viele letzte Worte doch an der/die (Lebens-)Partner*in. Joe DiMaggio, der mit Marilyn Monroe verheiratet war und sich auch um ihre Beerdigung kümmerte, sprach nie öffentlich über ihre Ehe nach ihrem Tod. Jedoch ließ er für 20 Jahre dreimal wöchentlich 20 rote Rosen an ihr Grab liefern und heiratete nie wieder. So wundern seine letzten Worte auch nicht:

“Ich werde endlich Marilyn treffen.”

Nun ist es oft schwer den Wahrheitsgehalt mancher letzter Worte einzuschätzen. Bei einigen Persönlichkeiten sind gar mehrere überliefert. So z.B. auch bei Jesus. Die Evangelisten Matthäus und Markus sind sich einig. Seine letzten Worte waren:

“Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?”

Bei Lukas ist es dann doch pures Gottvertrauen:

“Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist.”

Und bei Johannes ist es gar euphemistisch:

“Es ist vollbracht!”

Ulkigerweise hat Jesus somit was mit Oscar Wilde gemein. Auch von seinem Todeskampf sind mehrere letzte Worte überliefert. So sagte er angeblich:

“Meine Tapete und ich kämpfen ein Todesduell. Entweder sie muss gehen oder ich.”

Offensichtlich gewann die Tapete, wahrscheinlicher ist aber, dass er etwas anderes sagte, denn von diesem Ausspruch gibt es zwei Versionen. So sagte er einmal, dass er es sich nicht leisten könne zu sterben und ein andermal, dass er über seine Verhältnisse stirbt. Weitere letzte Worte von Nostradamus, Louisa May Alcott u.a. findest Du in diesem kleinen Video:



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