Sick Sad World: Nachrichten aus Deutschland VII

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Sick Sad World

Ach Deutschland, Leitkultur, Tradition. Da kann auch Links dem Antisemitismus wieder fröhnen. Getarnt als “Israel-Kritik” wird dann der Mob losgelassen. So eskalierte die Situation in Göttingen zwischen einer “Demonstration für Gaza”, auf der “Israel=Kindermörder”-Plakate hochgehalten wurden, und deren Gegendemonstrant*innen.

Auch in Flensburg gab es bei einer “Free Palestine”-Demo antisemitische Angriffe. In Berlin taten sich die Montagsmahnwachen um Ken Jebsen und Jürgen Elsässer zusammen mit einer Pro-Palästina-Demo. Zuvor war in Elsässers Rede von einem zionistischen Völkermord die Rede.
Ein israelisches Paar wurde im Verlauf der Demonstration angegriffen. Auch Fotografen wurden bedroht und u.a. als “Zionistenpresse” beschimpft. Björn Kietzmann, der selbst fotografierte, dazu:

“Auslöser für die verschärfte Aggressivität gegenüber Fotojournalisten ist ein am 17.07. aufgenommenes Foto. Dieses zeigt einen Demonstranten mit Nazi-Tätowierungen der in der ersten Reihe der Pro Palästina Demonstration mitdemonstriert.”

Eine Chronik weiterer Vorfälle findest Du hier. Wer dem Antisemitismus mit Islamismus begründen will, liegt falsch und ist nicht besser, als die, die er eigentlich kritisieren will. Auch Neonazis mischen sich unter die Demos, aber insbesondere in der Linken lassen sich viele “Israel-Kritiker” rekrutieren. In Berlin waren Mitglieder des Hochschulverbands der Partei “Die Linke” genau so mit dabei wie Mitglieder des Linken-Bezirksverbandes Berlin-Neukölln. Auch in sozialen Netzwerken finden sich Demoaufrufe. Publikative schreibt dazu:

“Eine Linke, die mit dieser Art von ‘Anti-Imperialismus’ nicht endgültig Schluss macht, hat jeden, aber wirklich jeden emanzipatorischen Anspruch aufgegeben.”



    6 Kommentare:

  • Lennart schreibt am 21. Juli 2014 um 20:20

    Der “Eine Chronik weiterer Vorfälle findest Du hier.”-Link läuft leider ins Leere.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 21. Juli 2014 um 20:28

    @Lennart War wohl auf ein Privatprofil verlinkt, klappt es jetzt?!

  • Sebastian schreibt am 21. Juli 2014 um 20:32

    Kleine Kritik: Könntest du bitte aufhören die Montagsmahnwachen um Ken Jebsen und Co. als “Montagsdemo” zu bezeichnen? Es gibt bereits eine Montagsdemo, und das auch schon seit über 10 Jahren, und die richtet sich gegen Sozialabbau, insbesondere Hartz IV. (Deren Internetseite http://www.bundesweite-montagsdemo.com ist designmäßig aber eine Zumutung.)

    Das ist einfach unfair gegenüber den Leuten, die ehrliche, antifaschistische, für alle (außer eben Faschisten) offene Demos machen, die offene Mikros anbieten, offen diskutieren, sich streng demokratisch organisieren und sich auch immer wieder Selbstkritik stellen.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 21. Juli 2014 um 20:35

    @Sebastian Danke für den Hinweis, ändere ich!

  • Teppichmann schreibt am 23. Juli 2014 um 15:31

    Was ich nicht ganz verstehe, prangerst du jegliche Demos gegen den Israel-Feldzug an, oder geht es dir um die Ausschreitungen und den Entgleisungen auf diesen Demos?

    Ich hab auch immer sorge, dass alles als Falsch abgestempelt wird, wo Rechtsradikale mitlaufen. Ich meine, so schlecht diese Menschen sind, aber auch du wirst Meinungsschnittpunkte mit Neonazis haben.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 23. Juli 2014 um 19:09

    @Teppichmann Mir geht es um die antisemitischen Ausschreitungen.

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