Oslo vom Holmenkollen aus gesehen

Einhorns Guide To Oslo

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Oslo vom Holmenkollen aus gesehen

Letzte Woche war ich in Oslo, was wirklich toll war, aber auch sehr teuer. Hier also ein paar Impressionen und ein kleiner Guide.

Vegetarisch Essen in Oslo

Ich bin seit langem schon Vegetarier, und etwas ohne Fleisch zu finden ist arg schwer. Vegetarische Produkte stehen im Supermarkt gerne bei den Sachen für Allergikern, und auch große Ketten wie McDonalds oder Burger King verzichten auf ein vegetarisches Angebot. Du fühlst Dich ein wenig wie Anfang der 90er, wo vegetarisch essen hieß einfach nur Beilagen zu bestellen.

Einzig das Vega in der Akersgata 74 konnte überzeugen. Ansonsten heißt es wohl: Selber Brote schmieren, was eh ob der Preise empfehlenswerter ist. Auch hier ein Tipp: Einfach einen Bogen um Supermärkte machen und bei den Gemüsehändlern in Grønland einkaufen. Feine Auswahl und viel billiger!

Ironischerweise war ich einen Tag auf dem wirklich verdammt schönen Øya-Festival, und da war das Essensangebot für Veganer und Vegetarier mehr als gut. Vielleicht habe ich auch keine Ahnung gehabt, nach welchen Läden ich gucken sollte. Die im Netz und Guides empfohlenen Läden existierten zu ca. 80% nicht mehr.

Hausmania in OsloGraffiti in OsloBla in OsloKronleuchterNobody is everywhereDon't PanicNorway ends here
UFOMusikk

Einkaufen

Eines der besten Geschäfte war tatsächlich die Kette Platekompaniet. Ein unglaublich tolles DVD-Angebot, das wegen der vielen UK-Importe auch für Touristen interessant ist. Und was für Filme und Serien Du da findest. Hier steht Kram in den Ausstellungsregalen, den Du hierzulande nur bei Special Interest entdeckst oder für teuer Geld bestellen musst. Es ist schon ein wenig skurril, insbesondere wenn es Horrorfilme betrifft. Berüchtigte Werke von Ruggero Deodato, Video Nasties oder Fulcis Zombie Flesh Eaters (auch als Zombi 2 bekannt) stehen für wenig Geld in den Präsentationsflächen. Regale, die hierzulande für Blockbuster à la Transformers genutzt würden, sind mit Arthouse, Kubrick, Herzog und Fassbinder gefüllt. Außerdem auch eine ordentliche Vinylauswahl, die Indie- wie auch Metalfans zufriedenstellen dürfte.

Wo wir bei den Plattenläden wären. Für Indiefans ist unbedingt Big Dipper Records, ein reiner Vinyl-Laden in der Møllergata 1, zu empfehlen. Gut sortiert und tolles Angebot, Preise sind okay. Auch Tiger, ein kleinerer Laden in der Hammersborggata 18 mit CD und Vinyl-Angebot, ist sehr nice. Ein wenig mehr in die Punk- und Metalecke schielend, ohne ein Laden ausschließlich für diese Genres zu sein. Überhaupt bist Du im Zentrum Oslos bestens bedient. Besonders beeindruckend war auch der Outland Comic Store in der Kirkegata 23. Mangas, Comics, Brettspiele, Lego, Romane, DVDs und noch mehr Krams. Ein Supermarkt für Comic-Geeks und -Nerds, der im ersten Moment sogar ein bisschen erschlagend wirkt.

Wer lieber in kleineren Geschäften fündig wird, der ist im Stadtteil Grünerløkka besser aufgehoben. Vielleicht vergleichbar mit dem früheren Prenzlauer Berg und mit viel Second-Hand- und Rockabilly-Geschäften ausgestattet. Und vom Stadtzentrum aus kommend kannst Du wunderbar erstmal eine Runde Minigolf zu Anfang des Viertels zocken.

In Laufweite vom Bahnhof aus – was ein wenig ironisch ist, weil Du in Oslo eigentlich fast alle Wege zu Fuß zurücklegen kannst – ist noch der legendäre Neseblod Records Laden. Für Black Metal Fans bestimmt ein Muss. Nicht nur, weil im Keller das legendäre Mayhem-Foto mit dem Black Metal Schriftzug an der Wand gemacht wurde. Oben gibt es auch noch viele Memorabilia des Genres zu bewundern. Einige davon findest Du auch im Black Metal Museum, das lediglich ein Online-Museum ist.

Oya FestivalConor Oberst auf dem OyaACABHolmenkollen SkisprungschanzeKapelle am HolmenkollenPenisschwanHafenAm RathausGodzilla

Sehenswürdigkeiten

Ich bin tatsächlich kein großer Sightseeing-Fan und habe daher auch nicht so viel besucht. Ein Ausflug zum Holmenkollen erschien mir aber ein Muss. Nicht nur wegen den wirklich beeindruckenden Wintersportanlagen und der atemberaunbende Ausblick auf den Fjord, sondern auch wegen der Kapelle, die am 21. August 1992 bis auf ihre Grundmauern niederbrannte. Eine von elf Kirchen in dem Jahr, das die Geschichte eines musikalischen Genres nachhaltig mit Selbstmord, Mord und Brandstiftung verknüpfen sollte. Auf SpOn findest Du einen ganz guten Artikel über eine Black Metal Bus Tour, die es mittlerweile nicht mehr gibt, aber dafür die Ereignisse knapp und sachlich umreißt. Überhaupt scheint die ganze Geschichte um Burzum und Euronymous mittlerweile zum Kulturerbe zu gehören. Platten von Burzum, dessen Schaffen klar als rechtsradikal einzuordnen ist, finden sich in eigentlich jedem der oben erwähnten Läden, was etwas irritierend ist.

Auch schön ist der Hafen. Hier hast Du gleich mehrere sehenswerte Gebäude auf einen Blick. Das Rathaus, das Nobel-Friedenszentrum, die Oper und die Akershus-Festung, auf der Du auch das Norwegische Widerstandsmuseum findest. Wenn Du mehr als zwei Museen besuchen willst, ist der Oslo Pass eine unbedingte Empfehlung.

Wirklich eine schöne und empfehlenswerte Location für Deinen nächsten Städteurlaub.

Weiterführende Links

Visit Oslo – Offizieller Reiseguide für Oslo
Use-It Oslo – Leider nicht ganz aktueller Guide mit Empefhlungen für Shopping, Nightlife und Queer-Angeboten
Black Metal Sightseeing: finstere Geschichts-Tour durch Oslo



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