Hass im Netz ist der Hass in unserer Gesellschaft

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Ich sag ja immer, dass diese Unterscheidung Real Life vs. Internet für mich bis zu einem gewissen Grad nie Sinn machte. Nun bin ich über die Kolumne von Sascha Lobo gestolpert und fand den Text so gut, dass ich ihn hier ausdrücklich verlinke. Sein TL;DR hier schon:

“Das Internet als Überbringer einer bestürzenden Botschaft: Der Hass im Netz zeigt den Hass in der Gesellschaft.”

Einhorn Lobo



    13 Kommentare:

  • Siegfried schreibt am 10. April 2015 um 15:00

    Es ist immerhin nett, dass Sascha Lobos Erkenntnis nun nach etwa 4000 Jahren endlich auch im Internet angekommen ist. Schon im Alten Testament heisst es über die Menschen: “da ist nicht _einer_, der gerecht wäre”. Dieses Monster schlummert in uns Allen. Und Zivilisation ist nur ein sehr dünner Putz, der all zu leicht durchbrochen werden kann. Es braucht nur sehr Wenig, um SA und SS wieder auferstehen zu lassen.

    Ein erster kleiner Schritt hin zu einer Verbesserung wäre es vielleicht, wenn wir erkennen würden, dass es nicht um die bösen _Anderen_ geht, sondern auch und gerade um uns selbst. Das, was wir an diesen “Entgleisungen” so erschütternd finden, das steckt in jedem Einzelnen von uns drin.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 10. April 2015 um 18:50

    @Siegfried Nein, das steht im neuen Testament in den Römerbriefen.

  • hardy schreibt am 10. April 2015 um 22:41

    @Siegfried oh, das ist schön.

    und während wir jetzt darüber meditieren, warum im grunde wir immer noch höhlenmenschen sind, ignorieren wir, daß das pack die foren zuscheisst.

    coole lösung, siegfried.

    und, kotzendes eichhorn, du hattest jetzt drei sekunden meiner aufmerksamkeit.

    sie waren leider verschwendet

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 11. April 2015 um 09:02

    @hardy oh jetzt meditier ich darüber, warum dieser kommentar geschrieben wurde? um mir die verschwendete zeit anzukreiden? Dass Du Dir in drei Sekunden – der vermutlich gerade für einen Post reichte – ein Urteil bildest? Das sagt mehr über Dich als über das Blog hier aus…

    Interessante Kommentare hier angelockt… Kommt Ihr von Rivva?

  • Horst Schulte schreibt am 13. April 2015 um 16:47

    Die Feststellung, dass das Internet den Hass in der Gesellschaft zeigt, ist sicher zutreffend. Allerdings gibt es eine Wechselwirkung, von der jedenfalls ich fest überzeugt bin: Das Internet fördert die Entstehung und Entwicklung dieses Hasses. Oder wollen wir ernsthaft glauben, dass gewisse Seiten, gegen die offenbar kein Kraut gewachsen ist, keine Auswirkung auf die Meinungsbildung von Menschen haben?

    Es ist also aus meiner Sicht etwas zu einfach, immer nur zu behaupten, dass das Internet ein Spiegel unserer Gesellschaft sei.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 13. April 2015 um 16:49

    @Horst Schulte “Gewisse Seiten”?! Was meinst Du damit?

  • Horst Schulte schreibt am 13. April 2015 um 19:21

    Pi-news.net oder (andere Fakultät) Propagandaschau. Aber diese Liste ist lang.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 13. April 2015 um 21:56

    @Horst Schulte Verstehe, da gebe ich Dir Recht. Ich glaube aber, dass das auch gänzlich ohne diese Seiten funktioniert. Gibt ja genügend Bücher (Sarrazin, Buschkowski) und Zeitungen die all das ohne Internet als Meinungspluralismus unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit verbreiten was PI-News & Co. “nur” wagen deutlicher auszusprechen. Denke nicht, dass das Internet an sich da eine Mitschuld tragen würde.

  • Martin Däniken schreibt am 16. April 2015 um 11:08

    Das Üble ist das sich die mit bösen Kommentaren hervortun sich für besser halten als etwa Brandstifter…aber sich heimlich daran erfreuen-dass jemand was in ihrem Sinne unternimmt!
    Diese Art von von Blindheit gibt es seit es Menschen gibt,nur tritt sie jetzt deutlich hervor.
    Es gibt diesen Roman Tiger,Tiger von Alfred Bester wo der “Held” gedankengesteuerten Sprengstoff in die Atmosphäre entlässt-wenn genügend Leute denken,das die Erde keine Zukunft hat,wird der Sprengstoff ausgelöst und “puff”-die Erde war einmal!
    Wenn sich die negative Energie im Internet so auswirken könnte/sollte,wäre doch interessant,oder

  • Siegfried schreibt am 21. April 2015 um 13:14

    @Einhorn: Du hast Recht. Alelrdings gibt es im AT eine sehr vergleichbare Stelle, nur ich weiss den Wortlaut gerade nicht. Bin halt kein studierter Pfarrer :)

    Dass das Internet diesen Hass fördert, das stimmt nur bedingt, wie ich finde. Das Internet erleichtert es durch die vermeintliche oder vielleicht auch tatsächliche Anonymität, diesem Hass freien Lauf zu lassen. Dieses freie Laufenlassen macht den Hass allerdings stärker. Man steigert sich da regelrecht rein. Dazu kommt, dass Einer den Anderen übertrumpfen will, und immer noch mal einen oben drauf setzt. Dieser Hass ist latent in Jedem vorhanden. Es gibt Interessengruppen, die diesen Hass schüren. Entweder aus plattem Profitinteresse, wie z.B. die Bild, oder, um von den eigentlichen Problemen abzulenken oder Schuldige zu präsentieren, an denen man die Wut auslassen kann, ohne die wirklich Schuldigen zu treffen.

    In Einem muss ich Hardy allerdings Recht geben: Diese Erkenntnis alleine ändert erst mal gar Nichts. Aber diese Selbsterkenntnis sollte eigentlich dazu führen, dass man bei sich selbst anfängt. Zivilisation und Kultur macht sich im Wesentlichen durch unseren Umgang mit dem _Anderen_ bemerkbar. Unter Anderem dadurch, dass man sich für solch einen Artikel und für die Kommentare mehr als 3 Sekunden Zeit nimmt. Kultur und Zivilisation beinhaltet, dass man dem Anderen mit Respekt und Achtung begegnet, auch und gerade dann, wenn die Meinungen divergieren.

    Übrigens gibt es in der Bibel noch eine schöne Stelle, die man hier anwenden könnte. Ich weiss sie auch nicht wörtlich, aber so ungefähr: “Was beschwerst Du Dich über den Splitter im Auge Deines Nächsten, und bemerkst den Balken in Deinem eigenen nicht?” :)

    Oder auch: “Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein”.

    Wie soll die Gesellschaft jemals besser werden, wenn ich immer nur die Anderen, die was falsch machen, runter putze? Mache ich damit nicht genau den Fehler, den ich den Anderen vorwerfe?

  • Wolf schreibt am 24. April 2015 um 07:46

    … ist ja nett, wie Sascha Lobo die Hassenden zu hassen, aber das bringt auch keinen weiter. Was dem einen sein Ausländer ist dem anderen sein ‘Internet-Pöbel’, der ‘giftige Teil der Bevölkerung’ oder sein Nazi. Wichtiger wäre es, das System zu hinterfragen, das diesen Hass (auf beiden Seiten) hervorbringt. Offenbar produziert dieses System zahllose unglückliche Menschen, die all das nur ertragen können, indem sie in irgendeiner Form nach anderen treten. Wenn wir nicht begreifen, dass all dieser Hass Ursachen hat, die nicht in irgendwelchen charakterichen Deformationen seiner Träger liegen, wird das nie enden.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 24. April 2015 um 07:51

    @Siegfried Ich bin auch kein studierter Pfarrer, ich zitiere aber daher auch nicht aus der Bibel ;)

  • Martin Däniken schreibt am 28. April 2015 um 11:44

    Das grösste Rätsel der Menschheit:
    “Wie kann man strunzdämliche hatende Mitmenschen klug machen?”
    oder solche die man dafür hält….

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