Watership Down löst Trauma aus … again

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Szene aus Watership Down

Nicht alle Zeichentrickfilme sind Kinderfilme. Ich erinnere mich noch an ein Drama, das in meiner Kindheit stattfand. Ich weiß nicht ob das Konzept der Stadtranderholung flächendeckend bekannt ist, aber es fand bei einer solchen statt. Kinder wurden an den Stadtrand gekarrt damit die Eltern einige Tage entlastet sind. Da gab es dann Zelte, Wanderungen und Gulaschkanonen. Aber eben auch Kino.

In der Turnhalle des Gymnasiums wurde aus Laken eine Leinwand gezimmert und darauf war dann ein Film zu sehen. Ein süßer Film mit Hasen und Zeichentrick und so. Es war “Unten am Fluß” auch bekannt als “Watership Down”. Dann werden meine Erinnerungen schwammig. Blut, Gemetzel, weinende Kinder, schreiende Kinder… es war traumatisch. Ich weiß nur noch wie wir dann alle frühzeitig von der Stadtranderholung abgeholt werden mussten. Bibbernd, ängstlich, verstört…

Ich schwor mir den Film erst dann wieder anzusehen, wenn ich erwachsen bin. Ich tat es bis heute nicht.

Seit 1978 löst “Watership Down” solche Vorfälle aus. Wie zuletzt diesen Ostersonntag in England wo der Film auf Channel 5 lief und einen kleinen Shitstorm sowie mehrere Traumata auslöste…

(via reddit)



    10 Kommentare:

  • Kathrine schreibt am 29. März 2016 um 10:42

    Ohja, ich erinnere mich nur zu gut.
    Steht seitdem auch auf meiner “Nie wieder”-Liste von Zeichentrickfilmen. Noch über “Animal Farm” (der von 1954) und nur getoppt von “Wenn der Wind weht”. Alle drei (und Bambi) hatten großen Einfluss auf die Ausgestaltung der Alpträume meiner Kindheit…

  • El Barto schreibt am 29. März 2016 um 18:55

    Der wurde bei uns im Kirchenkino für Kinder gezeigt. Sonntagvormittag nach der Messe kam das schwarze Kaninchen des Todes, GRRRRR!! Tootsie wurde da übrigens auch mal gezeigt. :)

    Schließe mich Kathrine bei Animal Farm und Wenn der Wind weht an. Verdammte friedenbewegte Hippies!

  • El Barto schreibt am 29. März 2016 um 19:05

    Liest sich jetzt so, als wär Tootsie auch irgendwie traumtisierend gewesen. Wars natürlich nicht, aber eine schräge Wahl für das Kinderkino einer katholischen Kirche wars trotzdem.

  • Droettningu schreibt am 29. März 2016 um 20:15

    Felidae ist auch so ein Film… Allerdings finde ich beide Filme als Erwachsene mittlerweile sehr gut. Auch wenn das auf den Autor von Felidae natürlich nicht mehr zutrifft….

  • Rita schreibt am 30. März 2016 um 10:33

    Hm. So unterschiedlich sind die Menschen…
    Ich fand den Film schon als Kind echt gut und faszinierend und wurde nicht traumatisiert, dabei bin ich nomalerweise ein totaler Angsthase und kann bis heute überhaupt keine Horrorfilme sehen.
    Nur beim Schluß, wo Hazel stirbt und “Bright Eyes” gespielt wird, muß ich immer noch heulen.

  • Ruth schreibt am 30. März 2016 um 11:17

    Komisch. Für mich gehört unten am Fluss zu einem meiner Lieblingsfilme meiner Kindheit. Wir hatten ihn auf VHS kopiert und ich hatte Bilder zu dem Film aus einer Fernsehzeitung ausgeschnitten und damit das Label beklebt. Ich will nicht abstreiten, dass ich gewisse Szenen nicht grausam fand und mir dabei die Augen zugehalten habe, aber irgendwie hat mich die Reise der Tiere schon damals tief berührt und die Moral der Geschichte erreicht. Die Hunde des schwarzen Todes ist übrigens aus selber Feder und der Film/das Buch eher unbekannt und spricht die Problematik der Tierversuche an.

  • Claudia schreibt am 8. April 2016 um 19:21

    Daran erinnere ich mich auch … der Film hat mich als Kind gegruselt, aber gleichzeitig berührt. Seinen Teil beigetragen dazu hat aber wahrscheinlich die deutlich quietschbuntere Super-RTL-Serie, die das Film-Trauma ein bisschen übertünchen konnte. War halt nicht ganz so brutal.

    Ansonsten wurden zwei andere Filme aus der selben Riege bereits angesprochen: Felidae (find ich super, auch wenn mir der Autor inzwischen arg unsympathisch geworden ist) – der Film gruselt mich bis heute und ich schau ständig weg … und die Hunde des schwarzen Todes, vom selben Autor wie Watership Down. Ähnlich krass und berührend, stellenweise sehr schaurig … und auch den hab ich mal zufällig im KINDERFILMregal gefunden! Meine damals 50 Jahre alte Mutter ist mitten im Film aufgestanden und hat gesagt, dass sie den zu gruselig findet. Ich wünschte wirklich, Leute würden endlich aufhören “Zeichentrick” gleichzusetzen mit “Kinderfilm” … da kann viel bei schiefgehen.

  • Nina schreibt am 9. April 2016 um 22:29

    Oh ja, da kommen dunkle Erinnerungen hoch! Mir ging/gehts genau so und ich bin mittlerweile 34 Jahre alt… hab ihn alleine Vormittags bei meiner Oma gesehen und hab total verstörrt und zitternd auf der Couch gesessen bis mein Vater mich geholt hat. Ich kann nicht verstehen wie so ein Film nur weils Zeichentrick ist einfach für Kinder freigegeben ist… ?

  • eisheilig schreibt am 4. Juni 2016 um 00:22

    herr im himmel!
    ich weiß auch noch wie ich als junges mädchen vor dem fernseher vom wochenend vater gepackt wurde (Kind musste ja beschäftigt werden)…ich “papaaaa…das gefällt mir nicht!”…..”papa ich habe angst…!” “guck den film, dass ist ein trickfilm, die magst du doch…” “aber papa…..”, ich war ja brav und habe auf papa gehört..meine mum hat meinen vater verflucht, monatelang nächte in denen ich meine mutter weckte und ihr erklärte, dass das schwarze kaninchen mich holen würde…ja, diese alpträume musste meine mutter von nun an (sie berichtet heute von 6 monaten) ausbaden…ganz zu schweigen von dem weißen, rotäugigen kindergarten kaninchen pauline (ja, ich bin ein montessori kind..hust hust…meinen namen kann ich aber noch nicht tanzen!)..diesem kaninchen habe ich danach keinen centimeter mehr getraut. in den ferien musste paulinchen immer bei jemandem verweilen…bei mir übrigens nie nie wieder..

    bis heute war es mir nicht möglich diesen film zu schauen. nun bin ich fast 33 und schalte sofort um, wenn er mal im tv läuft.

    weiteres film trauma ist übrigens “der bär” oder so ähnlich….ich erinnere mich nur an die ersten minuten im kino…kleiner bär mit mama bär an felsklippe, honig, mutti versucht dran zu kommen, stürtzt felsen runter, stirbt, baby bär steht jammernd an klippe….mehr weiß ich nicht, weil ich – vom tiefsten herzen heulend – mit mama das kino daraufhin verlassen habe..bisher diesen film nie wieder gesehen.. :D

  • Karlsruher schreibt am 29. Oktober 2020 um 16:41

    Meine Mutter wollte sich den Film anschauen bevor sie ihn uns ansehen lassen wollte und kam zum Ergebnis, dass er nichts für Kinder ist.

    TROTZDEM haben wir ihn uns 1993 oder 1994 dann angesehen (mama war auch zu hause…)
    und waren extrem traumatisiert von ihm.

    Ich habe seit ich ihn angesehen habe bis heute (über 25 Jahre) nie wieder Hase gegessen!

    Ich konnte eine lange Zeit keine Ravioli mit Tomaten Hackfleisch Soße essen weil ich mich dadurch an General woundwords schlachtzug und Gemetzel erinnert habe.
    Blut und fleischfetzen..

    Hatte lange Albträume und nachts Angst dass der General unter meinem Bett ist und herausgerannt kommt.

    Jedes Mal wenn es im TV kam habe ich schon Tage oder Wochen vorher im TV programmheft das Bild gesehen und Angst bekommen und mir die Beschreibung durchgelesen (alterempfehlung 6 jahre bzw auf VHS ohne altersbeschränkung haha)

    Habe dann tagelang diesem Tag entgegengefiebert und mit mir gerungen ob ich es mir anschauen soll oder nicht.
    Habe es dann letztendlich gelassen..

    Einmal kam Mitte der 90er dann unten am fluss und im Anschluss “die hunde sind los” auf RTL 2 und das ganze mittags!

    Buch und Film vom selben Autor Richard Adams.. an sich noch krasser und dunkler gezeichnet als watership down..

    Habe mit Ende 20 dann endlich mal den ganzen Film von Anfang bis Ende gesehen und endlich damit abgeschlossen.

    Eine Erleichterung.

    Übrigens lese ich momentan das Buch beider Filme watership down und die hunde sind los. (Die hunde des schwarzen Todes)

    Viel umfangreicher.

    So jetzt habe ich meine tiefen, fast 30 Jahre alten Wunden, mal balsamiert indem ich das hier schreibe.

    Wünsche euch alles gute!

    Und zeigt den Film nicht euren Kindern ;)

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