Björn Höckes Rede und die Reaktionen

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Höcke Watch

Der Auftritt von Björn Hecke gestern in Desden kann und darf nicht ignoriert werden. Bemerkenswert ist vor allem wie die Strukturen in der neuen Rechten mittlerweile funktionieren. Neben Höcke war auch Götz Kubitschek dabei, das Compact-Magazin von Jürgen Elsässer sorgte für den Livestream und Pegida für den Saalschutz.

Höcke setzte die Bombadierung Dresdens mit Hiroshima gleich und sprach davon, dass dadurch Deutschland die kollektive Identität geraubt werden sollte. Dass legt den Schluss nahe, dass diese kollektive Identität demnach im Nationalsozialismus zu finden sei. Die entsprechende Passage im Wortlaut findet sich bei Andreas Kemper.

In Bezug auf den Holocaust bezeichnete Höcke das Mahnmal in Berlin als “Denkmal der Schande im Herzen der Hauptstadt” und sein Parteifreund Jens Maier, der AfD-Bundestagskandidat für Dresden, erklärte “diesen Schuldkult für endgültig beendet.”

Im Tagesspiegel wird Höckes Auftritt als “Brandrede” bezeichnet. Auch wird darauf verwiesen, dass seine Rede mit gezielten Tabubrüchen durchaus zur Linie der AfD passt, die anderen Parteien mit “sorgfältig geplanten Provokationen“ zu nervösen und unfairen Reaktionen verleiten wolle. Extra 3 bringt es mit folgendem Tweet auf den Punkt:

Und tatsächlich nennt Höcke die Reaktionen auf seine Rede “bösartig und verleumderisch” (Siehe Schritt 4 oben). Für Frauke Petry wird Höcke immer mehr zum Problem. Der JUNGEN FREIHEIT sagte sie:

“Es bestätigt sich, was ich schon vor einem Jahr sagte. Björn Höcke ist mit seinen Alleingängen und ständigen Querschüssen zu einer Belastung für die Partei geworden.“

Laut stern.de will der sächsische Grünen-Chef und Jurist Jürgen Kasek die Rede Höckes prüfen und schließt eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung nicht aus.

Stellvertretender SPD-Parteivorsitzender Ralf Stegner forderte in Bezug auf Höcke keinen “Einfluss für das Neonazipack!”

Sarah Wagenknecht und Dietmar Bartsch sind da schon weiter und kündigen auf Facebook an Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen Höcke zu stellen. Die beiden Fraktionsvorsitzenden begründen in Bezug auf seine Rede: “Das ist schlicht Nazi-Diktion. Nie war das #Holocaust-Mahnmal wichtiger als heute.”

Volker Beck mag keinen Unterschied mehr zwischen JA, NPD oder Die Rechte ausmachen zu können:

Bleibt abzuwarten, was nun passieren wird. Insbesondere wie die AfD selbst weiter vorgeht dürfte interessant werden.

(Bild via @HoeckeWatch)



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