Das Schleckermäulchen kotzt sich aus (1) – Der Dschungel isst los

Essen ist in aller Munde und Musik in aller Ohren. Deshalb gibt es jetzt hier einen kulinarischen Text mit Geschmack. Das Schleckermäulchen darf sich hier jeden Monat auskotzen – über gutes Essen, schlechtes Essen, Musik, Trash, Punk, Trottel und vieles mehr. Hauptsache es bleibt gesund. In diesem Sinne InDIE Fresse, rein ins Mäulchen.

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Phobie or not to be? Penis vs. Anus oder wie ein D-Promi plötzlich zum Vegetarier mutiert!

Der Dschungel isst los…

Es kreischt, kriecht und kichert wieder. Das Dschungel Camp 2017 öffnet seine sarkastischen Tore, und alle sind schon Wochen vorher furchtbar aufgeregt. Besonders in einer fast ebenso berühmten Facebook-Gruppe (Group of Penis oder Group of Love) geht bereits vor TV-Ausstrahlung der totale Punk ab. Hier wird Fame und liebevolles Lästern ganz groß geschrieben. So auch bei den D-Promis. Da gibt es jede Menge Busenglück und Schwanzvergleiche, Singles und solche, die es werden wollen. Wer kuschelt diesmal unter der Blätterdecke und vor allem, wer ist diesmal plötzlich Vegetarier?
Alle sollten mittlerweile die fiesen Delikatessen aus dem australischen Dschungel kennen, die ihnen täglich als Prüfung zum Fraß vorgeworfen werden. Immerhin gibt es die Reality-Show schon seit 2004 und seitdem sind jede Menge Maden, Käfer, Würmer, aber auch Hoden, Penisse und Popos in diversen Trash-Mägen gelandet. Demnach alles nichts Neues, und die Gage dafür von RTL ist ja auch ziemlich fett. Aber hey, natürlich wird trotzdem gejammert und wie jedes Jahr quietscht und sträubt sich mindestens einer, der das zähe Geschlechtsteil nicht in den Mund nehmen kann, weil er Tiere so lieb hat und die krustige Kakerlake ja schließlich auch Gefühle unter ihrem Panzerhirn trägt. Und das kann man doch nicht so einfach wegknuspern?

Wollen die sich vor den australischen Delikatessen etwa drücken? Vor allem die, die kurz vorher noch beim „Perfekten Promi Dinner“ Krustenbraten mit Speckbohnen serviert und genüsslich verspeist haben? Ich hab ja nichts gegen Vegetarier. (Ich mag auch Fleischesser und Veganer. Ich mag nur keine Blender, Missionare und Idioten.) Ich esse seit ein paar Jahren kein Fleisch mehr. Fisch steht bei mir auch nur noch selten auf der Speisekarte. Ok, ich gehe auch nicht in den Dschungel, dafür bin ich noch nicht fame genug. Aber in der Not wird verdammt noch mal das gegessen, was auf den Tisch kommt! Und diese Menschen, die mal eben Vegetarier werden, nur weil der behaarte Anus vom Wildbuschschwein auf dem Teller nicht so lecker aussieht. Und das Fischauge auch nicht unbedingt gut zu kauen ist. Aber hey, einen Kamel-Penis bekommt man jetzt auch nicht jeden Tag zwischen die Zähne. Man soll seine Mahlzeiten sowieso lange und gut kauen. Ist besser für die Verdauung und die Figur. Ihr wollt doch in aller Munde sein? Also, haut gefälligst rein und einfach mal die Klappe halten!

Aber natürlich braucht der voyeuristisch veranlagte Beobachter dieses Jammern, dieses Zieren, diese Befindlichkeiten und dieses öffentliche Zur-Schau-Stellen. Die anderen schalten einfach mal ab.
Ich habe ja auch immer Mitleid mit den Dschungel-Bewohnern. Als Helmut Berger einzog, hätte ich am liebsten ganz RTL verklagt. Das sind keine Promis, die da einziehen, das sind Patienten mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern, sei es psychisch oder physisch. Mittlerweile müssen sie sich nicht nur mit einer Arachnophobie (Angst vor Spinnen) durchs Gebüsch kämpfen, sondern auch mit Angst vor Schmutz, Bakterien (Mysophobie), Verfolgungswahn (Paranoia) und zu großen Brüsten (Minderwertigkeitsgefühle) leben. Ich finde das schon traurig. Reality kills the Mitleidsgefühl.

Mal sehen, wer diesmal sogar zum Möchtegern-Veganer mutiert. Hilfe, Dr. Bob, ich will hier auch irgendwie raus… aber zu spät. Wir alle sind mittendrin. Jeder muss schließlich in seinem eigenen wirren Dschungel-Zirkus überleben.
Dennoch, Leute, wenn ihr Vegetarier seid und die Hitze nicht vertragt und unter Platz-, Ekel- und Höhenangst leidet, bleibt lieber zu Hause und guckt euch den Dschungel von außen an.
Allen anderen wünsche ich ne feine Party, wo immer ihr „Ich bin ein Star holt mich hier raus“ auch hören mögt.

Serviervorschlag zum Dschungel-TV:

Für Genießer: Edelnüsse, Kaviar und Champagner
Für die Gemütlichen: Erdnussflips, saure Würmer und Rhabarberschorle
Für den Authentischen: Reis und Bohnen in Wasser gekocht, natürlich ohne Salz und Pfeffer, aber vielleicht mit einer Prise getrockneter Mehlwürmer würzen oder in Tierblut tränken. Dazu ein POsecco aus püriertem Anus vom Buschschwein
Für den Vegetarier: Kotzfruchtpudding
Für den Veganer: Kotzfruchtsorbet

Rezept zum Nachkotzen: Sushi à la Dr. Bob

Makis: Reis mit Sperma (natürlich vom Buschhirsch und nicht von Marc Terenzi) vermengen, damit er schön klebrig wird. Kleine Makis formen – mit Mehlwürmern und Emuleber füllen.
Nigiris rollen und darauf jeweils einen knusprigen Skorpion oder eine Heuschrecke setzen oder mit anderen leckeren Insekten verzieren. Dazu ein saures Speichelbier.
Bon Appetit!

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