10 Platten

All-Time-Favs – 10 Platten, die mich prägten

Ich wurde auf Facebook bei einem Stöckchen nominiert und dachte mir ich baue das etwas um. Es wird jetzt zum Blog-Stöckchen und geht um 10 Platten die einen prägten. Im Besten Fall mit einem kurzem Text dazu. Eben wie hier zu lesen ist…

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“10 all time favourite albums. What really made an impact and is still on your playlist, even if only now and then. Post the cover, no need to explain.”

Dies war der Original-Aufruf, aber bei mir gibt es die Erklärung, die meist weit über die ausgewählte Platte hinausgeht.

1. weezer – Blue Album

Weezer waren nach Queen meine zweite große Musikliebe und tatsächlich der Grund warum ich anfing Gitarre zu spielen.

Es war noch vor der Veröffentlichung des zweiten Albums – also so 1995 vermutlich – und ich las irgendwo, dass in den USA tatsächlich schon eine Bio der Band erschien. Als großer Fan ging ich daher in einem Buchladen und bestellte das einzige Import-Buch über weezer, das im Computer zu finden war.

Nach einigem Warten bekam ich dann den Anruf, dass das Buch zum Abholen bereit läge. Es waren tatsächlich andere Zeiten damals. Als ich es in meinen Händen hielt war ich erstaunt. Das war keine Bandbio, es waren Tabulaturen und Noten. Was blieb mir also anderes übrig als diese Songs zu lernen und auf ewig zu verinnerlichen?

(In Wahrheit habe ich aber bereits ein oder zwei Wochen vorher mit Gitarren-Unterricht begonnen, aber dann ist die Geschichte nicht so gut!)

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2. Sleater Kinney – Dig Me Out

Meine Lieblings-Sleater-Platte und auf dem Cover wohl auch eine meiner ersten Begegnungen mit einer Danelectro, eine Gitarrenmarke, die ich selbst super gerne spiele.

Okay, Nerd-Wissen, diese DC mit drei Lipsticks dürfte wohl eher eine Jerry Jones sein, also lediglich ein Danelectro-Nachbau. Zu erkennen am Strat-ähnlichen Pickup-Switch.

Für mich war “Dig Me Out” das andere “Nevermind” der 90er, das was eben nicht jede*r für sich vereinnahmte. Außerdem ist “Words & Guitar” einer dieser Songs über Musik (machen), die einen immer wieder kicken. All-Time-Fav!

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3. Fink – Loch in der Welt

Wahrscheinlich habe ich vor allem das rote Album noch öfter gehört, aber dies war eben meine erste CD von Fink und auch immer noch eine meine Liebsten.

Überhaupt, bitte bitte die ersten beiden Fink-Platten auf Vinyl wiederveröffentlichen! (Gerne als Box mit “Dingi” und “Er sieht sie an”-Maxi als Bonus-LP.) Das wäre zu schön.

Unüberhörbar war Fink auch ein großer Einfluss auf meine eigene Musik als Pawnshop Orchestra. Zumindest beim ersten Album.

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4. The Sound – Jeopardy

Ich hab früher nie gedacht, dass ich mich irgendwann mal weniger für Musik interessieren würde. Und genau genommen ist das bisher auch nicht so, aber es gab eine Phase wo mich Neuveröffentlichungen so gar nicht mehr kickten. In dieser Phase spielte mir mein Labelchef Michael The Sound vor und seitdem ist es um mich geschehen.

The Sound sollten mindestens den Kultstatus von Joy Division haben und “Jeopardy” ist mein Lieblingsalbum. Die meisten würden wohl “From The Lions Mouth” wählen, ich mag aber dass das Debut schroffer ist und “I can’t escape myself”, “Heyday”, Heartland” – Alles Hits!

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5. Yo La Tengo – Genius + Love = Yo La Tengo

Irgendwie ist die Wahl der Platte doch ungewöhnlich. “Genius + Love” ist eine Compilation von Samplerbeiträgen, B-Seiten, Obskuritäten und für mich dennoch die Einstiegsdroge zu Yo La Tengo gewesen. So vielseitig, verschroben und liebenswert, dass diese Liebe seit jeher nicht vergehen will.

Als “Summer Sun” erschien besprach ich die Platte für die intro (RIP) und es war das einzige Spektakel (Platte des Monats), das ich damals schrieb, wenn ich mich recht erinnere.

Und wenn ich mich ebenso recht erinnere beschrieb ich die Platte damals als einen Freund, den Du länger nicht trafst, der Dir vielleicht auch nicht so viel Neues erzählt, aber Du einfach nur glücklich bist Ihn wiederzusehen, weil es schön ist und so vertraut wie eh und je.

Vielleicht stimmt das mit dem “nicht so viel Neues” insgesamt dann doch eher nur bedingt, aber alles andere ist wahr. Yo La Tengo ist vertraut und schön und macht mich glücklich.

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6. Portishead – Portishead

Dieses Album ist stellvertretend für alle Alben von Portishead, aber eben wie so oft in dieser Liste auch das Album mit dem ich die Band entdeckte.

Die Platte leitete eine kurze TripHop-Phase ein wo ich DJ Shadow, DJ Krush und andere Acts für mich entdeckte. Noch vor Metal (Eigentlich nur Metallica und Slayer), Techno (Eigentlich nur Mayday-Kassettenmitschnitte und eine Ravermeister-Doppel-CD), Punk (eigentlich nur bunte Haare) wohl eine der intensivsten temporären Phasen. Eine der wenigen Bands, wo ich bemüht bin den gesamten Vinyl-Backkatalog im Schrank zu haben. Die anderen Bands wo das der Fall ist sind übrigens Kollossale Jugend und The Sound (s.o.).

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7. Cat Power – Moon Pix

Wie so oft ist eine Platte stellvertretend für viele weitere Platten von Chan Marshall.

Aber “Moon Pix” ist tatsächlich auch meine Liebste. “Metal Heart”, “Moonshiner”, “Cross Bones Style” usw. Ich könnte es immer wieder hören und tue es auch immer wieder.

Diese Platte fällt auch in eine Phase von Outsider-Music, wie sie Smog, Will Oldham, Bright Eyes und viele andere mach(t)en. Eben dieses leicht folkige Ding der einsamen Menschen. Und dieses irrige Gefühl, dass Du alleine auf der Welt bist und nur diese Platten Dich verstünden.

Wie geschrieben, ein Irrtum, aber eben auch als Teenie und später als postpubertärer Schmerzensmann unglaublich identitätsstiftend.

Und es gibt wahrlich schlimmere identitätsstiftende Werke als die von Cat Power. Und genau deshalb saß ich dann da und rätselte ob nun ich oder die Anderen Herzen aus Metall oder Holz haben und warum das denn verdammt nochmal so ist… Unbelievable Things.

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8. Gustav – Verlass die Stadt

Es gibt vieles was ich an Gustav mag. Eine unvollständige Liste:

  • Gustav heißt gar nicht Gustav, sondern Eva
  • Gustav ist solo wie auch als Band live ganz fantastisch
  • Es gibt da dieses fatalistische in der Lyrik und auch ich meine eine Sehnsucht nach der nächsten Katastrophe zu verspüren
  • Und natürlich geht es gar nicht um diese Sehnsucht (vielleicht), sondern um die Beschissenheit der Welt (bestimmt)
  • Dennoch renkt sich alles wieder ein
  • Es wird alles wieder schön
  • Rettet die Wale und stürzt das System
  • Drum singet ihr Vögel: Tschiep Tschiep Tscharipp
  • Aber lacht nicht, ihr alle werdet sterben!

Was ich nicht so mag:

  • Das letzte Album erschien vor 10 Jahren

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9. Diverse – Viele Grüße von der… lolilounge

Ein Sampler? Wieso das denn jetzt? Na weil der Einfluss für mich eben sehr groß war. Erstmal war hier meine erste Veröffentlichung als Pawnshop Orchestra drauf und eben so tolle Künstler*innen wie Soul’s Off Fire, Kombinat Feinripp, bout d’chou, Na Sabine, wie sieht’s aus in München?! und Fauna.

Wenig später stieg ich beim label, das den Sampler rausbrachte, ein und wollte wohl sowas wie Lado für die Nuller Jahre machen. Klappte natürlich nicht, Lado selbst ging ja auch pleite.

Aber dabei kamen viele weitere tolle Platten raus. So z.B. “Gladbach oder Hastings” von der Kiesgroup oder die EP “Saint Tropez” der Dativ Boys um nur zwei Bands zu nennen, die auf der lolilounge-CD nicht vertreten waren.

So ist dieser Sampler ein Sinnbild für die schöne Zeit die ich mit lolila, mit Beate und Berko haben durfte. Danke dafür!

Heute würde ich vieles anders machen, aber heute bin ich ja auch älter.

10. Tocotronic – Wir kommen um uns zu beschweren

Wie so oft in dieser Aufeinanderreihung ist es mal wieder die erste Platte der Band, die ich hatte. In letzter Zeit hatte ich tatsächlich mehr einen Faible für die “KOOK”, aber das ist ja irgendwie schon der Beginn der Transformation.

Tocotronic waren einfach Rockmusik und mit 14/15 immer für mich da. Meine ersten musikalischen Versuche waren auch dominiert von einem Laut-Leise-Prinzip welches nur durch Fuzz-Verzerrer an und Fuzz-Verzerrer aus dominiert wurde. Die Pixies kamen erst kurz nach dieser Platte in meinen Schrank.

Neben vermeintlicher jungendbeweglicher Identitätsstiftung waren Tocotronic enorm bandstiftend. Kopisten und solche die nur dafür gehalten wurden schwemmten in die CD-Player. Ich war ganz schön bedient.

Aber solange sie solche Songs wie “Electric Guitar” schreiben, kann ich nicht anders. Lange hab ich bei keinem Song mehr gedacht, dass der “über mich” ist. (Auch wenn ich immer zuerst “Manic Depression im Entenhaus” verstand, aber als LTB-Leser machte das durchaus Sinn für mich.)

Kurz: Das Pickel ausdrücken, die Traurigkeit im Elternhaus, Apfelkorn, das Gefühl Anarchist zu sein ohne annähernd zu wissen was das überhaupt ist und das Posen vom Spiegel mit der Gitarre, das war meine Jugend.

Warum Dirk von Lowtzow dann noch irgendwas mit Sex und Drugs hinzudichtete weiß ich nicht. Das gab es bei mir damals definitiv nicht.

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Und weil es sich für ein Stöckchen gehört nominiere ich auch gleich mal ein paar Leute. Die da wären:
Torsun, Ben von Anmut und Demut, Ronny vom KFMW, Judith Holofernes, die auch bloggt, Nadia von Shehadistan und das Schleckermäulchen.

Natürlich dürft Ihr Euch das Stöckchen aber auch einfach so schnappen und mitmachen! Würde mich freuen.



    Ein Kommentar:

  • Berko schreibt am 19. Mai 2018 um 01:03

    Danke für die nette Erwähnung. War wirklich eine tolle Zeit mit lolila. Wusste auch nicht, dass wir so viele gemeinsame Lieblingsplatten haben. Wobei, eine Top Ten der All Time Favs würde ich wohl nicht hinkriegen. Mehr sone eine Top 200.

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