Jeandado

Jeandado im heißen Theorie-Praxis-Dialog

Jeandado. Eine Seite einer Medaille. Jetzt mit neuem Video anlässlich von etwas Neuem. Es war vor Hashtags und Social Media.

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Der Wahl- und Geburtskölner pflegt den direkten Diskurs. Er steht für Geradlinigkeit, Überzeitlichkeit. Er überzeugt, weil seine Musik überzeugt. Der Mittdreißiger ist ein schlanker Mann mit Brille. Er wirkt ruhig, geerdet, irgendwie hysterisch, immer unterwegs, nie satt. Es ist ein grauer Tag im frühherbstlichen Köln. Warum jetzt die neuen Platten, das Video? Dado schweigt und starrt auf den Rhein. Es war wohl Zeit. Dados Musik hat sich verändert, ist vielschichtiger, aber auch rockiger geworden. Er selbst will sich dazu nicht äußern.

Seit 2003 ist er Chronist einer Szene, zu der er sich aber immer eine kritische Distanz bewährt hat. Heute langweilt ihn das alles. Er ist sein Image satt. Elektronische Beats verschränken sich mit beatelesken Gesängen, die einer Jazzband nicht schlecht zu Gesicht münden. Ein Produzent ließ ihm die Freiheit, die er brauchte. Wie lange er das alles noch machen will? Vielleicht schon morgen. Wer weiß das schon so genau. Man darf gespannt sein, was Jeandado als nächstes vorhat. Er steht auf und verabschiedet sich wie ein ganz gewöhnlicher Mensch die Straße hinab. Würde er nicht von der Menge verschluckt werden, man würde ihn nicht erkennen. Die neue Singleauskopplung ist ein unwiderstehlicher Ohrwurm.

“Globale Welt” von jeandado erscheint am 02.12.2018 auf baumusik.



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