Was ich über das Bücher schreiben gelernt habe…

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Bücherrücken

Ich wollte schon immer Bücher schreiben und hatte bereits einige Ideen, die ich immer wieder verwarf. Ich will mich jetzt – kurz vor Vollendung meines ersten Werks – nicht Experte schimpfen, aber ein paar Sachen, die ich vorher nicht wusste, haben mir dieses Mal geholfen und vielleicht helfen sie ja auch anderen, die ein Buch schreiben wollen.

  1. Chronologie ist egal
    Tatsächlich habe ich früher stets versucht alles chronologisch abzuarbeiten, also erst Anfang, dann Mitte und dann das Ende. Dabei hatte ich bei Story-Outlines meist Anfang bzw. Prämisse und das Ende. Der Mittelteil stand gar nicht fest. Ein – wie ich jetzt weiß – gar nicht so unbekanntes Problem für Autor*innen.
    Mir geht es aber gar nicht mal darum einen Mittelteil zu erschaffen, sondern darum, dass die Reihenfolge beim Schreiben einfach egal ist. Du willst das Nachwort als erstes schreiben? Wieso nicht?! Für einen Teil Deiner Geschichte oder Deines Sachbuchs hast Du tausende Ideen? Nur weil er später im Buch stattfinden soll musst Du Dir das nicht aufsparen. Lege einfach los und schreib.
  2. Qualität ist egal
    Okay, das klingt komisch. Natürlich ist die Qualität so absolut gar nicht egal. Aber für mich als Perfektionisten war es oft schwer einen Abschluss zu finden. Wann ist ein Kapitel fertig und wann nicht? Dabei ist es doch erstmal nur wichtig alles zu notieren. Denn Überarbeiten kannst du später noch und vielleicht ist das was Du beim ersten Durchlesen schrecklich fandst zwei Tage später gar nicht mal so übel. Bevor ich mir das verinnerlichte, dachte ich ich müsste so lange an einem Kapitel feilen bis es perfekt ist. Das ist mitunter recht Zeit fressend aber vor allem frustrierend. Wenn Du nicht weiterkommst einfach links liegen lassen und woanders weiter machen (Siehe Punkt 1)
  3. Der Zettel-Kasten
    Eine Technik, die für mich funktionierte war ein kleiner Zettelkasten. Ich habe Ideen, schöne Sätze, kurze Absätze einfach zusammenhanglos in einem eigenen Dokument niedergeschrieben und dann bei Bedarf eingearbeitet. Manchmal auch erst nachdem der Schreibprozess fast abgeschlossen war. Einfach nach einer Stelle gesucht wo die schöne Formulierung reinpasst. Für ein Sachbuch an dem ich arbeite habe ich hierfür mehrere Excel-Dokumente mit Listen und Quellen sowie einen Ordner mit Artikeln, Scans und ähnlichem.

Es gibt bestimmt noch viele andere Tipps und Tricks, aber diese drei waren für mich enorm hilfreich. Einfach weil ich früher gänzlich anders meine Versuche angegangen bin. Mitte/Ende des Jahres könnt Ihr dann überprüfen ob die Methoden auch wirklich zum Erfolg führen ;-)



    6 Kommentare:

  • Marco schreibt am 26. April 2019 um 14:54

    Das kommt mir gerade unglaublich passend, da ich schon seit einigen Monaten hadere, ob ich nicht auch einfach zumindest mal anfangen sollte, sowas wie ein Buch zu schreiben. Danke!

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 26. April 2019 um 15:49

    Super, dann hat sich der Beitrag schon gelohnt :)

  • ben_ schreibt am 27. April 2019 um 10:19

    Und weil Du ja auch Programmierer bist und für Programmierer nichts wichtiger ist als Tools: Womit schreibst Du?

    Sehr grandios finde ich ja auch Raymond Chandlers Regel “Write or nothing“.

  • Daniel Decker
    Daniel schreibt am 28. April 2019 um 12:00

    Ben, ich hab mich tatsächlich noch gar nicht mit Tools beschäftigt. Ich wollte tatsächlich jetzt recherchieren und hatte auch für mein geplantes Sachbuch ein Tool schon rausgesucht. Aber in erster Linie benutze ich tatsächlich Google Docs, weil ich viel in Bus und Bahn sowie daheim schreibe. Also einfach wegen des dezentralen Arbeitens.

  • ben_ schreibt am 2. Mai 2019 um 20:52

    Ah. Ja. Das meinte ich auch mit Tools, hihi. Ich hatte ne Weile Scrivener im Einsatz, aber das hat dann doch weniger geholfen als ich dachte und irgendwie war’s auch komisch. Aber das Zettelkasten-Ding war da voll drin.

  • Justus schreibt am 3. Mai 2019 um 13:26

    Gute Tipps sind das!

    Hier noch ein paar Empfehlungen zu Programmen:

    – Zotero (Literaturverwaltung)
    https://www.zotero.org/
    – kann auch zum Anlegen von Notizen und Referenzen zu anderen Büchern genutzt werden, zum Zitate Sammeln, Webseiten archivieren etc.

    – Zim (Desktop-Wiki)
    https://zim-wiki.org/
    – Ein vollwertiges Wiki für sich selbst ohne komplizierte Software. Alle Einträge sind in Ordnern sortierte einfache Text-Dateien, Anhänge, Todo-Listen, Verweise, Backlinks und Tags gibt es auch. Perfekt, um den Überblick in langen Projekten zu bewahren.

    – Zettlr (Texteditor / Zettelkasten)
    https://www.zettlr.com/
    – Zettlr ist ein Texteditor für Markdown-Dateien (einfache Text-Dateien). Gleichzeitig bietet Zettlr die Benutzung als Zettelkasten (wie z.B. den von Niklas Luhmann etc.). Dokumente können in alle Formate exportiert werden dank Pandoc, welches im Hintergrund für die Umwandlung genutzt wird. Dateien können verschlagwortet und nach Themen oder Schlagwörtern sortiert werden.

    – Cryptpad (Online Texte schreiben, Coden, Präsentationen, Kanban, … – alles in Datenschutzfreundlich)
    https://cryptpad.fr/
    – Cryptpad bietet als Open-Source-Software die Funktionen von Etherpads und Online-Editoren an. Es können aber nicht nur Dokumente erstellt werden, sondern auch Präsentationen oder sogar Tabellenkalkulationen. Alles für Lau und in Datenschutzfreundlich (auch lokal installierbar), aber am besten unterstützt man das tolle Projekt natürlich über einen der Bezahl-Accounts mit Speicherplatz.

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