Toleranz für Rechts

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Wir brauchen keine Toleranz für Rechts wie der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sie fordert. Ich werde niemals Gespräche über die Praktikabilität des Tötens führen, wie Zeit-Autor Jochen Bittner meint rechte Tötungsphantasien als absurd zu enttarnen. Ich weiß, dass Deutsche den industriellen Massenmord erfanden. Ich weiß, dass es eben nicht absurd ist. Ich weiß, dass es passierte.

Solche Positionen als diskussionswürdig zu verstehen hat bereits heute die Grenze des Sagbaren verschoben. Durch Diskussionen legitimieren wir ihre Aussagen. Natürlich, niemand von denen dachte nicht auch vorher so. Doch immer mehr trauen sich auf ihre Bierkisten und Bühnen und wir schütteln nicht mehr fassungslos den Kopf sondern laden sie ein und verlangen, dass Parties mit rechten Netzwerken bitte als privat zu verstehen seien. Wir sehen sie in den Talkshows, in der Primetime. Weil wir ja mit Rechten reden sollen.

Nazis gehören aber nicht auf Bühnen, sie gehören auch nicht in Talkshows und sie gehören erst Recht nicht in den Bundestag.

Wer verlangt, dass Leute Toleranz zeigen sollen, die von Rechten bedroht werden. Wer verlangt, dass die Leute mit Rechten reden sollen, obwohl diese sie am liebsten bereits an der Grenze hätten erschießen wollen. Wer denkt ein Dialog mit Leuten wäre möglich, die einen auf Todeslisten setzen, ist Teil des Problems.



    Ein Kommentar:

  • P. schreibt am 25. Juni 2019 um 19:12

    Schön, wenn man gerade anfängt ein Blog zu lesen und dann so eine klare Stellungnahme direkt zu den ersten Beiträgen zählt. Diese ganze “jeder Extremismus ist scheisse!1” Quatsch vergleicht ohne jede Ironie besetzte Häuser, angezündete Autos und geplünderte Supermarkt(ketten!) Filialen mit NSU, nächtlichen Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und paramilitärisch organisierten Eingreiftruppen, in ständiger Bereitschaft bei einer ausreichend großen Krise der Demokratie den Todesstoß zu verpassen.

    Aber spätestens seit die hirntote Orange “good people on both sides” festgestellt hat, muss man scheinbar wirklich für eine Wiedereröffnung der Todeslager plädieren, wenn man vermeiden möchte von diesen politischen Geisterfahrer auch noch verteidigt zu werden.

    Jedenfalls guter Beitrag und für mich ein Grund zur Verlinkung an Freunde.

    Cheers,
    P.

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