2010-2019 – Mein Jahrzehnt in Musik

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musikstoeckchen Daniel Decker

Ich habe gerade festgestellt, dass alle Veröffentlichungen als Daniel Decker in der letzten Dekade erschienen sind. Ich glaube aber, dass ich bereits ab 2009 unter meinem eigenen Namen und nicht mehr als “Pawnshop Orchestra” auftrat.

Hier also ein kleiner Rückblick auf ein Jahrzehnt Musik.

Enklave EP (2010)

Die Enklave EP sollte das bereits fertig gestellte Album “Weißer Wal” ankündigen. Neben zwei Songs vom Album fanden sich auf der EP Stücke die nicht so ganz auf das Album passten, aber imho keine Outtakes waren. Den Titel “Die Geister mit denen ich schlief” habe ich mir von meinem Freund und Labelchef Michael Kolepke (auch “Lauter Bäumen”) geklaut. Einer der wenigen Songs auf denen ich selbst Schlagzeug spiele.

Nicht ganz so gelungen finde ich rückblickend das Cover von “Smalltown Boy” als “Vorstadt Junge”. Erstmal muss ein CIS-Guy den Song nicht annektieren und zweitens ist es auch nicht sonderlich gut gelungen und näher an Parodie als Hommage. Dabei sollte es eindeutig letzteres sein.

Die Enklave-EP kannst Du auch auf CD (inkl. Cover-Song) kaufen.

Schwarzer Schwan EP (2012)

2011 zog ich nach Berlin, orientierte mich neu und dieser Blog wurde mein Haupthobby. Musik trat immer mehr in den Hintergrund, aber das fertige Album sollte dennoch irgendwann kommen. Aber niemand hatte Geld und eigentlich sollte es ja ‘ne Tour geben. So richtig mit Band und großer Promo und Allem.

Über den Blog verfolgte ich auch die Musikpiraten, die GEMA-freie Musik verbreiteten. Bereits 2009 steuerte ich mit “25 Euro” einen Song zu einem ihrer Sampler bei. 2012 folgte dann ein weiterer Sampler mit einem Stück von mir. Ich durchsah mein Archiv von unveröffentlichten Songs und Demos und stellte eine neue EP zum Gratis-Download zusammen.

“Ändern” war eigentlich ein Song, den ich noch als Pawnshop Orchestra aufnahm. “Eine Vision” ein Outtake aus den Sessions zu “Weißer Wal” und “Schwarzer Schwan” erschien bereits auf dem lolinet-Instrumental-Sampler “Kunststoffspule”.

Alles in Allem also eher ein Lebenszeichen als ein vollwertiger Release, dafür aber ein schönes abgefahrenes Cover und der erste Versuch des “Black-Metal”-Logos.

Interlude: Der Torsun & Das Einhorn & Die Caro (2014)

Torsun lernte ich über den Blog kennen. Irgendwann trafen wir uns und verstanden uns prächtig. Er fragte mich ob ich nicht Lust hätte bei Egotronic mitzuspielen (War es Bass? Oder war es Gitarre? Ich weiß es nimmer), aber ich war zu spießig um dem Berufstrott zu entkommen. 2014 schickte er mir einen Song und erzählte, dass dies sein neues Projekt wäre und er mich gerne mit dabei hätte. Rock’n’Roll, kein Elektro, keine Overdubs. Ich war sofort Feruer und Flamme und wir schrieben einige Songs zusammen. Ich glaube wir hatten am Ende sieben Nummern. Zwei oder drei sang auch ich. Zusammen mit Caro am Schlagzeug hatten wir dann auch einen einzigen Liveauftritt. Danach schlief das leider alles ein. Mein Lieblingssong ist “VoSchePi”, was wohl auf weite Sicht weiterhin aktuell sein dürfte.

Für mich am Wichtigsten war aber, dass ich wieder richtig Bock auf Musik hatte und mir endlich vornahm “Weißer Wal” zu veröffentlichen. Egal ob Tour oder große Promo, einfach so wie ich es immer wollte. Auf Vinyl mit Inside-Out-Cover und so weiter…

Weißer Wal (2015)

2015 kam dann endlich mein neues Album. “Weißer Wal” wurde tatsächlich ziemlich gut rezensiert (Hier einige Reviews und hier eine aus dem Musikexpress, hier ein Artikel aus der taz). Trotzdem passierte sonst nicht viel. Ein paar sehr kleine Gigs und das war es dann. “Weißer Wal” ist aber mein Lieblingsrelease und ich bin dankbar, dass ich mit Max von den Wildood Studios (und Kiesgroup) die Platte aufnehmen durfte.
Dazu kamen dann noch zwei Digital-Singles auf denen jeweils Demoversion des ausgekoppelten Songs, Albumversion und Remix zu finden sind. Bei “Wir müssen zerstören” gab es dann auch das erste Mal mein finales Black-Metal-Logo zu sehen.

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Dunkelheit geht, wenn Du kommst (Split 7inch mit van Kraut 2017)

2016 hatte ich dann eine Band zusammengestellt und neue Songs geschrieben. Angedacht war eine EP, einfach als Trio eingespielt, dann ein paar Overdubs, aber der Drummer ghostete den Bassisten und mich. Ragierte nicht auf Anrufe oder Mails und hat meines Wissens nach sogar die Stadt verlassen. Letzteres aber wohl aus anderen Gründen. Einen neuen Release wollte ich dennoch machen, dann halt ne Single. Also fragte ich Torsun ob er mir ein Studio in Berlin empfehlen konnte. Er verwies mich an Vredeber Albrecht und sein Audiofenster. Sein Input bei diesem kleinen Song ist nicht zu unterschätzen. Den Bass spielte dann auch noch gleich Lars Precht. Leider musste ich mit der Single feststellen, dass 7inches wohl kein so sonderlich gutes Format für Musiker sind die nie touren und auch sonst kaum was verkaufen. Dennoch bin ich mit dem Song ziemlich zufrieden. Auf der B-Seite der Split sind übrigens die fabelhaften van Kraut zu hören!

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“Schwarzer Kaffee” (Cold Coffee RMX 2017)

Für die befreundete Band Rosi habe ich dann auch noch einen Remix gemacht. Der Remix gefiel Sven und Mirco dann so gut, dass es nicht nur ein Video gab, sondern der Remix auch noch auf dem CD-Re-Release zu “Grey City Live” aus diesem Jahr landete. Juhu!

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Und nun?

Ich mache weiter Musik, in letzter Zeit habe ich viel mit Tapes experimentiert und bau(t)e mir ein kleines Homestudio. Mittlerweile habe ich auch ein neues Album fast fertig geschrieben (Arbeitstitel: “Q.E.”) und als Bassist spielte ich in einer Band bei der ich hoffe, dass da was raus wird.
Gleichzeitig zeigt die letzte Dekade aber auch, dass die Zeiten in denen ich bis zu 40 Gigs in ‘nem Jahr spielte lange vorbei sind. Und es zeigte auch, dass ich hier wirklich eine Liebhaberei betreibe. Allen guten Kritiken zu trotz, in erster Linie mache ich das wohl für mich. Aber hey, das reicht doch auch!




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