Mein Plattenschrank mit Paul-Christian Erntges von Hauch Records

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Es ist immer wieder schön, wenn es neue Labels für Vinyl-Liebhaber:innen gibt. Hauch Records aus Düsseldorf ist so ein Label, das sich der experimentierfreudigen elektronischen Musik verschrieben hat. Mit dem Debüt von Pondskater und der 7inch von Van der Brügge gibt es zwei Releases, die ich ausdrücklich empfehle. Aber auch sonst ist das Label eine Entdeckungsreise wert. Paul-Christian stellt hier seinen Plattenschrank vor.

Der Plattenschrank von Paul-Christian Erntges (Hauch Records)

Welches Medium bevorzugt Du? Vinyl, CD oder Digital?
Seit sieben Jahren sammle ich Schallplatten, lege damit als DJ Edelescort auf. Spezieller Klang bei Vinyl, zudem konzentrierteres hören, mehr ein Ritual, eine Schallplatte zu hören, daheim. Kassetten mag ich, mir fehlt aber die Knete für ein Tapedeck gerade. Kaufstopp Vinyl, auch. Schöne Grüße
aus der Corona-in-Kombination-sonstiger-Hungerlöhne-bedingten Armut. Neben Schallplatten höre ich zuhause hauptsächlich via Spotify, unkompliziert, eigene Playlists, neben Alben, EPs und Singles.
CDs sind an sich klanglich ein gutes Medium, interessieren mich wie viele andere kaum noch und habe ich aufgegeben, weil das Artwork bei einer LP neben anderer Vorzüge schöner vermittelt ist.
Für Files habe ich vor dem Hintergrund von Streaming keine Verwendung mehr.

Wie sortierst Du Deine Platten? Meinst Du, dass das was über Dich aussagt?
Nach Genre, innerhalb der Genre alphabetisch, was den Artist-Namen angeht, innerhalb der Artists chronologisch. Das zeigt vermutlich, dass ich „ja“ zu dem ordnenden Prinzip der Genre-Schublade sage – und ich immer wieder an der Tatsache verzweifle, dass die mir liebsten Platten zwischen den Stühlen sitzen. Dass die Entwicklung eines Artist entlang der Zeit für mich von Interesse ist. Und, dass mir nichts besseres einfiel, als die Artists selbst alphabetisch zu ordnen. Vorher habe ich es mit einer Sortierung nach Label versucht. Stellte sich aber als unpraktisch heraus, weil ich von einigen Labels nur 1-2 Platten hatte und zudem einige Artists ihre Platten auf verschiedenen Labels veröffentlichten.

Eine Platte, von der Du Dich niemals trennen würdest?
Alle. Sonst wären die Platten nicht im Regal. Habe alle aussortiert, die mir nicht gefielen, sich als Fehlkäufe entpuppten.

Eine Platte, die Dir peinlich ist. Wobei das, was einem gefällt nie peinlich sein sollte.
Mir ist tatsächlich keine einzige Platte peinlich.

Und zum Schluss Dein Lieblingsmusikvideo um hier im Blog nicht ganz altbacken rüberzukommen und was multimediales anzubieten.
Oh, es gibt so viele phantastische Musikvideos, hier könnte ich nun viele nennen. Aber eines, was mich auf eine eigene Weise berührt, ist “Heart Shaped Box” von Nirvana. Kurt Cobain hatte wohl eine bereits ziemlich ausgereifte Vorstellung vom Video, als er auf Anton Corbijn zuging. Ich schätze das Video für die assoziative Art zu erzählen, die ausdrucksstarken Bilder. Mal davon abgesehen, dass kaum jemand ähnlich gut, lebensmüde, intensiv, poetisch, ikonisch drei Alben und ein paar Nebenschauplätze lang die Stimme erhob wie Cobain flankiert von Grohl und Novoselic. Grohl ist leider in Interviews ein freundlicher Langweiler, aber für mich auch der größte Rock-Schlagzeuger. Einmaliges Gespür für song-dienliches Schlagzeug, mit einer gewissen Finesse, ohne zu posen.
Mitverantwortet auch das für mich einzig wirklich gute Queens of the Stone Age Album “Songs for the Deaf”. Novoselic leistete bei Nirvana gute Arbeit, fiel mir danach aber nicht mehr besonders auf. Abgesehen von der ehrenwerten Tatsache, dass er bei der us-amerikanischen Punkband Flipper spielte, die ich durch den Einfluss auf die Berliner Rockband Mutter für mich entdeckte.



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